Resilienz wird häufig im selben Atemzug mit Kohärenz genannt. Gemeint ist damit ein Gefühl der Zuversicht, egal, wie schlimm die Situation auch sein mag. Jede Krise wird als Lernfeld verstanden, aus dem neue Lebenserfahrung geschöpft wird. Es sind immer die Widrigkeiten des Lebens, die uns wachsen lassen, und Resilienzkompetenz erwerben wir uns, indem wir uns aktiv mit ihnen auseinandersetzen.

Wir haben zuvor das Thema der emotionalen Souveränität behandelt – und das spielt in die Resilienzkompetenz hinein. Es geht um ein autonomes Verhalten in Krisen.

Jedem ist klar, dass es um unsere eigenen persönlichen Fähigkeiten geht, um Krisen zu meistern und Zukunft gestalten zu können. Jetzt ist es wichtiger denn je, sich selbst in der gegenwärtigen Veränderung zu stärken und Werkzeuge in die Hand zu bekommen, um Resilienz zu entwickeln.

Resilienzkompetenz geht immer mit der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit einher – wie man geworden ist, was man ist. Wie man bisher mit Veränderungen und Krisen umgegangen ist, welche Muster man entwickelt hat und dass man einen wertschätzenden Blick für sich selbst, die eigenen Stärken, Talente, Freuden, Wünsche, aber auch für die eigenen Schwächen entwickelt hat. Dass man weiß, was dem eigenen Leben Sinn gibt und für welche Werte man einsteht. Der Gewinn daraus ist nicht mit Geld aufzuwiegen. Denn wir erlangen dadurch innere Stärke, mehr Unabhängigkeit von äußeren Faktoren und ein Ruhen in uns selbst. Nur wer Lebenskrisen durchgemacht hat, Verletzungen erfahren hat und sich davon befreien konnte, ist fähig, diese starke innere Widerstandskraft aufzubauen.

Das Wort „Resilienz“ kommt ursprünglich aus der Physik und bezeichnet die Eigenschaften eines Materials, das bei Druck nachgibt und bei Nachlassen des Drucks wieder seine ursprüngliche Form annimmt. Die Entwicklungspsychologie übernahm den Begriff und beschreibt damit die Fähigkeit von Menschen, die an traumatischen Lebenserfahrungen nicht zerbrochen, sondern daran gewachsen sind. Als Synonyme werden häufig auch die Begriffe Widerstandsfähigkeit oder Widerstandskraft verwendet.

Wenn Krisen kein Ende nehmen, wir uns immer wieder auf neue Situationen und Zukunftsszenarien einstellen müssen, wird Resilienz ein großes Thema.

  • Wie kann ich in einer Krise Resilienz entwickeln?
  • Wohin soll ich mich orientieren?
  • Wie wird unsere Gesellschaft in einem Jahr oder in 5 Jahren aussehen? 

Diesen und weiteren Fragen gehe ich in verschiedenen Angeboten auf den Grund und in dem inkludierten Mini-Roman auf abenteuerlich-spannender Art und Weise erarbeiten wir die Antworten im

>> Crashkurs für Zukunftskompetenz,

>> oder im Buch Der Zukunftskompass®

Gemeinsam ist es einfach leichter, biegsam zu bleiben 😉

Mit resilienten Grüßen,

Ihre

Cornelia Scala-Hausmann

>> 2014 zum Nachlesen: Die Macht des Optimismus

Das Wechselspiel der Informationen hat in den letzten Monaten viele an ihre Grenzen gebracht. Wie immer in solchen Situationen folgt daraus entweder ein Kompetenzwachstum oder auch ein -verlust. Je nach emotionaler Verfassung.

Welch Freude, wenn ich dann in Zukunftsforschungsberichten1 von einer neuen emotionalen Kompetenz seitens der Kunden lese!

Führt uns die Krise zu mehr Selbstbestimmung in Sachen Emotion? Können sich immer mehr Menschen von den medialen Wechselduschen unabhängig machen und stabil in ihren Emotionen sich selbst und der Welt gegenüber bleiben…?

…Können Sie es?

Souverän zu sein ist viel mehr als eine Methode. Souveränität ist das tiefe Wissen um Wert und Würde. (Harald Berenfänger)

Auf dem Weg zu emotionaler Souveränität werden zwei Parameter genannt: Empathie und Respekt. Sie geben uns hilfreiche Werkzeuge in die Hand (oder besser gesagt: in die Emotion – aber eigentlich durch die Erkenntnis in unser Bewusstsein), die uns tatsächlich souveräner werden lassen. Empathisch gegenüber den Situationen anderer und respektvoll trotz fremder Ansichten zu bleiben mag oft herausfordernd sein – ist aber ein guter Übungsweg zu einem selbstbestimmten und damit freien Leben. 

Souveräne Menschen sind immer emotional ausgeglichen. Sonst wären sie es nicht. Wir finden eine Person dann souverän, wenn sie einer Situation „gewachsen“ ist. Sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen lässt. Ihre Werte und Prinzipien nicht aus den Augen verliert. Und oft spricht man von den bewunderten „Felsen in der Brandung“. 

Souveränität wird  nicht von außen übertragen und verliehen, Souveränität muss man beanspruchen und sich nehmen. Nicht ohne Grund bezeichnet das Attribut ‚souverän‘, wenn man von Charakteren spricht, eine innere Haltung, die das Gesetz ihres Handelns selbstbestimmt aus dem Eigenen bezieht und sich nicht von anderen dominieren und ihren Willen aufzwingen lässt. An dieser Souveränität fehlt es nicht nur Politikern, sondern dem Gemeinwesen als Ganzem. (JF)

Emotionen können absichtlich bei anderen erzeugt werden, davon leben u.a. Werbeagenturen. (Ich selbst hatte ja damit einige Jahre gut und gern in Wien mein Geld verdient.) In diesem Bewusstsein erkennen wir, dass unsere Gefühle eben nicht immer die Felsen sind, auf die wir bauen können – sondern dass es vielmehr unser Erkennen der Ursache ist, welches uns die Wahrheit liefert. Dieser Umgang mit Emotionen, Empfindungen oder Gefühlen (da gibt es Unterschiede2) sollte erlernt worden sein, um sich nicht (fremd)steuern zu lassen. Wir kennen das von klein auf aus unseren Erfahrungen mit Eltern, Cliquen, Lehrern, Kollegen, Chefs und Partnern. Manipulation erfolgt nur allzu leicht durch ein Hervorrufen von Gefühlen, die uns unbewusst leiten. 

Wer nicht souverän sein kann, wird leicht diktatorisch. (Paul Mommertz)

Interessant fand ich bei meiner Trendrecherche auch, dass es zunehmend nicht mehr um Lösungen geht, sondern um Werte! Eine Lösung um jeden Preis wird mehr und mehr indiskutabel. Fokussierte Strategien weichen systemischen – denn helle Köpfe haben begriffen, dass so manche Strategie mehr Schaden als Nutzen bringt, auch wenn sie ein konkretes Problem zu lösen scheint.

51 Prozent befragter Österreicher(innen) glauben, dass es durch und nach der Krise extreme Veränderungen geben wird. (siehe Grafik) Und das vor allem in sozialen Kontakten, die vielen fehlen und so nachweislich vor allem bei Kindern zu psychischen Schäden führen.

Dass hier bei aller Distanz ganz besonders soziale Kompetenz gefragt ist, ist wohl unbestritten. Sollte hier eine „neue Normalität“ drohen, braucht es die nächste Innovation in Form eines Mind-Shifts! Hier müssen wir lernen, trotz aller Beeinflussungen und Manipulation, Fakes und Realitäten, Ängsten und Unbequemlichkeiten authentisch zu agieren. Authentisch in all unserer Rollenvielfalt. Denn jetzt geht es um soziale – und damit auch um wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische – Gesundheit, in der die individuelle immer eingebettet ist.

Dürfte ich für mich philosophieren, könnte ich bemerken, dass es ein Zeichen großer Souveränität ist, zu verhandeln, statt unmittelbar zu handeln, solange noch nicht der ganze Verhandlungsspielraum ausgeschöpft ist. (Herbert Winter)

Wir haben diese Krise global gemacht. Und damit haben wir die Chance, global etwas zu verändern, was jeder Einzelne emotional souverän steuern kann, anstatt sich steuern zu lassen. Es entstehen neue soziale Netzwerke – abseits von politischen Einrichtungen – die in eine neue Zeit aufbrechen. Wir wachsen schließlich an Herausforderungen, indem sie unser Streben nach Freiheit stärken. Und ich kann es nicht besser formulieren als Ernst Jünger, deutscher Publizist:

 „Souveränität… wird man heute weniger in den großen Entschlüssen finden als im Menschen, der in seinem Inneren der Furcht abschwört. Die ungeheuren Vorkehrungen sind gegen ihn allein gerichtet, und dennoch sind sie im letzten für seinen Triumph bestimmt. Diese Erkenntnis macht ihn frei. Dann sinken Diktaturen in den Staub. Hier liegen die kaum angeschürften Reserven unserer Zeit, und nicht nur der unseren. Diese Freiheit ist das Thema der Geschichte überhaupt und grenzt sie ab: hier gegen die Dämonenreiche, dort gegen das bloß zoologische Geschehen. Das ist im Mythos und in den Religionen vorgebildet und kehrt stets wieder, und immer erscheinen die Riesen und Titanen in gleicher Übermacht. Der Freie fällt sie; er braucht nicht immer ein Fürst und Herakles zu sein. Der Stein aus einer Hirtenschleuder, die Fahne, die eine Jungfrau aufnahm, und eine Armbrust haben schon genügt.“ 

Vielleicht ist nun die Zeit angebrochen, in der sich die scheinbare Souveränität eines Staates zu einer echten Souveränität des Volkes hin verlagert?!

Wir erleben, was zentralistische Gewalt bewirken und auch zerstören kann. Auch eine Souzeränität ist offenbar nicht der Weisheit letzter Schluss. Vielmehr entsteht ein neues Verständnis der Gleichberechtigung aus dem heraus, was einen Staat bildet: der Bevölkerung. 

Vielleicht kommt die Zeit, in der wir Menschen soweit erwach(s)en, dass wir die Verantwortung für uns partizipativ übernehmen und gestalten können. Fachkompetenz durch alle Ebenen der Gesellschaft – für und wider abwägend, ohne politischen Zwang. Ein interessanter Impuls dazu ist die Soziale Dreigliederung von Dr. Steiner, in der die individuelle Freiheit in Bildung & Kultur mit der Gleichheit im Rechtsleben und einer Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben durch kompetente Fachkräfte direkt aus dem Volk gestaltet wird. Lobbyismus würde hier einem Gemeinwohl weichen, das der Gesellschaft bestmöglich gibt, was zur Entwicklung gebraucht wird. 

Es gibt keine einzelne politische Idee, die im Laufe der letzten Jahrhunderte eine ähnliche Wirksamkeit ausgeübt hätte, wie die Volkssouveränität. Zuweilen zurückgedrängt […], aber dann wieder hervorbrechend, offen bekannt, niemals realisiert, und immer eingreifend, ist sie das ewig bewegliche Ferment der modernen Welt. (Leopold von Ranke)

Ich blicke also guter Dinge auf die Krisen, die da noch kommen werden, in der Hoffnung, dass bei immer mehr Menschen die Souveränität erwacht.

Mit souveränen Grüßen

Cornelia Scala-Hausmann

Fußnoten:

  1. https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/marketing/emotionen-marke-der-stoff-aus-dem-das-marketing-von-morgen-gemacht-ist/

2. – mehr dazu in meinem Buch Der Zukunftskompass®

Sommer!
Eine kleine Atempause von vergangenen und zukünftigen Nöten.
Jede Sorge wird kleiner, wenn mir die Sonne ins Gesicht lacht. 
Daher möchte ich heute nicht über mahnende Zukunftsszenarien, politische Analysen oder wirtschaftliche Prognosen schreiben. Ich denke, die haben Sie ohnehin in Form diverser neu erschienener Bücher auf Ihrem Schreib- oder Nachttisch liegen.
Vielmehr lade ich Sie zu mir auf meine Hängematte ein, zu entspannen… die Gedanken schweifen zu lassen, Ruhe zu finden und Natur zu entdecken.


 
„Die Natur ist aller Meister Meister, sie zeigt uns erst den Geist der Geister.“
(Johann Wolfgang von Goethe)
 
Ich habe das Glück, im Grünen zu wohnen. Die Kärntner Berge vor mir, der Wald hinter mir, ein Bach neben mir. Hier scheint die Welt noch in Ordnung und gibt mir Raum für mein Menschsein. 
Schon in meiner Kindheit war es die Natur, die mir Geborgenheit gab. In ihr fühlte ich mich gut aufgehoben. Daher hatte ich auch keine Angst auf Hoher See oder in fremden Ländern. Sie ist wie sie ist. Und ich konnte mich mit ihr verbünden und sie immer wieder neu erkennen. 
 
Daraus entstand ein interdependentes Weltbild in mir… Ein lebendiges Denken… Eine gesunde Sinnlichkeit. Und daraus eine natürliche Verantwortung gegenüber Natura und ihren Bewohnern. Tatsächlich ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. Jeder Teil bestimmt das Ganze mit. Wir können unsere Abhängigkeiten gestalten. Und sogar unsere Freiheit darin finden. 
 
Verzicht als neuer Wert
Bescheidenheit als neuer Status
Bildung als neuer Luxus. 
 
Ein reflektierter Mensch ist mit sich im Einklang, heißt es. Und ist er es mit sich, ist er es auch mit allem anderen. Dafür hatten wir die letzten Monate gute Übungsräume…
 
„Niemand kann lange eine Maske tragen; Verstellung kehrt schnell zur eigenen Natur zurück.“ (Seneca)
 
In unserer Gesellschaft ist alles zur Ware geworden. Arbeit, Geld, Land, Gesundheit und sogar der Mensch selbst. Ich schaffte es, soweit auszusteigen, um aus Ware wieder Leben zu machen. Diese Transformation war zu Beginn schmerzhaft, aber schön. Und sie findet immer wieder neu auf einer anderen Ebene statt. Das ist das, was ich Lebenskunst nenne.
 
Der Mensch verstehe die Kunst, vom Leben zu nehmen ohne ihm zu schaden. (frei nach Christian Morgenstern)
 
Ich treffe auf immer mehr Menschen, die ähnlich denken. Lebendig. Und wir setzen Zukunftskeime… in die Natur des Menschen und der Erde. Lassen neue Samen wachsen und eine neue Zukunft parallel zur alten entstehen… 
 
Wenn Sie beim Gießen helfen wollen, lassen Sie von sich hören! 😉
 
Mit sommerlichen Grüßen

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

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