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Auf unserem Weg über die Meere in den Südwesten begegnen wir immer wieder besonderen Orten. Wie schon die Straße von Messina ist auch die Straße von Gibraltar eine geschichtsträchtige Meeresenge. Ein „Tor in eine neue Welt“… oder eigentlich war es in der Antike das „Ende der Welt“… denn danach gab es nichts mehr, außer einen versunkenen Kontinent namens Atlantis. Jenes Reich, das diesem Ozean den Namen gab.

Vor 2500 Jahren war hier der Ein- und Ausgang der „Oikumene“. Der Felsen von Gibraltar – die nördliche Säule des Herkules – und der Monte Hacho bzw. der Berg Dschebel Musa in Marokko, westlich der spanischen Exklave Ceuta – die südliche Säule. Dazwischen kaum 15 Kilometer.

Herkules (oder auch Herakles) war der Sohn von Zeus und Alkmene, ein Halbgott also. Und als solcher hatte er auch besondere Aufgaben zu erfüllen. So unter anderem seine elfte Aufgabe, die Eurystheus von Mykene Herakles gestellt hatte: Er sollte die Äpfel der Hesperiden holen, deren Vater der Titan Atlas war. Üblicherweise war dieser damit beschäftigt, das Himmelsgewölbe zu tragen. Herkules schaffte es allerdings, den Titanen zu bewegen, ihm die Äpfel zu pflücken, indem er ihm für eine Weile die Last abnahm. Aus dieser Mythologie erhielt das Gebirge südlich der Meerenge auch den Namen Atlas. Auch wenn es bereits zu früheren Zeiten Diskussionen über die Lokalisierung dieser Säulen gab, so ist es doch bezeichnend, dass sich die damit verbundenen Namen hier bis heute manifestiert haben.

Ich denke noch lange über die „Säulen des Herkules“ nach… welche zwei Säulen trage ich? …und mir fällt einiges dazu ein… Ihnen auch? Tja, und die goldenen Äpfel der Hera, die ewige Jugend, Unsterblichkeit, Schönheit, Klugheit und Gotteswürde verleihen… was würden wir damit nur tun?

Wie bereits in Messina gibt es auch hier noch viel mehr „brodelndes Wasser“ im Aufeinandertreffen der Gezeiten. Und vielleicht treffen hier wirklich verschiedene Zeiten aufeinander … das Mittelmeer, die zivilisierte Welt der alten und neuen Zeit einerseits, und der Atlantische Ozean mit seiner Weite und Tiefe andererseits. Verschiedene Gewalten, verschiedene Gesetze.

Es bewirkt etwas bei mir, von der einen in die andere Zeit einzutauchen. Ich spüre die Zeitlosigkeit der nunmehr großen Wellen, der großen Dünung, die so sanft und so mächtig sein kann. Eine neue Zeitzone beginnt, die Uhren werden zurück gestellt und wir gewinnen eine Stunde …

Die Florimell gleitet über die Oberflächen der atlantischen Gewässer wie eine alte Bekannte, die vertraute Gefilde erreicht. Willkommen! Im großen Reich zur neuen Welt, die schon mehrfach in unserer Geschichte eine wichtige Rolle spielte. Welche Rolle wird sie in meiner Geschichte spielen?

Alles ist belanglos, wenn wir ihm keine Bedeutung geben.

Grüße von Bord der Florimell,

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

Über den Autor: la scala

Jg. 1965, 1 Sohn, 1 Tochter, Liebenfels / Kärnten und Wien. Synergiensuche von Selbst & Markt, Führung & Kunst, Philosophie & Trendforschung, Spiritualität & Wirtschaft. Berufsmosaik: Studium Grafik-Design & Werbewissenschaften; bis 2000 geschäftsführende Gesellschafterin einer Werbeagentur in Wien 19 mit 16 Mio. Umsatz und 12 Mitarbeitern. Kunden: CA-BA, Procter & Gamble, SCA, Rosenthal, Cincinnati Extrusion, Peithner KG etc. Ab 2000 vielfältige Ausbildungen in Coaching, Therapie und Gesundheit (4-jähriges Diplomstudium der Kunsttherapie; Stressmanagement, TCM-Diätetik, Systemisches Coaching, Mentaltrainings, Psychosomatik, Lebens- und Sozialberatung, Unternehmensberatung u.a.). Seit 7 Jahren als „Selfness & Business Coach“ tätig. Buchveröffentlichung "Die einfachen Wunder der Gesundheit - ein Selfness-Coaching". EU-Zertifizierung als Erwachsenenbildnerin (Andragogin). Gründung des Instituts für Zukunftskompetenzen. Derzeitiger Schwerpunkt in der Lehrkonzeption für aktuelle Themen und Ableitung von vermittelbaren Zukunftskompetenzen. Mehrere Publikationen, darunter Der Zukunftskompass®. 2015 bis 2019 auf Segelweltreise. 2020 Engagement in Gesellschafts- und Krisenthemen.

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