… vom Immunsystem zur Immunität

Wie erging es Ihnen mit dem Roden des umgebenden Dickichts? (In Anknüpfung an meinen letzten Newsletter). Konnte Ihr messerscharfer Verstand Ihr Buschmesser gut bedienen?

Ein Messer ist immer so gut, wie sein Benützer damit umzugehen weiß. 
Ein messerscharfer Verstand kann gutes, wie schlechtes bewirken. Und sein Benützer ist im Normalfall ein Mensch. Ein „Ich“. Wie stark dieses „Ich“ allerdings ist, wieviel von ihm noch übrig ist, sehen wir anhand des Weges, den dieser Mensch rodet.


Wie versprochen, möchte ich nun in diesem Brief den Zusammenhang zwischen ICH-Stärke und Immunsystem näher beleuchten. 

Jeder von uns kennt solche und solche. Die einen, die ein starkes Immunsystem haben und die nicht mal ein starker Sturm umwirft – und jene, die beim leisesten Windhauch bereits ins Bett gehören. Wir sprechen auch von unserer „Widerstandskraft“. Bei manchen liegt sie in der Familie, wurde quasi in die Wiege gelegt. Andere müssen hart dafür arbeiten. Doch bei allen liegt der Erfolg nicht im Außen, sondern eher in einer inneren Kraft.

Vielleicht kennen Sie jemanden, der voller Stolz von einem Großvater erzählt, der in seinem Wesen unglaublich stark war, der einen festen, aber flexiblen Kern hatte und so jeder Krise trotzte. Früher sprach man auch von einer „Tauglichkeit“ zum Leben. Und Tauglichkeit leitet sich von Tugend ab.
Starke Menschen – Helden – sie lassen sich nicht missbrauchen, nicht verleiten und auch nicht beeinflussen. Sie stehen ihren „Mensch“. Nicht etwa durch Gewalt – sondern durch Selbstverantwortung und Güte bzw. Mut und Empathie.

Woher nur haben sie diese Eigenschaften?
Woher kommt diese Kraft, sich von Schicksalsschlägen nicht unterkriegen zu lassen? 
Wo liegt die Stärke einer Familie, eines Volkes, einer Nation?
Sicher nicht im Finanzwesen, Wirtschaftswachstum oder in einer Aufrüstung. Sie sind eher Auswirkungen daraus. Vielmehr liegt die Kraft in den Menschen selbst, die dahinterstehen, die verbunden sind. Und wenn wir hier genau hinsehen, erkennen wir, dass es die Haltung der Menschen ist. Es ist nicht das WAS, sondern das WIE. 

Betrachten wir es wie ein Sporttraining! Wer nicht trainiert, wird schwach und schwächer – bis er nichts mehr aus eigener Kraft tun kann. Im Fitnesscenter trainieren wir deswegen an Geräten, weil sie uns Widerstand bieten! Den brauchen wir, um unsere Muskeln stärken zu können. Das funktioniert zwar auch mit der eigenen Schwerkraft, aber das ist noch anstrengender – denn sich selbst zu überwinden ist die schwerste Arbeit.

Widerstand ist also wichtig, und das Leben hat hier immer wieder einiges parat. Wenn wir im Training bleiben, ist alles gut. Aber sobald wir andere für uns machen lassen, Opfer spielen, andere sogar für unsere Zwecke ausnützen etc., verlieren wir unsere Kraft. Kein Wunder also, wenn einige dann zu unlauteren Mitteln greifen müssen, um überleben zu können. Ihr Widerstand wird dann gegen die eigene Stärke gerichtet – genau so, wie wir uns aus Bequemlichkeit einem Fitness-Coach widersetzen, obwohl er uns helfen würde. Deren Stärke geht verloren, sie benötigen dann „Body-Guards“, die sie schützen – ihre Fitness, ihr Immunsystem muss immer mehr von außen übernommen und getragen werden.

Also wird oder bleibt unser ICH durch Training stark. Meistens erledigt das das Leben für uns, wenn wir uns davor nicht drücken.

Interessant, dass „Immunität“ auch anders gebraucht wird – nämlich, wenn jemand aufgrund seines Status (Diplomat, Politiker etc.) „immun“ gegen bestimmte Vorschriften ist. Er ist „unantastbar“. Er nützt ein gewisses Sonderrecht und steht damit über anderen Menschen. Gut – wenn er es sich verdient hat. Nicht gut, wenn er es nur ausnützt, ohne selbst diese Würde erarbeitet zu haben…

Aber muss uns dieser Status wirklich von außen verliehen werden?
Lassen Sie uns einfach selbst wieder würdevoll sein. Unantastbar für niedere Zwecke. Mit einem starken Wesenskern, unserem Ich, das nur wir selbst nähren und stärken können. 
Und wenn uns das chaotische Dickicht von außen zu nahe rückt, zücken wir unser messerscharfes Buschmesser, befreien uns aus schwächenden Verstrickungen und nehmen das Training des Lebens an, um (in unserem eigenen Tempo 😉 immer stärker zu werden. Allerdings müssen wir dabei – wie im Fitenesscenter auch – an unsere Grenzen gehen, um mehr Lebensmuskeln zu bekommen. Und diese Stärke gibt uns mehr Wahlmöglichkeiten, um besonnen und klug zu agieren. 
Denn nur so bleiben wir lebensfähig.


Mit immunstarken Grüßen
Ihre Cornelia Scala-Hausmann

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Über den Autor: la scala

Jg. 1965, 1 Sohn, 1 Tochter, Liebenfels / Kärnten und Wien. Synergiensuche von Selbst & Markt, Führung & Kunst, Philosophie & Trendforschung, Spiritualität & Wirtschaft. Berufsmosaik: Studium Grafik-Design & Werbewissenschaften; bis 2000 geschäftsführende Gesellschafterin einer Werbeagentur in Wien 19 mit 16 Mio. Umsatz und 12 Mitarbeitern. Kunden: CA-BA, Procter & Gamble, SCA, Rosenthal, Cincinnati Extrusion, Peithner KG etc. Ab 2000 vielfältige Ausbildungen in Coaching, Therapie und Gesundheit (4-jähriges Diplomstudium der Kunsttherapie; Stressmanagement, TCM-Diätetik, Systemisches Coaching, Mentaltrainings, Psychosomatik, Lebens- und Sozialberatung, Unternehmensberatung u.a.). Seit 7 Jahren als „Selfness & Business Coach“ tätig. Buchveröffentlichung "Die einfachen Wunder der Gesundheit - ein Selfness-Coaching". EU-Zertifizierung als Erwachsenenbildnerin (Andragogin). Gründung des Instituts für Zukunftskompetenzen. Derzeitiger Schwerpunkt in der Lehrkonzeption für aktuelle Themen und Ableitung von vermittelbaren Zukunftskompetenzen. Mehrere Publikationen, darunter Der Zukunftskompass®. 2015 bis 2019 auf Segelweltreise. 2020 Engagement in Gesellschafts- und Krisenthemen.

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