Zum Schmunzeln

9 Monate ist das Jahr alt. 9 Monate braucht ein Mensch, um geboren zu werden. Das brachte mich auf „Mensch und Unmensch“ – zu einem Autor, den ich sehr schätze, denn er hatte die Gabe, Menschen in ihren Schwächen schonungslos aber mit unglaublich liebvollem Humor sichtbar zu machen. Und so manches ist auch nach 50 Jahren nach wie vor gültig. Seine Verse sind sehr tiefsinnig, aber dennoch macht es Freude, sie zu lesen… und sich selbst darin zu erkennen: Eugen Roth.

Zivilcourage 

Ein Mensch erfährt, dass unsre Zeit

voll sei von Rücksichtslosigkeit.

Doch sieht aus Feigheit, aus bequemer,

er ringsum lauter Rücksichtsnehmer.

Die Freiheit geht wohl doch im Grunde

Aus solcher Rücksicht vor die Hunde.

*

Ein Mensch, der Willkür knapp entronnen,

freut sich der Freiheit, frisch gewonnen.

Doch schon wird’s ihm zum Ärgernis:

Die Welt braucht ihre Freiheit miss.

Der Mensch mit nüchternem Verstand,

ruft deshalb nach der festen Hand.

Da ist sie schon! – Der Mensch schreit: „Halt!“

Zu spät – sie ist zur Faust geballt.

Das ganze Spiel von vorn beginnt –

Ob noch einmal der Mensch entrinnt?

*

Ein Mensch braucht alle Seelenkraft,

dass er sein Mensch-Sein selber schafft.

Ein Unmensch kennt den Trick, den kleinen:

Auf andrer Kosten Mensch zu scheinen.

Der Mensch ist an einem Stadium der Entwicklung angelangt, in dem er fähig wäre, die Hindernisse am Weg zu seiner Vielfaltskompetenz in allen Bereichen des Lebens, zu erkennen. Im Blick nach innen könnten wir erkennen, was uns hemmt. Es mögen kleine und größere Hemmnisse sein. Und das größte Hindernis ist… raten Sie mal… genau! 

Es ist die Angst.

Angst vor allem Möglichen.
Imageverlust bis Existenzangst – hier ist alles gut vertreten. 

Und was tut der Mensch dann? 

Er legt sich die bekannten Scheuklappen an. 

Wie ein Fiakerpferd vor dem Kutschbock gespannt, schaut er nur noch in diese eine Richtung, die ihm die Angst per Zügel angelegt hat. Nur nicht nach links oder rechts blicken, denn da droht ein Peitschenhieb… und das ist ja nun mal nicht so angenehm. 

Viele kennen solche Situationen aus ihrem Familien- und Berufsleben. Aber 2020 hat uns hier eine neue Dimension im Gesellschaftsleben zur Aufgabe gestellt. 

Ob wir sie meistern? 

Manche ja, manche nein – wie immer auf dieser Welt. 

Was es dazu braucht?

Eine Eigenschaft, die ver-mut-lich so alt ist, wie der Mensch selbst: Mut. 

Wenn uns eine Zu-mut-ung zu viel wird, werden wir mut-ig und tun alles, um aus dieser Unzu-mut-barkeit zu entkommen. Dann braucht es wieder neue, kreative Wege, die einen Ausweg möglich machen. Und die – das wusste schon Einstein – können niemals alte Lösungen sein. 

Das macht es dann auch so schwierig. Denn der Mensch will Sicherheit. Das gibt es aber in neuen Krisen nicht… außer in uns selbst.

Mut ist individuell und persönlich. Im Kern bedeutet Mut die Überwindung einer bislang für sich selbst gesetzten Grenze, und sei sie noch so klein.
(zukunftsInstitut/Gatterer)

Stehen wir also auf dem im vorherigen Artikel genannten Berggipfel und blicken ins Tal, dann können wir erleben, welcher Ausblick uns am besten gefällt und wohin wir gar nicht schauen wollen.

Was macht uns Hoffnung, und was Angst?

Was bringt uns Freude, und was Leid?

Was gibt uns Freiheit, und was schränkt uns ein?

Die Keime unsere Zukunft liegen im jeweiligen Pol. Unsere Emotionen verstärken und verinnerlichen sie. Sie werden real.

Unser Denken erschafft in jeder Sekunde unsere Wirklichkeit. Die Art, WIE wir denken, ist unsere Eigenmacht. Schon ab dem Zeitpunkt einer Erkenntnis, gestalten wir Realität. Und nicht nur unsere eigene! Nein, wir wirken auf alles andere ein. 

In Zukunft bekommt Armut eine neue Wertung. Jene, die arm in ihrer vielfältigen Vorstellungskraft und damit in ihrem kreativen Umgang mit Problemen sind, müssen sich an Andere orientieren, weil sie selbst keine anderen Möglichkeiten sehen können.

Vielfaltskompetenz wird mit jedem Tag wichtiger, an dem wir uns auf eine einzige Sichtweise beschränken. Denn erst, wenn es absolut keinen Spielraum mehr geben wird, werden wir danach rufen.

Ein Mensch Vergangenheit bewältigt –
Die Zukunft sich verhundertfältigt!
(Eugen Roth)

Vielfalt ist der natürliche Zustand unserer Welt. Durch sie erweitern wir unseren Erfahrungsschatz. Und man kann sie auf verschiedene Art und Weise wahrnehmen: als distanzierter Beobachter oder als jemand, der sich direkt ins Geschehen wirft. Beides hat etwas für sich. Auch der Beobachter wird etwas lernen, wenn er wertfrei und ohne Scheuklappen beobachtet. Er hat den Überblick und lernt, indem er das Beobachtete analysiert. Der andere lernt am eigenen Leib und durch direkten Kontakt. Im Idealfall sollten sich beide miteinander austauschen oder von Zeit zu Zeit die Rollen tauschen. Denn jedem von ihnen wird einiges verborgen bleiben.
Keiner der beiden hat das ganze Bild.

Angewandte Vielfaltskompetenz –
(Auszug aus dem Buch Der Zukunftskompass®)

Körper (Soma)

Unser Körper ist das beste Beispiel für die Vielfalt der Natur. Jeder Mensch ist anders und einzigartig. Es gibt keine „Norm“. Und so vielfältig, wie ein Mensch aussehen kann, so vielfältig sind auch Krankheitsbilder und deren Heilung. Daher suche ich immer meinen persönlichen Weg.

Seele (Psyche)

Emotionale Reaktionen sind ebenso unterschiedlich wie unser Erscheinungsbild. Dieselbe Sache kann beim einen Freude und beim anderen Leid auslösen. Es geht um einen achtsamen Umgang mit Andersartigkeit. Sei es in Partnerschaft, in Elternschaft wie auch in Wirtschaft und Gesellschaft.

Geist (Nous)

Wir können Vielfalt denken. Wir sollten es jedoch auf positive Weise tun und dabei andere Impulse zulassen und gegen die eigenen abwägen. Weder die Verherrlichung noch die Ablehnung des Andersartigen ist richtig. Wir müssen unseren eigenen Weg in der Vielfalt finden und dennoch tolerant bleiben.

>>

(Mehr dazu im Buch „Der Zukunftskompass®)

Wenn wir auf Berge gehen, ist es unser Ziel, möglichst hoch hinauf zu kommen um einen grandiosen Ausblick zu genießen. Dabei ist es immer wieder ein unglaublich schönes Erlebnis. Sie kennen das Gefühl, wenn man nach Strapazen endlich oben angekommen ist – unweigerlich entlockt es uns das typische Geräusch der Bewunderung, wenn wir weit über einem Tal stehen. Nur wer es selbst erlebt, kann es nachempfinden. 
 
Als ich noch meine Werbeagentur in Wien hatte und Stress ein Dauerzustand war, fuhr ich oft auf den nahen Leopoldsberg hinauf und blickte auf Wien herab… hörte das Geräusch der Großstadt und fand in diesem Ausblick häufig die Lösung eines scheinbar unlösbaren Problems.
 
… wir sind zumeist in einem Korridor irrelevanter Information gefangen. Wir werden aus jeglicher aktiver Wahrnehmung der Welt (und der Zukunft) gedrängt, unsere inneren Bilder werden zunehmend zu Abbildern von Screens – der Blick auf die bekannte Zukunft (anwesend wie auch abwesend) wird verstellt. Das Unbehagen steigt, und die ureigene Fähigkeit des Menschen, sich die Zukunft vorstellen zu können, gerät ins Wanken. Dann kommen wir so weit, dass wir die Zukunft als programmiert und gegeben annehmen. Die irrelevanten Bilder der Screens werden schrittweise und unbewusst zu unserer Repräsentanz der Zukunft. Dann ist die Zukunft schon gemacht. (zukunftsInstitut, Harry Gatterer)
 
Distanz gibt Relation. In der Reflexionskompetenz im März haben wir das bereits feststellen dürfen. Auf der Suche nach Entscheidungen hilft sie uns, Fremdeinflüsse kurzfristig abzustellen. Und bei der Schau in die Vergangenheit eines Problems – blicken wir immer auch in die Zukunft einer Lösung. Häufig hat sich in unserer Problemsituation der Horizont auf Scheuklappengröße verengt. Ein Weitblick hilft uns, die Scheuklappen abzulegen und das Leben wieder willkommen heißen zu können. 
 
 
Und? – Wie sieht Ihr Ausblick aus?
 
Wie sieht Ihre Zukunft aus?
 
Und bei dieser Frage kommen oft: „Wenn… dann…“
Dieses „Wenn-dann“ ist genau das, was uns eines ganz genau zeigt: 
Zukunft ist nicht vorgegeben!
 
„Klar!“, werden Sie sagen. „Aber sie liegt ja nicht an mir allein!“ 
Nun – wenn ich Ihnen von einem unbeschreiblich schönen Ausblick erzähle – ist es etwas ganz anderes, als wenn Sie diesen Ausblick selbst mit eigenen Augen sehen können! Erleben ist nunmal aktiv und hat nicht umsonst das Wort „Leben“ in sich. 
 
Und wenn wir gemeinsam in dasselbe Tal blicken, so wird doch jeder etwas Anderes darin sehen. 
 
Wenn ich Sie nun frage: „Wieviele Zukünfte gibt es?“
Was würden Sie antworten?
 


Ich würde sagen:
Soviele, wie es Ausblicke gibt! 
 
Je mehr wir die anwesenden Dimensionen der Zukunft für uns selbst erkunden, desto differenzierter und klüger können wir mit der abwesenden Zukunft agieren. (Harry Gatterer)
 
Ich kann Ihnen also einen Tipp geben:
Gehen oder fahren Sie allein auf einen Berg mit möglichst weiter Aussicht, blicken Sie ins Tal und in die Weite. Stellen Sie sich Ihre Zukunft vor, wie Sie sie möchten. Fällen Sie Ihre Entscheidung für den nächsten Schritt dorthin und nehmen Sie das mit ins Tal.
 
 
Ich winke Ihnen vom nächsten Berggipfel zu,

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann
 
 
PS: Sollten Sie einen Rundumblick haben oder noch immer zögern, dann lesen Sie bei der Vielfaltskompetenz weiter!

Resilienz wird häufig im selben Atemzug mit Kohärenz genannt. Gemeint ist damit ein Gefühl der Zuversicht, egal, wie schlimm die Situation auch sein mag. Jede Krise wird als Lernfeld verstanden, aus dem neue Lebenserfahrung geschöpft wird. Es sind immer die Widrigkeiten des Lebens, die uns wachsen lassen, und Resilienzkompetenz erwerben wir uns, indem wir uns aktiv mit ihnen auseinandersetzen.

Wir haben zuvor das Thema der emotionalen Souveränität behandelt – und das spielt in die Resilienzkompetenz hinein. Es geht um ein autonomes Verhalten in Krisen.

Jedem ist klar, dass es um unsere eigenen persönlichen Fähigkeiten geht, um Krisen zu meistern und Zukunft gestalten zu können. Jetzt ist es wichtiger denn je, sich selbst in der gegenwärtigen Veränderung zu stärken und Werkzeuge in die Hand zu bekommen, um Resilienz zu entwickeln.

Resilienzkompetenz geht immer mit der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit einher – wie man geworden ist, was man ist. Wie man bisher mit Veränderungen und Krisen umgegangen ist, welche Muster man entwickelt hat und dass man einen wertschätzenden Blick für sich selbst, die eigenen Stärken, Talente, Freuden, Wünsche, aber auch für die eigenen Schwächen entwickelt hat. Dass man weiß, was dem eigenen Leben Sinn gibt und für welche Werte man einsteht. Der Gewinn daraus ist nicht mit Geld aufzuwiegen. Denn wir erlangen dadurch innere Stärke, mehr Unabhängigkeit von äußeren Faktoren und ein Ruhen in uns selbst. Nur wer Lebenskrisen durchgemacht hat, Verletzungen erfahren hat und sich davon befreien konnte, ist fähig, diese starke innere Widerstandskraft aufzubauen.

Das Wort „Resilienz“ kommt ursprünglich aus der Physik und bezeichnet die Eigenschaften eines Materials, das bei Druck nachgibt und bei Nachlassen des Drucks wieder seine ursprüngliche Form annimmt. Die Entwicklungspsychologie übernahm den Begriff und beschreibt damit die Fähigkeit von Menschen, die an traumatischen Lebenserfahrungen nicht zerbrochen, sondern daran gewachsen sind. Als Synonyme werden häufig auch die Begriffe Widerstandsfähigkeit oder Widerstandskraft verwendet.

Wenn Krisen kein Ende nehmen, wir uns immer wieder auf neue Situationen und Zukunftsszenarien einstellen müssen, wird Resilienz ein großes Thema.

  • Wie kann ich in einer Krise Resilienz entwickeln?
  • Wohin soll ich mich orientieren?
  • Wie wird unsere Gesellschaft in einem Jahr oder in 5 Jahren aussehen? 

Diesen und weiteren Fragen gehe ich in verschiedenen Angeboten auf den Grund und in dem inkludierten Mini-Roman auf abenteuerlich-spannender Art und Weise erarbeiten wir die Antworten im

>> Crashkurs für Zukunftskompetenz,

>> oder im Buch Der Zukunftskompass®

Gemeinsam ist es einfach leichter, biegsam zu bleiben 😉

Mit resilienten Grüßen,

Ihre

Cornelia Scala-Hausmann

>> 2014 zum Nachlesen: Die Macht des Optimismus

Das Wechselspiel der Informationen hat in den letzten Monaten viele an ihre Grenzen gebracht. Wie immer in solchen Situationen folgt daraus entweder ein Kompetenzwachstum oder auch ein -verlust. Je nach emotionaler Verfassung.

Welch Freude, wenn ich dann in Zukunftsforschungsberichten1 von einer neuen emotionalen Kompetenz seitens der Kunden lese!

Führt uns die Krise zu mehr Selbstbestimmung in Sachen Emotion? Können sich immer mehr Menschen von den medialen Wechselduschen unabhängig machen und stabil in ihren Emotionen sich selbst und der Welt gegenüber bleiben…?

…Können Sie es?

Souverän zu sein ist viel mehr als eine Methode. Souveränität ist das tiefe Wissen um Wert und Würde. (Harald Berenfänger)

Auf dem Weg zu emotionaler Souveränität werden zwei Parameter genannt: Empathie und Respekt. Sie geben uns hilfreiche Werkzeuge in die Hand (oder besser gesagt: in die Emotion – aber eigentlich durch die Erkenntnis in unser Bewusstsein), die uns tatsächlich souveräner werden lassen. Empathisch gegenüber den Situationen anderer und respektvoll trotz fremder Ansichten zu bleiben mag oft herausfordernd sein – ist aber ein guter Übungsweg zu einem selbstbestimmten und damit freien Leben. 

Souveräne Menschen sind immer emotional ausgeglichen. Sonst wären sie es nicht. Wir finden eine Person dann souverän, wenn sie einer Situation „gewachsen“ ist. Sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen lässt. Ihre Werte und Prinzipien nicht aus den Augen verliert. Und oft spricht man von den bewunderten „Felsen in der Brandung“. 

Souveränität wird  nicht von außen übertragen und verliehen, Souveränität muss man beanspruchen und sich nehmen. Nicht ohne Grund bezeichnet das Attribut ‚souverän‘, wenn man von Charakteren spricht, eine innere Haltung, die das Gesetz ihres Handelns selbstbestimmt aus dem Eigenen bezieht und sich nicht von anderen dominieren und ihren Willen aufzwingen lässt. An dieser Souveränität fehlt es nicht nur Politikern, sondern dem Gemeinwesen als Ganzem. (JF)

Emotionen können absichtlich bei anderen erzeugt werden, davon leben u.a. Werbeagenturen. (Ich selbst hatte ja damit einige Jahre gut und gern in Wien mein Geld verdient.) In diesem Bewusstsein erkennen wir, dass unsere Gefühle eben nicht immer die Felsen sind, auf die wir bauen können – sondern dass es vielmehr unser Erkennen der Ursache ist, welches uns die Wahrheit liefert. Dieser Umgang mit Emotionen, Empfindungen oder Gefühlen (da gibt es Unterschiede2) sollte erlernt worden sein, um sich nicht (fremd)steuern zu lassen. Wir kennen das von klein auf aus unseren Erfahrungen mit Eltern, Cliquen, Lehrern, Kollegen, Chefs und Partnern. Manipulation erfolgt nur allzu leicht durch ein Hervorrufen von Gefühlen, die uns unbewusst leiten. 

Wer nicht souverän sein kann, wird leicht diktatorisch. (Paul Mommertz)

Interessant fand ich bei meiner Trendrecherche auch, dass es zunehmend nicht mehr um Lösungen geht, sondern um Werte! Eine Lösung um jeden Preis wird mehr und mehr indiskutabel. Fokussierte Strategien weichen systemischen – denn helle Köpfe haben begriffen, dass so manche Strategie mehr Schaden als Nutzen bringt, auch wenn sie ein konkretes Problem zu lösen scheint.

51 Prozent befragter Österreicher(innen) glauben, dass es durch und nach der Krise extreme Veränderungen geben wird. (siehe Grafik) Und das vor allem in sozialen Kontakten, die vielen fehlen und so nachweislich vor allem bei Kindern zu psychischen Schäden führen.

Dass hier bei aller Distanz ganz besonders soziale Kompetenz gefragt ist, ist wohl unbestritten. Sollte hier eine „neue Normalität“ drohen, braucht es die nächste Innovation in Form eines Mind-Shifts! Hier müssen wir lernen, trotz aller Beeinflussungen und Manipulation, Fakes und Realitäten, Ängsten und Unbequemlichkeiten authentisch zu agieren. Authentisch in all unserer Rollenvielfalt. Denn jetzt geht es um soziale – und damit auch um wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische – Gesundheit, in der die individuelle immer eingebettet ist.

Dürfte ich für mich philosophieren, könnte ich bemerken, dass es ein Zeichen großer Souveränität ist, zu verhandeln, statt unmittelbar zu handeln, solange noch nicht der ganze Verhandlungsspielraum ausgeschöpft ist. (Herbert Winter)

Wir haben diese Krise global gemacht. Und damit haben wir die Chance, global etwas zu verändern, was jeder Einzelne emotional souverän steuern kann, anstatt sich steuern zu lassen. Es entstehen neue soziale Netzwerke – abseits von politischen Einrichtungen – die in eine neue Zeit aufbrechen. Wir wachsen schließlich an Herausforderungen, indem sie unser Streben nach Freiheit stärken. Und ich kann es nicht besser formulieren als Ernst Jünger, deutscher Publizist:

 „Souveränität… wird man heute weniger in den großen Entschlüssen finden als im Menschen, der in seinem Inneren der Furcht abschwört. Die ungeheuren Vorkehrungen sind gegen ihn allein gerichtet, und dennoch sind sie im letzten für seinen Triumph bestimmt. Diese Erkenntnis macht ihn frei. Dann sinken Diktaturen in den Staub. Hier liegen die kaum angeschürften Reserven unserer Zeit, und nicht nur der unseren. Diese Freiheit ist das Thema der Geschichte überhaupt und grenzt sie ab: hier gegen die Dämonenreiche, dort gegen das bloß zoologische Geschehen. Das ist im Mythos und in den Religionen vorgebildet und kehrt stets wieder, und immer erscheinen die Riesen und Titanen in gleicher Übermacht. Der Freie fällt sie; er braucht nicht immer ein Fürst und Herakles zu sein. Der Stein aus einer Hirtenschleuder, die Fahne, die eine Jungfrau aufnahm, und eine Armbrust haben schon genügt.“ 

Vielleicht ist nun die Zeit angebrochen, in der sich die scheinbare Souveränität eines Staates zu einer echten Souveränität des Volkes hin verlagert?!

Wir erleben, was zentralistische Gewalt bewirken und auch zerstören kann. Auch eine Souzeränität ist offenbar nicht der Weisheit letzter Schluss. Vielmehr entsteht ein neues Verständnis der Gleichberechtigung aus dem heraus, was einen Staat bildet: der Bevölkerung. 

Vielleicht kommt die Zeit, in der wir Menschen soweit erwach(s)en, dass wir die Verantwortung für uns partizipativ übernehmen und gestalten können. Fachkompetenz durch alle Ebenen der Gesellschaft – für und wider abwägend, ohne politischen Zwang. Ein interessanter Impuls dazu ist die Soziale Dreigliederung von Dr. Steiner, in der die individuelle Freiheit in Bildung & Kultur mit der Gleichheit im Rechtsleben und einer Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben durch kompetente Fachkräfte direkt aus dem Volk gestaltet wird. Lobbyismus würde hier einem Gemeinwohl weichen, das der Gesellschaft bestmöglich gibt, was zur Entwicklung gebraucht wird. 

Es gibt keine einzelne politische Idee, die im Laufe der letzten Jahrhunderte eine ähnliche Wirksamkeit ausgeübt hätte, wie die Volkssouveränität. Zuweilen zurückgedrängt […], aber dann wieder hervorbrechend, offen bekannt, niemals realisiert, und immer eingreifend, ist sie das ewig bewegliche Ferment der modernen Welt. (Leopold von Ranke)

Ich blicke also guter Dinge auf die Krisen, die da noch kommen werden, in der Hoffnung, dass bei immer mehr Menschen die Souveränität erwacht.

Mit souveränen Grüßen

Cornelia Scala-Hausmann

Fußnoten:

  1. https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/marketing/emotionen-marke-der-stoff-aus-dem-das-marketing-von-morgen-gemacht-ist/

2. – mehr dazu in meinem Buch Der Zukunftskompass®

Sommer!
Eine kleine Atempause von vergangenen und zukünftigen Nöten.
Jede Sorge wird kleiner, wenn mir die Sonne ins Gesicht lacht. 
Daher möchte ich heute nicht über mahnende Zukunftsszenarien, politische Analysen oder wirtschaftliche Prognosen schreiben. Ich denke, die haben Sie ohnehin in Form diverser neu erschienener Bücher auf Ihrem Schreib- oder Nachttisch liegen.
Vielmehr lade ich Sie zu mir auf meine Hängematte ein, zu entspannen… die Gedanken schweifen zu lassen, Ruhe zu finden und Natur zu entdecken.


 
„Die Natur ist aller Meister Meister, sie zeigt uns erst den Geist der Geister.“
(Johann Wolfgang von Goethe)
 
Ich habe das Glück, im Grünen zu wohnen. Die Kärntner Berge vor mir, der Wald hinter mir, ein Bach neben mir. Hier scheint die Welt noch in Ordnung und gibt mir Raum für mein Menschsein. 
Schon in meiner Kindheit war es die Natur, die mir Geborgenheit gab. In ihr fühlte ich mich gut aufgehoben. Daher hatte ich auch keine Angst auf Hoher See oder in fremden Ländern. Sie ist wie sie ist. Und ich konnte mich mit ihr verbünden und sie immer wieder neu erkennen. 
 
Daraus entstand ein interdependentes Weltbild in mir… Ein lebendiges Denken… Eine gesunde Sinnlichkeit. Und daraus eine natürliche Verantwortung gegenüber Natura und ihren Bewohnern. Tatsächlich ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. Jeder Teil bestimmt das Ganze mit. Wir können unsere Abhängigkeiten gestalten. Und sogar unsere Freiheit darin finden. 
 
Verzicht als neuer Wert
Bescheidenheit als neuer Status
Bildung als neuer Luxus. 
 
Ein reflektierter Mensch ist mit sich im Einklang, heißt es. Und ist er es mit sich, ist er es auch mit allem anderen. Dafür hatten wir die letzten Monate gute Übungsräume…
 
„Niemand kann lange eine Maske tragen; Verstellung kehrt schnell zur eigenen Natur zurück.“ (Seneca)
 
In unserer Gesellschaft ist alles zur Ware geworden. Arbeit, Geld, Land, Gesundheit und sogar der Mensch selbst. Ich schaffte es, soweit auszusteigen, um aus Ware wieder Leben zu machen. Diese Transformation war zu Beginn schmerzhaft, aber schön. Und sie findet immer wieder neu auf einer anderen Ebene statt. Das ist das, was ich Lebenskunst nenne.
 
Der Mensch verstehe die Kunst, vom Leben zu nehmen ohne ihm zu schaden. (frei nach Christian Morgenstern)
 
Ich treffe auf immer mehr Menschen, die ähnlich denken. Lebendig. Und wir setzen Zukunftskeime… in die Natur des Menschen und der Erde. Lassen neue Samen wachsen und eine neue Zukunft parallel zur alten entstehen… 
 
Wenn Sie beim Gießen helfen wollen, lassen Sie von sich hören! 😉
 
Mit sommerlichen Grüßen

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

In welchen Zusammenhängen haben Sie diesen Satz bisher in Ihrem Leben gehört? 

Sicherlich häufig.

Ich hatte hauptsächlich in unternehmerischen Projekten damit zu tun, wenn es in der Unternehmensberatung um Innovation ging, aber keiner etwas riskieren wollte. In der alten Kultur verlor man sein Gesicht, wenn man Fehler machte. In der jetzt notwendig neu entstehenden Fehlerkultur sollte dieses Denken jedoch mehr und mehr verschwinden. 

In unserer kulturellen Evolution war die Wirtschaft bisher immer Vorreiter – die Politik der Nachzügler. Warum das so war und leider immer noch so ist, kann sich jeder denken. In Unternehmen geht es um Gewinn und damit um Wettbewerb – in der Politik um Macht und damit um Kontrolle. 

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)

Dahinter und dazwischen steht der Mensch als Schöpferwesen – mit der Wahl zur Orientierung.
Aber… hat er die Wahl? Oder besser gefragt, wann hat er diese Wahl? 

Wohl nur aus einer persönlichen Freiheit heraus. 

Und warum ist diese Freiheit so wichtig?

Weil nur ein freier Mensch seine Talente und Fähigkeiten entwickeln und einsetzen kann! 

Stellen Sie sich doch einmal eine Gesellschaft vor, in der Bildung und Wissenschaft völlig frei und unabhängig funktionieren. Wie würde eine solche Gesellschaft aussehen?

Innovationen wären nicht mehr von Wirtschaft und Politik abhängig, Bildung würde sich nach Fähigkeiten richten und diese fördern anstatt sie im Gleichschaltmodus zu behindern, Wissenschaftler würden dort forschen, wo es gesellschaftlich und ökologisch nötig ist, in einer transparenten kooperativen Weise, ohne manipulierender Absichten dahinter.

Mehr Sicherheit kostet Freiheit, aber Freiheit aufzugeben bringt nicht mehr Sicherheit. (Querulix)

Solche Strukturen könnten aus der teilhabenden Bevölkerung direkt finanziert werden, ähnlich wie Crowd Funding, anstatt über den staatlichen Umweg vorgeschriebener Steuern. Jeder einzelne würde so an der ökologischen und gesundheitlichen Entwicklung unserer Gesellschaft demokratisch teilhaben und nicht hilflos mitansehen, wie sein Steuergeld in politischen Strategien verschwindet. 

Die Qualität von Demokratien bemisst sich nicht daran, ob sie für alle Eventualitäten ein fertiges Gesetz im Buch haben, sondern ob ihre Verfahren offen und flexibel genug sind, um in extremen Fällen angemessen entscheiden zu können. (Gerald Häfner)

Weitergesponnen – hätten unabhängige Wissenschafts-, Bildungs- oder Gesundheitsräte die Aufgabe, Freiheit in diesen Bereichen zu garantieren und die Projekte demokratisch mit immer wieder neuen „Geschworenen“ zu entscheiden. 

Utopisch?

Weit weniger als künstliche Intelligenz.

Es gab schon einige erste Schritte in diese Richtung. Und derzeit engagieren sich viele Menschen für eine individuelle, gesundheitliche Freiheit. Auch im Bildungssektor gab es bereits unzählige Projekte für freie Schulen, wenn auch viele am System gescheitert sind.  Und in ökonomischen und ökologischen Bereichen erfahren wir derzeit akut, was es bedeutet, eine neoliberale Weltwirtschaft aufrecht zu erhalten.

Als unsere Kinder riefen: «Die Erde hat Fieber!», und sofortige Maßnahmen verlangten, passierte nichts. Als es hieß: «Wir bekommen Fieber!», stand schlagartig alles still. (Gerald Häfner)

Und was macht der ängstliche Mensch in dem einen oder anderen Bereich? Er will auf Nummer Sicher gehen. Aus Angst vor Fehlern, kompensiert in einem einheitlichem Feindbild, in dem eine neue Einheit gesucht wird.

Wer Spiral Dynamics kennt, weiß, dass wir uns abwechselnd in Auf- und Abwärtskurven entwickeln. Das liegt daran, dass der Mensch normaler weise träge ist. Er tut nur dann etwas, wenn die Motivation so groß ist, dass sie seine Trägheit überwindet. 

Also in alten Kulturen aus Gier oder Angst – und in unserer heutigen…? 

– leider auch nicht viel anders. 

Aber es gibt doch schon auch idealistische Motivationen ;-).
Und der nächste Schritt wäre, auch OHNE Zwang uns und unsere Welt zu erhalten und zu bewahren. Am Weg dorthin mag es noch Regeln brauchen, um die Gierigen unter uns leiten zu können. Doch ich bleibe optimistisch.

So manche, die sich fest im Sattel sitzend wähnen, merken gar nicht, dass sie auf dem falschen Pferd sitzen.

Wir erkennen unschwer, dass wir seit März in einer Abwärtsspirale laufen. Viele verstecken sich aus Angst hinter irgendwelchen Anordnungen und überlassen anderen das Denken, die sich mit Hilfe der jeweils passenden Daten und Fakten rechtfertigen. – Nichts Neues. Leider.

Je mehr Sicherheit versprochen wird, desto mehr Freiheit wird genommen.

Sicher ist sicher.
Und je sicherer unsere Welt wird, desto ängstlicher werden wir. 

Dadurch haben wir uns auf „no surprises“ programmiert. Und bemerken leidvoll, dass uns das in Krisen absolut nicht weiter hilft. Kontrolle verhindert immer Entwicklung. 

Als kreative Schöpferwesen ist für uns Orientierung wichtiger als Daten. Oder haben Sie noch nie erlebt, dass etwas scheinbar Unmögliches möglich wurde? Es ist eben immer eine Frage der Betrachtung. Und unser Mind schafft unser Weltbild.

Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen. (Epiktet)

Aus der Therapie kenne ich ein schönes Bild zum Thema Angst:
Kommt ein Mensch im Laufe seines Lebens an eine Grenze, die er nicht wagt, zu überschreiten, bleibt er nicht nur vor ihr stehen, sondern er zieht sich ein Stück weit vor ihr zurück – um sicher zu gehen.
… Mit der Zeit stößt er erneut auf eine Grenze, die jedoch näher liegt als die erste. Wieder zieht er sich zurück. Das geht so weiter – er geht immer auf Nummer sicher, bis er seinen Lebensradius ganz eng gezogen hat und vielleicht nur noch in einem Sessel im verdunkelten Zimmer sitzt, das viel zu gefährlich wäre, zu verlassen. 

Ein Leben? 

Kein schönes jedenfalls.

Die sicherste Türe ist die, die man offenlassen kann. (China)

In so einigen Coachings oder Therapien der letzten Jahrzehnte durfte ich Klienten dabei begleiten, ÜBER eine Grenze, die ihnen Angst machte, zu gehen. Der Preis dafür war immer Freiheit!
Die Mauer aus Angst wirkt mächtig. Doch je näher wir ihr kommen, desto kleiner wird sie und wenn wir sie durchschreiten, bemerken wir, dass sie doch nur aus Papier ist.
Dahinter verbirgt sich eine unendliche Zahl an neuen Möglichkeiten, für die es sich zu kämpfen lohnt! Und jeder, der bisher diese Mauer durchschritten hat, fühlte sich danach dermaßen stark, dass er mit Freude Herausforderungen annahm. Nur so konnte Neues entstehen. 

Niemals war und ist Angst ein Innovator. Und es ist immer unsere Entscheidung, uns nicht von ihr klein machen zu lassen sondern das Leben beherzt anzunehmen.
…und dann bemerken wir, dass wir nicht allein sind.

Wie ihr wisst, war Sicherheit des Menschen Erbfeind jederzeit.
(William Shakespeare)

Niemand weiß was die nächsten Jahre bringen werden, da Krisen immer disruptiv wirken und etwas völlig Unvorhersehbares bewirken können. In der Zukunftsforschung gibt es einige Szenarien. Daraus habe ich einen Blick in die Zukunft gewagt… in der Hoffnung auf Menschen, die ihre Kreativität trotz Hindernisse anwenden und mutig voranschreiten können, um die nächste Entwicklungsstufe in unserer Gesellschaft zu starten.

Mit beherzten Grüßen

Cornelia Scala-Hausmann


Wie geht es Ihnen? Haben Sie auch schon genug von der Fülle an Information, die ständig auf uns einprasselt?
Ich kann sagen, ich habe ein richtiggehendes Studium hinter mir. Ein Studium der Virologie, der Weltpolitik, des Journalismus und der Gesellschaftsdynamik. Keine Universität hätte mir das in der Schnelligkeit so vehement näherbringen können. Nur die Praxis kann dermaßen eindrucksvoll lehren. Und die Schwelle an der wir stehen, wird greifbar.
 
Spring endlich! Meinte meine Turnprofessorin zu mir, die am 3-Meter-Brett stand, um ihren ersten Köpfler zu versuchen. Und ich sprang. Als ich auftauchte, blickte ich in bleiche, ernste Gesichter – ich hatte einen Bauchfleck gemacht und nichts bemerkt. – Zum Glück war es kein 10-Meter-Brett.“
 
An diese Szene im 1. Gymnasiumjahr erinnere ich mich noch gut – und als ich diese Episode mit meiner ach so weisen Großmutter besprach, meinte sie nur „Bevor dich einer schubst, ist das Springen noch das kleinere Übel.“ Wie wahr! Auch darin hatte ich Erfahrung.
Und wenn die Gefahr eines „Geschubstwerdens“ naht, bedeutet es, sich vorher bereit zum Sprung zu machen. Auch wenn man nicht genau weiß, was einem unten erwartet. Die Weisheit liegt jedoch darin, die Gelegenheit des guten Absprungs nicht zu versäumen. 

In meiner nunmehr bald 30jährigen Laufbahn als Unternehmerin sprang ich oft ins kalte Wasser und wenn es am Sprungbrett zu eng wurde, wartete ich nicht, bis mich jemand schubst, sondern sprang lieber selber auf meine Art und Weise. 
In letzter Zeit sehe ich jedoch leider immer mehr Menschen, die springen müssen bzw. geschubst werden ohne dafür bereit zu sein. Und manche bemerken nicht einmal, dass sie auf einem Sprungbrett stehen und wähnen sich im sicheren Hafen.
 
Sie können sich von der Politik fernhalten, aber die Politik wird sich nicht von Ihnen fernhalten. (Peter Möller, Dipl. Sozialwirt)
 
Sobald das Gesundheitsthema der gegenwärtigen Krise im Abklingen begriffen ist, kommt rasch die wirtschaftliche Frage hoch. Und ich denke, die haben noch die Wenigsten in ihrem Ausmaß begriffen, denn bisher stehen vor allem die Klein- und Mittelbetriebe an der Front bzw. am Sprungbrett. Und nur jene, die den Absprung schon geübt haben, können jetzt ihre Pirouetten drehen. Demnächst werden jedoch alle in kreativen Sprungkünsten gefordert werden. 
 
Wo wir landen? 
 
In der Zukunft. 
 
Wie wir uns vorbereiten können?
 
Handeln kommt von Hand – und Weizen von Spreu zu trennen geht nur mit Verstand.
(Großmutter 1896-1989)
 
Deswegen sind wir so wie wir sind – ein Individuum mit zwei Händen, die handeln – und mit zwei Füßen, die uns bewegen können. 
Unser Verstand sollte geschult sein, vor allem in systemischem Denken. Und unser mentales Vorstellungsvermögen hilft uns, Wege aus Krisen zu finden. Ist unser Herz auch mit dabei – zeigt es uns unseren Weg und gibt uns die Kraft durchzuhalten.
 
Deswegen heißt es ja auch „mit (offenem) Herz und (kritischem) Verstand“ 😉
 
Und auf diese Weise sollten wir in die Zukunft gehen. Dann müssten wir nicht springen.
 
Wenn wir es aber dennoch müssen, dann lassen sie uns bei der Hand nehmen und all unsere Ressourcen aufspannen!
 
 
Mit handfesten Grüßen
 
Ihre Cornelia Scala-Hausmann



Jeder Kluge, der ständig nachgibt, wird letztendlich von Dummen regiert. 
(Kurt Wolfgang Ringel)

Letztes Jahr versprach ich, 2020 jeden Monat eine Kompetenz aus dem Zukunftskompass® vorzustellen. Im Jänner begann es noch jungfräulich mit der ersten aller Kompetenzen – der Selbstkompetenz. Im Februar kam schon das Thema Gesundheit in Form eines neuen Virus hoch – Salutogenesekompetenz war gefragt. Im März wurde uns eine unfreiwillige Auszeit verordnet – Reflexionskompetenz – und im April ging es zunehmend um (leider nicht immer vorhandene) mitfühlende und ehrliche Kommunikation – Empathiekompetenz. Es ist, als ob das äußere Geschehen Antwort auf die jeweilige Kompetenz gibt (oder umgekehrt) und – auch wenn es Zufall sein mag – es ist faszinierend, wie genau die Reise durch den Zukunftskompass® auf unsere derzeitige Situation passt!
 
Jetzt im Mai sind wir bei der Ressourcenkompetenz angekommen und wie der Name schon sagt, sorgen sich nun immer mehr sowohl um die eigenen Mittel und Vorräte, als auch um die der Allgemeinheit. Denn es lässt sich schon erkennen, dass die Wirtschaft Schaden genommen hat.
 
Spätestens jetzt ist es an der Zeit, sich Gedanken um die eigenen Ressourcen zu machen. Und damit meine ich nicht nur die materiellen. Sondern vor allem auch die persönlichen in Form von Talenten, Fähigkeiten, Netzwerken etc. Es drängt sich zunehmend die Frage auf, welche Wirtschaft wir in Zukunft wollen und was sinnvoll ist.
Die Vergangenheit versuchte sich bereits an einer „gleichen Wirtschaft“ was im Kommunismus fehlschlug. Dann ging es in das andere Extrem, einer „freien Wirtschaft“ – was viel Innovation brachte aber den um den es eigentlich gehen sollte, vergaß – den Menschen. Wie lange wird es dauern, bis man nun die goldene Mitte einer „brüderlichen“ Wirtschaft versuchen wird? Brüderlichkeit bedeutet nicht Gleichheit. Sondern Fairness und Gerechtigkeit. Der Mensch steht mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Arbeitsverträge der Zukunft müssen auf Augenhöhe abgeschlossen werden.

Die Frage der Ethik wird – auch aufgrund der technologischen Entwicklung – immer dringlicher. An Stelle einer ausbeutenden Globalität muss eine transparente Aufteilung treten, in der die menschliche Arbeitskraft gewürdigt wird. Eine neue Form der Beteiligung muss gefunden werden. Und gute Fachkräfte werden genau auf diese Parameter achten ohne die ein Unternehmen der Zukunft keine guten Mitarbeiter bekommen wird. Eine Rückkehr in ein regionales Abgrenzen ist nicht mehr denkbar – zu sehr sind wir uns unserer globalen Abhängigkeiten bewusst geworden. 

Die Zeit für kleine Politik ist vorbei. Schon das nächste Jahrhundert bringt den Kampf um die Erd-Herrschaft – den Zwang zur großen Politik. (Friedrich Nietzsche)

Daher sehe ich aus den Zukunftskompetenzen eine Zukunftskonsequenz entstehen, in der eine Zukunftsethik immer schlagender werden wird. 

>> mehr dazu im Buch Der Zukunftskompass® 

… mit Empathie!

Das Wichtigste in Krisen ist, aufmerksam zu bleiben und die Umgebung detailliert wahrzunehmen, um daraus möglichst viele Informationen zu erhalten, meint Cornelia Scala-Hausmann.

In den letzten Wochen haben sich die Meinungen und der Umgang in unserer Gesellschaft deutlich unterschieden. Manche haben hinterfragt – was immer ein gutes Zeichen ist, aber schon in der Schule nie besonders gut ankam – andere wollten nichts davon wissen und wiederum andere waren voller Angst.
So vielfältig ist nun mal unsere Spezies und ich persönlich bin erleichtert, dass wir (noch) nicht alle völlig konform funktionieren.

Bisher waren wir stolz auf unsere Freiheit und Vielfalt. Sie ist die Errungenschaft Jahrhunderte andauernder Kämpfe und Entwicklungen. Es wäre dumm, wieder zurück zu gehen. Vielmehr sollten wir den anstehenden Schritt nach vorne machen und mit Ängsten umgehen lernen. Auch und vor allem in Krisen. Toleranz und Reflexion ist ein Zeichen von Intelligenz und ich bin erfreut, diese Anzeichen bei Menschen zu erkennen.

Das Wichtigste in Krisen ist, aufmerksam zu bleiben und die Umgebung detailliert wahrzunehmen, um daraus möglichst viele Informationen zu erhalten.
Das hatte bereits Frankl erkannt, um daraus seine Resilienz zu entwickeln. Er hat sich nicht dem Schicksal ergeben in einem angstvollen Ausgeliefertsein. Er hat es integriert und für sich genutzt. Wäre er wie die anderen voller Furcht in seinem KZ-Gefängnis gesessen, hätte er niemals überlebt.
Wir kennen das alles – aber wirklich lernen können wir doch wieder nur aus unserer eigenen Erfahrung. Und die bekommen wir. Immer wieder.

Also haben wir einen ganz klaren Auftrag in dieser Krise: LERNEN wir daraus! Sonst nichts. Das ist das einzige, was jeder von uns erfüllen muss. Sonst wäre alles umsonst.

Wer klug ist, hat eingehend die Medien (und zwar möglichst gegensätzliche) und gesellschaftliche Reaktionen verfolgt und seine Schlüsse daraus gezogen.
Wer gelassen blieb, konnte die Zeit für eigene Klärungen nutzen.
Und wer jetzt klar ist, kann besser entscheiden.

Fragen wir uns – fragen Sie sich: Was habe ich bisher tatsächlich aus dieser Krise für mich lernen können? Ernsthaft für mich als Person und für die Zukunft?
Ich würde mich sehr über Ihre Antworten freuen!

Zuversichtliche Grüße,

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

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