… bei der letzten Studie, die vom Institut für Zukunftskompetenzen für Österreich in Auftrag gegeben wurde, antworteten über 70% mit „Ja.“
Teilweise, weil es heutzutage nicht selbstverständlich erscheint, Arbeit zu haben. Teilweise, weil der Mensch Arbeit braucht, um sich zu definieren und auszudrücken. Teilweise, weil man wirklich der Arbeit nachgehen kann, die man sich gewünscht hat.
Diese Studie, die Sie in diesem Buch im Detail finden, war sehr umfangreich und die Befragung dauerte beinahe eine Stunde. Wer macht bei einer solchen Studie mit? Richtig. Menschen, die sich dafür interessieren und damit auseinandersetzen wollen. Menschen, für die Arbeit wichtig ist.
Doch auf die Frage, ob diese Menschen nun Energie aus ihrer Arbeit ziehen können, antworteten nurmehr 13% mit „Ja“.

Gehen Sie mit mir auf eine Zeitreise:
Wir gehen zurück als man Sie, liebe Leserin, lieber Leser, begann zu fragen, was Sie einmal werden wollten.
Sie erinnern sich?
Was haben Sie damals genannt?
Wie ging es weiter?
– Lehre? Studium? – war es das, was Sie brennend interessiert hat?
Was waren die Hintergründe und die Motivation für Ihre Wahl?
Was wollten Sie damals in der Welt erreichen, was bewegen?

Diese Fragen stellt man sich zuwenig oft im Leben. Die meisten stellen sie sich
nie mehr, wenn ein Beruf einmal ergriffen wurde.
… doch immer mehr fragen es sich Jahrzehnte später erneut – wenn die Energie
ausgeht, wenn sie erschöpft sind, keinen Sinn mehr in Ihrer „Tretmühle“ sehen.
„Was tu ich da eigentlich?“
„Ich kann so nicht mehr weiter….“
„Nur noch 13 Jahre bis zur Pension….“
„Wozu das ganze…?“
Etc.

Jeder hat mal diese Phasen. Solange es danach wieder bergauf geht, Energie generiert werden kann, wird es durchgehalten. Wenn nicht – wenn nur noch Energie verbraucht wird, keine neue nachkommen kann, dann sprechen wir von unserer heutigen Volkskrankheit in der westlichen Welt – dem Burn Out. Meistens ist es nur eine leichte Stufe und man kann es zeitgerecht abfangen. Anders bei den schweren Fällen, die kaum mehr in den Arbeitsprozess eingegliedert werden können.

Wie konnte es soweit kommen?
Dazu müssen wir uns fragen: Woher ziehen wir Energie?
Viele meinen, es muss die richtige Arbeit sein, damit sie uns Energie bringt.
„Jein“.
Zum einen sollte man eine Arbeit wählen, die den eigenen Talenten und Interessen voll entspricht, wo man sich verwirklichen und ausdrücken kann. Wenn dort jedoch nur Druck herrscht, kaum Anerkennung, ein mieses Arbeitsklima bis hin zu Mobbing…. werden Sie sich trotzdem wegwünschen. Zum anderen meinen Menschen, die schwere Schicksalsschläge erlitten haben und eine unendliche Dankbarkeit spüren, dass sie noch leben – dass nicht das WAS wichtig sei, sondern das WIE.
Das „Wie“ kommt allerdings nicht von Zielen allein. Das „Wie“ entsteht aus dem eigenen Weltbild, unserer Sicht auf die Welt – und das entsteht aus der Sicht der Welt auf uns – wie sie uns sieht – und wie WIR uns SELBST sehen. Weltbild und Selbstbild – offenbar haben diese beiden Bilder eine unauflösliche Verknüpfung. Begründet in dem sogenannten Selbstwert, der die Bewertung darstellt, die man selbst von sich hat.
Verdammt. Das klingt nun ja verdächtig nach der berühmten „Katze, die sich in den Schwanz beißt“! Genau. Ein ewiger Kreislauf zwischen uns und der Welt.

Die gute Nachricht: Es kann jederzeit besser werden, wenn wir selbst uns verbessern. Die schlechte Nachricht: Wenn wir nichts tun, tut sich nichts.
Man spricht von einem Gleichgewicht zwischen vier psychischen Säulen, wie Freiheit und Selbstständigkeit, zwischenmenschlichen Beziehungen und bewusster Umgang mit Abhängigkeiten, Flexibilität in Veränderungen und Konstanz in Lebensgrundlagen.
Der Grundstein für einen sicheren Umgang mit der Umwelt liegt in unserem Selbstwert aus dem sich die Selbstsicherheit herausbildet – schon im Laufe unserer Kindheit.
Dazu braucht es ein Erleben, dass man selbst in die Welt eingreifen kann, etwas verändern kann – Eigenmacht erlebt (!), wertgeschätzt und anerkannt wird, sich mit Idealen identifizieren kann und mit Freiheit und Abhängigkeit umgehen lernt.
Diesen Selbstwert gibt sich – wie der Name schon sagt – jeder selbst. Und zwar
umso mehr, umso weniger man von der Meinung anderer abhängig ist. Als Erwachsener beziehen die meisten Menschen jedoch Ihren Selbstwert aus Ihrer Arbeit, aus Ihrem Beruf!

Es bestehen schon zahlreiche Studien über Arbeitslose, die aufzeigen, dass nach
einer ca. 6-monatigen bis einjährigen Arbeitslosigkeit ein Gefühl von Nutzlosigkeit auftritt, das sich bis in pathologische Zustände verschlimmern kann. (Jeremy Rifkins „Das Ende der Arbeit). Anstelle hier jedoch zweifelhafte Motivationsseminare als Zwang zu verordnen, sollte sinnvolle Arbeit gefunden werden, wie es z.B. Johannes Mathiessen mit Menschen in Detroit durchgeführt hat. In seinem Vortrag beim letzten Open-Space Congress „Zukunftskraft : Nachhaltigkeit“ zeigte er beeindruckende Bilder von völlig entmutigten Menschen, die er mit Hilfe von sinnvollen, lebenswichtigen und doch künstlerischen Aktivitäten zu neuem Sinn und Hoffnung verholfen hat.

Vom Ich zum Selbst
Horx führt in seinen Publikationen den Megatrend Individualismus aus, der jedoch nicht als Egoismus gesehen wird, sondern als eine reife Form eines authentischen Charakters, Entscheidungsfähigkeit und Autonomie sowie komplexe Selbststeuerung und Selbstreflexion. Es geht um Werte wie, Toleranz (statt Benehmen), Engagement (statt Leistung), Ehrlichkeit (statt Anstand), Freundschaft (statt Familie) und Spiritualität (statt Konfession).
Auch Erik Händeler führt in seiner „Geschichte der Zukunft“ aus, dass es zunächst nötig ist, sich seiner Individualethik bewusst zu werden um zur Universalethik streben zu können. Oben von Horx angeführte Werte entstehen nur durch ein Verstehen seiner selbst und dadurch auch des anderen. So kann Toleranz, Sozialkompetenz, Friede, Wohlstand und Gesundheit entstehen. (siehe Selfness-Akademie)

Was geschieht, wenn Menschen gemeinsam an einer sinnvollen Sache arbeiten und auch noch selbst einen Nutzen davon haben? Ja! Sie sind glücklich!
Ist es wichtig, was genau getan wird? Nein!
Ist es wichtig, zu verstehen, wozu man es tut, welchen Sinn es hat? Ja!

Was machen wir also falsch?

1) Wir haben ein Ziel, das wir um jeden Preis erreichen wollen.
Oft durchschreiten wir bewusst „miese Abteilungen und menschenunwürdige Unternehmen“ um die Karriereleiter möglichst rasch hinauf zu kommen, um „Geld“ zu verdienen. In diesem Prozess werden wir öfter vor die Wahl gestellt, was uns wichtiger ist: unsere Werte oder die Karriere.

2) Wir leben andere Ziele.
Sie kennen den Witz von der Großmutter, die mit Ihren beiden Enkelsöhnen spazieren geht und eine Bekannte trifft, die meint: „Das sind aber süße Buben, wie alt sind die denn?“ und die Großmutter antwortet:“ Der Arzt ist drei und der Jurist ist fünf!“ Wir mögen darüber lachen – aber die Prägungen der Ursprungsfamilie sind nicht zu unterschätzen. Ob man nun „keinesfalls“ das machen will, was die Eltern gemacht haben – oder ob man eben in ihre Fußstapfen tritt. Besonders bei Firmennachfolgen werden diese Themen akut.

3) Wir haben kein Ziel.
Wir leben in Orientierungslosigkeit. Niemand hat uns je gesagt oder gezeigt, wo unsere Stärken und Talente liegen. Man hat uns nur gezeigt, wo unsere Schwächen liegen. Daher trauen wir uns sowieso nichts zu und überlassen anderen, wo sie uns haben wollen.

4) Wir vergleichen uns ständig mit anderen, und wollen nicht sein, wer wir sind – bzw. sind nicht der, der wir sein wollen.

5) Wir geraten unter Druck und aus dem Gleichgewicht und nehmen uns nicht mehr die Zeit, unser Gleichgewicht zu finden, von wo aus wir überhaupt erst entscheiden und stimmig agieren könnten.

6) Wir versuchen, Unzufriedenheiten und Stress durch Ersatzbefriedigungen loszuwerden, deren Dosis wir ständig erhöhen, bis es nicht mehr geht und ein Zusammenbruch folgt.

Was können wir richtig machen?
Eine ganze Menge – davon handelt dieses Buch „Zukunftskraft : Arbeit„.

Zur Autorin:
Cornelia M. Scala-Hausmann, DDipl.
Gründerin, geschäftsführende Gesellschafterin
Jg. 1965, 1 Sohn, 1 Tochter,
Sitz derzeit in St.Veit an der Glan / Kärnten, Büro in Wien.
Synergie: Verbindung von Selbst & Markt, Führung & Kunst, Philosophie & Trendforschung.
Berufsmosaik: Studium Grafik-Design & Werbewissenschaften; bis 2000 geschäftsführende Gesellschafterin einer Werbeagentur in Wien 19 mit 16 Mio. Umsatz und 12 Mitarbeitern. Kunden: CA-BA, Procter & Gamble, SCA, Rosenthal, Cincinnati Milacron, Peithner KG etc. Ab 2000 vielfältige Ausbildungen in Coaching, Therapie und Gesundheit (4-jähriges Diplomstudium der Kunsttherapie; Stressmanagement, TCM-Diätetik, Systemisches Coaching, Mentaltrainings, Psychosomatik, Lebens- und Sozialberatung, Unternehmensberatung u.a.). Seit 7 Jahren als „Selfness & Business Coach“ tätig. Buchveröffentlichung „Die einfachen Wunder der Gesundheit – ein Selfness-Coaching“. EU-Zertifizierung als Erwachsenenbildnerin (Andragogin). Derzeitiger Schwerpunkt in der Lehrkonzeption für aktuelle Themen und Ableitung von vermittelbaren Zukunftskompetenzen.

Über den Autor: la scala

Jg. 1965, 1 Sohn, 1 Tochter, Liebenfels / Kärnten und Wien. Synergiensuche von Selbst & Markt, Führung & Kunst, Philosophie & Trendforschung, Spiritualität & Wirtschaft. Berufsmosaik: Studium Grafik-Design & Werbewissenschaften; bis 2000 geschäftsführende Gesellschafterin einer Werbeagentur in Wien 19 mit 16 Mio. Umsatz und 12 Mitarbeitern. Kunden: CA-BA, Procter & Gamble, SCA, Rosenthal, Cincinnati Extrusion, Peithner KG etc. Ab 2000 vielfältige Ausbildungen in Coaching, Therapie und Gesundheit (4-jähriges Diplomstudium der Kunsttherapie; Stressmanagement, TCM-Diätetik, Systemisches Coaching, Mentaltrainings, Psychosomatik, Lebens- und Sozialberatung, Unternehmensberatung u.a.). Seit 7 Jahren als „Selfness & Business Coach“ tätig. Buchveröffentlichung "Die einfachen Wunder der Gesundheit - ein Selfness-Coaching". EU-Zertifizierung als Erwachsenenbildnerin (Andragogin). Gründung des Instituts für Zukunftskompetenzen. Derzeitiger Schwerpunkt in der Lehrkonzeption für aktuelle Themen und Ableitung von vermittelbaren Zukunftskompetenzen. Mehrere Publikationen, darunter Der Zukunftskompass®. 2015 bis 2019 auf Segelweltreise. 2020 Engagement in Gesellschafts- und Krisenthemen.

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