…also ich schon. Sogar mehrere.
 
Bevor Sie mich nun einer allzu liberalen Partnerschaftsauffassung verdächtigen, möchte ich einbringen, dass wir nicht nur in einer Zweierbeziehung Verhältnisse leben. 
Eines mag das Leben versüßen – ein anderes kann es verderben. Es kann platonisch oder leidenschaftlich sein, interessens- oder herzensgesteuert. Und glücklich der, der das beste Verhältnis (zwischen sich und anderen) leben kann.
 
Beziehungen – wir haben sie in vielfältigster Art und Weise. Und wenn eine davon nicht mehr trägt, sondern hindert… dann fragen wir uns, ob es noch in einem Verhältnis steht. 
 
Ein Verhältnis sollte verhältnismäßig gut in einem gesunden Verhältnis zu uns selbst stehen! (CSH;-)
 
Wollen wir doch mal unsere Verhältnisse im derzeitigen Leben begutachten…
 
Wie steht es um ihr Verhältnis zu Ihrem Partner?
… zu Ihrer Arbeit?
… zu Ihrer Familie?
… zu Ihren Freunden?
… zu Ihrer Gesundheit?
… zu Ihrer Selbstverwirklichung?
… zu Ihrer Selbstverantwortung?
und wie zu Ihrer Lebensfreude?
 
Diese Fragen haben mich in den letzten Monaten auf neue Art und Weise beschäftigt. Denn erstmals wurde strikt vorgegeben, wie mein Verhältnis zu mir, zu Familie, Freunden, Arbeit und meiner Gesundheit zu sein hat. Aber dennoch kann ich gleichzeitig wiederum ein eigenes Verhältnis zu eben diesen Verhältnissen aufbauen, welches ein völlig anderes ist.
 
Die Demut gibt jedem, auch dem einsam Verzweifelnden, das stärkste Verhältnis zum Mitmenschen und zwar sofort, allerdings nur bei völliger und dauernder Demut. (Franz Kafka)
 
„Schon gehört? Die beiden haben ein Verhältnis miteinander!“ – Wie schön, wenn mit dem Wort „Verhältnis“ eine Beziehung zweier Menschen ausgedrückt wird, die nicht offenkundig ist. Ein Verhältnis ist also nicht immer offiziell. Und egal, ob zu Menschen oder einem Umstand – wir haben dabei immer eine intime Beziehung zum Leben. Und die ist Maßstab für all unsere Entscheidungen.
 
Ich finde, das passt perfekt in diese Zeit. 
Wenn Menschen etwas von sich preisgeben, sich outen, geben sie Einblick in diese intime Beziehung, ganz gleich, ob es eine Liebe zu einem Menschen oder die zu Wahrheit oder Gerechtigkeit ist. 
Sogenannte Whistleblower können ihr schmerzhaftes Verhältnis zu bestimmten Unverhältnismäßigkeiten nicht mehr für sich behalten und müssen es offiziell kundtun. Es befreit sie, auch wenn sie damit ihre Existenz aufs Spiel setzen. Es muss also in uns Menschen etwas geben, das uns dazu drängt.

Woher kommt das?
 
Ich denke, jeder, der schon mal ein (geheimes) „Verhältnis“ hatte, weiß, dass es ab einem bestimmten Zeitpunkt belastet. Es schränkt die Freiheit ein. Was zu Beginn ein Anreiz oder ein Spiel war, wird nach und nach bitterer Ernst. Es bindet Energie und hindert uns am Fortkommen. Irgendwann ist der Druck so groß, dass ein Befreiungsschlag nötig wird. Dann kommt es ans Licht. Und so schmerzvoll es auch sein mag – es erleichtert!
 
Ein wichtiger Punkt der Lebensweisheit besteht in dem richtigen Verhältnis, in welchem wir unsere Aufmerksamkeit teils der Gegenwart, teils der Zukunft widmen, damit nicht die eine uns die andere verderbe. (Arthur Schopenhauer)
 
Heute scheint es, dass jemand, der ein gesundes Verhältnis zur Welt und seiner Eigenverantwortung pflegt, vielleicht sogar noch seine eigene Vernunft benützt – ebenso schief angesehen wird, wie jener, der vor Jahren in einem leidenschaftlichen Verhältnis abseits der ehelichen Normen ertappt wurde. 
Damals wie heute ist Moral ein gesellschaftliches Konstrukt. Eine Ethik mag jedoch ganz andere Ziele zeigen. (Ich weiß, dass es hier vielfältige Definitionen gibt).
 
Ich traf in den letzten Wochen zu 90% Menschen, die ihr Verhältnis zur derzeitigen Situation geheim halten, es also nicht öffentlich kundtun, es aber dennoch leben. Wie ein betrogener Ehepartner, wähnt sich die Öffentlichkeit bestätigt, ohne zu ahnen, dass ihre Beziehung zum einzelnen Menschen nicht so ist, wie sie scheint.
 
Die allgemeine Schiefheit der Menschen in allen bürgerlichen Verhältnissen und ihre allgemeine Verhärtung im gesellschaftlichen Zustand ist eine Folge der innern Verstümmelung der Naturkräfte. (Johann Heinrich Pestalozzi)
 
Was also tun, wenn wir verschiedene Verhältnisse haben, die „unverhältnismäßig“ sind? Als Coach würde ich einem Klienten raten, es zu klären. Idealer Weise, wie die alten griechischen Philosophen, bei einem Spaziergang durch die Natur, denn diese rückt manches wieder ins rechte Licht.
Klären geschieht zunächst in sich selbst, doch dann immer in der daraus resultierenden veränderten Haltung zur Umwelt. In Coachings und Beratungen ist es ein offenes Geheimnis, dass sich alles um einem verändert, wenn man sich selbst verändert. Zu glauben, dass man bereits weiß, wie andere denken und handeln, ist anmaßend und meistens falsch.
Umso mehr erstaunt es, dass wir immer wieder zurückfallen in längst überholte Gefängnisse, die wir uns selbst bauen. Dabei kommt meist so zurück, wie wir in den Wald hineinrufen.
 
Die Verhältnisse ändern sich, wenn sich unser Verhältnis dazu ändert. (Michael Richter)
 
 
Wie steht es also mit unseren Verhältnissen im Umgang mit uns selbst und der Welt?
 
Wie steht es mit unserem Drang nach Erleichterung?
 
Es wird Zeit zu fragen. 
Es wird Zeit zu antworten.
Es wird Zeit…
 
… die Verhältnisse zu klären.
 
Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

Es hilft uns nichts, das Böse zu verneinen; gegen das Böse hilft uns nur, die Welt so mit Gutem anzufüllen, daß schließlich das Böse keinen Platz mehr hat. Und so hilft es uns nichts, den Krieg zu beklagen; vor dem Krieg schützt uns nur ein Verhältnis der Nationen, in dem sie sich zusammenwirkend alle wohler fühlen als auseinanderstrebend. (Hermann Bahr)


 
Tipp: Es ist unverhältnismäßig – Rede Univ. Prof. Dr. Dr. Christian Schubert


Die Gegenwart ist im Verhältnis zur Vergangenheit Zukunft, ebenso wie die Gegenwart der Zukunft gegenüber Vergangenheit ist. Darum, wer die Gegenwart kennt, kann auch die Vergangenheit erkennen. Wer die Vergangenheit erkennt, vermag auch die Zukunft zu erkennen. (Lü Bu We) 

Die Erneuerungskompetenz

Sich zu erneuern, ist lebenswichtig. Unser Körper tut es in einem kaum vorstellbaren Umfang, ohne dass wir etwas davon mitbekommen. Zwischen zehn und 50 Millionen Körperzellen baut unser Körper pro Sekunde ab und ersetzt sie durch neue Zellen. So wird unser Skelett alle zehn Jahre ersetzt, der Dünndarm alle 16 Jahre, unsere Leber alle zwei Jahre, und die Haut wird keine zwei Wochen alt. 1 Erneuerung ist also etwas Natürliches. Kein Mensch könnte ohne sie leben. Nehmen wir uns also unsere Zellen zum Vorbild und lassen Erneuerung zu – das Leben wird dadurch spürbar „lebendiger“ und aufregend.

Alle großen Geister der Geschichte waren Erneuerer – egal, ob Rebellen, Entwickler, Erfinder usw. Die Menschheit wäre nicht das, was sie ist, wenn es keine Erneuerung gäbe. Immer und immer wieder. Zugegeben – Menschen wehren sich dagegen. Sie wollen beim Altbewährten bleiben. Doch im Endeffekt setzt sich – früher oder später – immer das Neue durch.

Erneuerung setzt aber eine Eigenschaft voraus, die ohne Zweifel jeder von uns besitzt, die sich jedoch in völlig unterschiedlicher Art und Weise äußert. Eine Fähigkeit, die uns tagaus, tagein das Leben erleichtert, uns Lösungen finden lässt und uns vor allem in (gefürchteten oder ersehnten) Veränderungsprozessen massiv unterstützt. Diese Fähigkeit ist angeboren, man muss sie jedoch ein Leben lang, trainieren, damit sie nicht verkümmert. Sie kommt allerdings nur dort zum Tragen, wo wir uns in ungeordneten Bahnen bewegen. Will ein Mensch also im Erneuerungsmodus bleiben, muss er immer wieder ausgetretene Pfade verlassen.

Sie ahnen bereits, worum es hier geht? Ich spreche von der stärksten menschlichen Kraft, die Dinge erschafft – der Kreativität (lat. creare – etwas neu schöpfen, erfinden). Mit ihrer Hilfe schaffen wir soziale und wirtschaftliche, in jedem Fall jedoch persönliche Erneuerung oder Innovation.

Und was passiert, wenn wir uns ihrer bedienen? Dann könnte sich Erfolg einstellen. Und sobald sich Erfolg einstellt, passiert Folgendes: Die Dinge beginnen sich zu normieren, Abläufe werden verwirtschaftlicht usw. Und dann muss diese Form der Kreativität zurückweichen. Denn wenn man etwas in genormte Abläufe bringen will, darf es sich nicht mehr verändern – sonst bleibt der wirtschaftliche Erfolg aus. Unzählige Biografien zeigen uns diesen Tanz zwischen Erneuerung und Erfolg. Und viele antworten auf die Frage, ob sie kreativ wären, mit Nein. Dabei haben sie jahrelang ihre Vision vor Augen gehabt und sich immer wieder neu danach ausgerichtet.

Will ein Mensch also weiterhin ein hochgradig kreatives Leben führen, nimmt er genau dann, wenn sich wirtschaftlicher Erfolg einstellt, der auch nach außen hin bemerkbar ist und der ihn in Normen und starre Abläufe zwängt, Abschied – und beginnt etwas Neues. Oder er findet jemanden, der seine bisherigen kreativen Ideen übernimmt und sie für ihn ökonomisch verwertet, sodass er selbst sich neuen Ideen widmen kann. (Der Traum eines jeden Künstlers!)

Naturgemäß hat das viel mit „Scheiden“ und „Entscheiden“ zu tun. Entscheiden hat (wie wir bei der Entscheidungskompetenz bereits erfahren haben) etymologisch etwas mit „das Schwert aus der Scheide ziehen“ zu tun. Es hat also auf keinen Fall etwas mit Sicherheit und Ruhe zu tun. Dafür oft mit Freude, Lebendigkeit und Jugend. Und mit Grenzen. Es hat auch viel mit Pioniergeist zu tun! Und eine Prise Revolution schwingt auch darin mit, denn Neues kann nur geschaffen werden, wenn das Alte infrage gestellt wird.

Und eines ist auch klar – gäbe es auf dieser Welt ausschließlich lupenreine Pioniere, hätte nichts Bestand. Es braucht auch alle anderen Kompetenzen, um die Welt und die Wirtschaft am Laufen zu halten. Also keine Sorge, wenn Sie eine andere Kompetenz stärker vertreten als die Erneuerungskompetenz. Denn jeder hat seine Präferenzen, und als Unternehmer, Chef, Coach etc. gilt es, diese Kompetenzen im Team zu vereinen.

Erneuerung bedeutet gleichzeitig Veränderung – Unbekanntes verspricht Überraschungen. „Überraschung ist das Salz des Lebens“, heißt es. Was wäre, wenn alles in seinen vorgeplanten Bahnen abliefe? Das mag jetzt den einen oder anderen Leser verwundern, denn im Business sind Überraschungen nicht unbedingt erwünscht. Es sei denn, positive. Oder hatten Sie bei dem Wort „Überraschung“ sowieso nur an positive gedacht?

Eine Erneuerung tut immer gut. Freiwillig oder gezwungenermaßen. Und meist begreift man erst hinterher den wahren Sinn darin. Erneuerung ist der Jungbrunnen für Mensch und Organisation, für Produkt und Unternehmen. Und erneuerungskompetente Menschen spielen damit. Sie wollen weder in Strukturen verhärten, noch ein Spielball von (unangenehmen) Überraschungen werden. Sie fokussieren sich auf ihre Ziele, richten sich nach ihrem eigenen Kompass aus und bleiben ungern stehen.

So sehr unsere Kultur bemüht ist, Ganzheitliches zu verbannen und sich auf etwas zu fokussieren, so ist sie doch durchaus fähig, ganzheitliche Lösungen zu finden, wenn es brenzlig wird. Es muss allerdings schon sehr brenzlig werden, es muss schon brennen, also wirklich gefährlich werden, damit sich was tut. Erst wenn das Alte nichts mehr taugt, wird auf das Neue gehofft. Und häufig unbedacht ausprobiert. Zu einem kompetenten Umgang mit Erneuerung gehört aber auch, das Neue zu prüfen und mit Bedacht auszuwählen. Vor allem, wenn es um gesellschaftliche und politische Entscheidungen geht.

Es kommt auf die Mischung an. Weder Alt noch Neu darf überhandnehmen, darf über dem anderen stehen. Beides muss in einem gesunden Gleichgewicht stehen. Das Alte nährt uns, und das Neue hält uns lebendig. Wir bestehen immer aus Alt und Neu – auf allen Ebenen und in allen Bereichen, sei es, was den Körper, unsere Umwelt oder unsere Kommunikation anlangt. Das Alte allein ist destruktiv – das Neue allein ebenso.

>> mehr dazu im Buch „Der Zukunftskompass®“

>> Mehr INFO

Kennen Sie diesen Spruch? Ich hörte ihn das erste mal als Teenager von meiner (manchen schon bekannten) Großmutter*. Er geht aber noch weiter:
 
…denn das Denken der Gedanken
Ist gedankenloses Denken…

 
Schon damals faszinierte mich der Spruch so sehr, dass ich ihn mit ein paar anderen (zum Leidwesen meines Vaters, der sie frisch lackiert hatte) auf meine Zimmertür schrieb.
 
Für Großmutter hatte dieser Spruch auch besondere Bedeutung. Hatte sie doch einiges an gedankenlosem Denken mit Höhepunkt zweier Weltkriege erlebt. 
 
…denn wenn du denkst, du denkst,
dann denkst du nur du denkst…

 
Meine Tochter zeigte mir unlängst ein „Meme“, in dem Zeitreisende das Jahr 2020 aus dem Zeitrechner gestrichen hatten. Und zwar nicht wegen eines Virus. Humor hilft Menschen, unglaubliche Dinge zu verarbeiten – eine Auswahl dieser Memes habe ich weiter unten zusammengestellt – damit wir wenigstens ein bisschen was zu lachen haben.
 
…aber denken tust du nie!
 
Nathalie ist immun gegen Medienmanipulation – seit dem 5. Lebensjahr. Damals hatte ich noch meine Werbeagentur in Wien. Und eines Tages kam sie mit knapp 5 Jahren ziemlich aufgeregt in mein Büro gelaufen, „Mama, Mama! Wir müssen unbedingt Happy Day Orangensaft kaufen!“ Als ich sie auffing und fragte, „Warum das denn?“ meinte sie mit großen Augen: „Weil er der beste von allen ist!“ – „Wie kommst du da drauf?“ – „Ich habs gesehen!“ – Wo denn? – „Im Fernsehen!“
Lange Rede kurzer Sinn – sie hatte bei einer Freundin einen Werbespot im Fernsehen gesehen (denn in unserem Hause gab es aus gutem Grund bereits schon länger kein Fernsehgerät mehr).
 
„Komm mal mit!“ ich nahm sie an die Hand, führte sie zu meinem Arbeitsplatz, setzte sie auf meinen Schoß, startete den Computer und rief eine Werbekampagne für ein bekanntes Waschmittel auf. 
„Du weißt, dass ich eine sogenannte Werbeagentur** habe und für Menschen, die etwas verkaufen wollen, Werbung mache, das heißt, ich mache Dinge so schön, dass jeder sie haben will?“. Sie nickte und schaute gespannt in den Computer. 
Ich zeigte ihr Werbespots, Fotos und las ihr die Texte vor… zeigte ihr wie sie gemacht wurden… wie die Videos konstruiert werden – kurz: enttarnte die schöne Fassade der Werbung. Dann fragte ich sie „Warum glaubst du, machen wir das?“ Sie schaute mich fragend an. „Weil diejenigen, die das Waschmittel herstellen, es auch verkaufen wollen. Das tun sie, indem sie sagen, dass es das Beste ist. Das stimmt aber nicht! Andere sind oft genauso gut oder sogar besser.“
Ich konnte richtig zusehen, wie etwas in dem kleinen Köpfchen passierte… 
„Warum machst du das dann?“ fragte sie mich mit großen Augen. „Gute Frage – eigentlich will ich das gar nicht – eigentlich möchte ich nur Gutes bewerben. Aber leider kann ich davon allein nicht leben…“  (Das änderte sich jedoch sehr bald danach 😉 )
 
Wenige Wochen später war Weihnachten und ich traf eine Mutter aus dem Waldorf-Kindergarten. Wir kamen ins Plaudern und sie lachte, als es um die Weihnachtsgeschenke ging. „Deine Nathalie ist eine Nummer!“ meinte sie. „Als meine Dora ihr erzählte, was sie sich wünscht und es dabei um eine besondere Puppe ging, meinte deine Tochter mit einem altklugen Abwinken: ‚Ach was, das ist alles nur Werbung!‘ Ich traute meinen Ohren kaum!“
 
Tja, offenbar hat es gefruchtet. Bis heute. Fernsehen war in unserem Hause verpönt. Denn es gab einen krassen Unterschied in dem Verhalten meiner Kinder, seit er „kaputt“ war. Und zwar zum Besseren. 
Daher tun wir uns heute wohl schwerer als Andere im Vertrauen auf Medien und ihren Meldungen und litten schon seit März an schwerer Unvereinbarkeit zwischen den Meldungen und unserem logischen Denken.
 
Seit März wird mein Verstand und damit mein Denken derart beleidigt, dass ich mit dem Studium der Erkenntniswissenschaften begonnen habe. Das macht die Sache nicht unbedingt besser – denn so wird man erst recht auf sämtliche Falschdenkprozesse aufmerksam. Aber zumindest konnte ich mein Denken, meinen Verstand und meine Vernunft im eigenen Hoheitsgebiet halten und nicht in einer Fremdübernahme verlieren. 
Aus diesem Grunde engagiere ich mich auch seither in diversen NGOs zur Faktensammlung.
 
Meine Tochter und ich haben für uns den Spruch auch vor kurzem umgeändert: 
Denkst du auch, gedacht zu haben?
Ist das Denken der Gedanken auch gedankenvolles Denken?
Wenn du denkst, du denkst,
denke, WIE du denkst!
Aber fremddenken lass‘ dich nie!“

 
😉
 
In diesem Sinne fordere ich Sie auf, Ihren Verstand zu pflegen und zu nützen!
Er verkümmert sonst. Und was würde uns dann noch als Mensch vom Tier unterscheiden?

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann
 
 
*1896 – 1983
** CU – see you – Werbeagentur mit 12 Mitarbeitern in Wien 19

Kontakt:
www.lascala.cc
www.zukunftskompass.at

Im Allgemeinen kommt Reife durch Erfahrung. Und Erfahrung kommt durch Leben. Das braucht seine Zeit. Junge Führungskräfte sollten also reife Berater haben, die sie unterstützen und tunlichst nicht manipulieren.

In früheren Zeiten waren Führungskräfte gleichzeitig auch Anführer. Sie führten ihre Heere an, wenn sie in die Schlacht zogen. Manche von ihnen zogen sogar selbst in den Kampf (Alexander

der Große), und ihre Gefolgschaft sah in ihnen göttergleiche Helden. Andere hielten sich weise im Hintergrund und zogen dort die Fäden (Julius Cäsar).

Es gab in der Geschichte die unterschiedlichsten Führungspersönlichkeiten. Doch allen wurde entweder eine gewisse Weisheit (Salomo) oder eine beeindruckende Grausamkeit (Attila) zugeschrieben. Auch kindliche Führer sind aus der Geschichte bekannt, die jedoch keine wirklichen Anführer, sondern lediglich Marionetten für versteckt im Hintergrund agierende graue Eminenzen waren (so etwa Kardinal Richelieu für den zum Zeitpunkt seiner Thronbesteigung erst neun Jahre alten König Ludwig XIII.).

Die Liste der schlechten Führer ist weitaus länger als die der guten. Hinterher fragt man sich oft: Wie konnten die nur je an die Macht kommen? Aus der zeitlichen Distanz ist das noch eher erklärbar, als wenn es um das Heute geht. Doch seltsamerweise gibt es auch heute noch genug schlechte Führer, obwohl – vor allem in der Ersten Welt – zumeist doch Demokratien vorherrschen.

Nicht erst seit der Wirtschaftskrise sind Führungskräfte in Politik und Wirtschaft vermehrt in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit geraten. Anlagebetrüger wie Bernard Madoff, Wall-Street-Größen wie Richard Fuld Jr. von Lehman Brothers oder der jetzige US-Präsident Donald Trump sind dafür abschreckende Beispiele. In Deutschland sind es Manager wie Klaus Zumwinkel, Georg Funke (Hypo Real Estate), Thomas Middelhoff (Arcandor) oder Reinhold Würth, die zeigen, dass eine Spitzenposition in einem Unternehmen nicht unbedingt mit fachlichem Können und ethischem Verhalten einhergehen muss.

In einem Interview räumt die Harvard-Politologin Barbara Kellermann mit derlei Illusionen gründlich auf und kritisiert die Leadership-Forschung unserer Zeit. In ihrem Buch Bad Leadership erläutert sie, dass Führung eben nicht nur etwas für die Edlen, Klugen und Guten sei. Denn jeder Mensch sei nun einmal zu einem großen Teil von Impulsen wie Habgier und Machtlust getrieben. Von diesen dunklen Trieben könne man sich aber nicht befreien, indem man zehn Führungsseminare besucht. Auch hält sie wenig davon, Führung in der Theorie durch Lesen u.Ä. erwerben zu wollen: „Wenn man jemandem Schwimmen oder Radfahren beibringen will, gibt man ihm schließlich auch keine entsprechenden Bücher zu lesen.“ Und dennoch brauchen schlechte Anführer ihre Anhänger, um überhaupt erst in ihre Führungsposition zu gelangen und diese auch beizubehalten.

Führung hat also auch mit Charakter zu tun. Und mit der Ausbildung von Tugenden. Wir sprechen sogar von Führungskunst! Denn ja, irgendwie kann man schon führen. Es jedoch gut zu machen, ist eben eine Kunst.

Eine Kunst, die heute in politischen Kreisen leider nicht mehr zu finden ist.

*

Zum Schmunzeln

9 Monate ist das Jahr alt. 9 Monate braucht ein Mensch, um geboren zu werden. Das brachte mich auf „Mensch und Unmensch“ – zu einem Autor, den ich sehr schätze, denn er hatte die Gabe, Menschen in ihren Schwächen schonungslos aber mit unglaublich liebvollem Humor sichtbar zu machen. Und so manches ist auch nach 50 Jahren nach wie vor gültig. Seine Verse sind sehr tiefsinnig, aber dennoch macht es Freude, sie zu lesen… und sich selbst darin zu erkennen: Eugen Roth.

Zivilcourage 

Ein Mensch erfährt, dass unsre Zeit

voll sei von Rücksichtslosigkeit.

Doch sieht aus Feigheit, aus bequemer,

er ringsum lauter Rücksichtsnehmer.

Die Freiheit geht wohl doch im Grunde

Aus solcher Rücksicht vor die Hunde.

*

Ein Mensch, der Willkür knapp entronnen,

freut sich der Freiheit, frisch gewonnen.

Doch schon wird’s ihm zum Ärgernis:

Die Welt braucht ihre Freiheit miss.

Der Mensch mit nüchternem Verstand,

ruft deshalb nach der festen Hand.

Da ist sie schon! – Der Mensch schreit: „Halt!“

Zu spät – sie ist zur Faust geballt.

Das ganze Spiel von vorn beginnt –

Ob noch einmal der Mensch entrinnt?

*

Ein Mensch braucht alle Seelenkraft,

dass er sein Mensch-Sein selber schafft.

Ein Unmensch kennt den Trick, den kleinen:

Auf andrer Kosten Mensch zu scheinen.

Der Mensch ist an einem Stadium der Entwicklung angelangt, in dem er fähig wäre, die Hindernisse am Weg zu seiner Vielfaltskompetenz in allen Bereichen des Lebens, zu erkennen. Im Blick nach innen könnten wir erkennen, was uns hemmt. Es mögen kleine und größere Hemmnisse sein. Und das größte Hindernis ist… raten Sie mal… genau! 

Es ist die Angst.

Angst vor allem Möglichen.
Imageverlust bis Existenzangst – hier ist alles gut vertreten. 

Und was tut der Mensch dann? 

Er legt sich die bekannten Scheuklappen an. 

Wie ein Fiakerpferd vor dem Kutschbock gespannt, schaut er nur noch in diese eine Richtung, die ihm die Angst per Zügel angelegt hat. Nur nicht nach links oder rechts blicken, denn da droht ein Peitschenhieb… und das ist ja nun mal nicht so angenehm. 

Viele kennen solche Situationen aus ihrem Familien- und Berufsleben. Aber 2020 hat uns hier eine neue Dimension im Gesellschaftsleben zur Aufgabe gestellt. 

Ob wir sie meistern? 

Manche ja, manche nein – wie immer auf dieser Welt. 

Was es dazu braucht?

Eine Eigenschaft, die ver-mut-lich so alt ist, wie der Mensch selbst: Mut. 

Wenn uns eine Zu-mut-ung zu viel wird, werden wir mut-ig und tun alles, um aus dieser Unzu-mut-barkeit zu entkommen. Dann braucht es wieder neue, kreative Wege, die einen Ausweg möglich machen. Und die – das wusste schon Einstein – können niemals alte Lösungen sein. 

Das macht es dann auch so schwierig. Denn der Mensch will Sicherheit. Das gibt es aber in neuen Krisen nicht… außer in uns selbst.

Mut ist individuell und persönlich. Im Kern bedeutet Mut die Überwindung einer bislang für sich selbst gesetzten Grenze, und sei sie noch so klein.
(zukunftsInstitut/Gatterer)

Stehen wir also auf dem im vorherigen Artikel genannten Berggipfel und blicken ins Tal, dann können wir erleben, welcher Ausblick uns am besten gefällt und wohin wir gar nicht schauen wollen.

Was macht uns Hoffnung, und was Angst?

Was bringt uns Freude, und was Leid?

Was gibt uns Freiheit, und was schränkt uns ein?

Die Keime unsere Zukunft liegen im jeweiligen Pol. Unsere Emotionen verstärken und verinnerlichen sie. Sie werden real.

Unser Denken erschafft in jeder Sekunde unsere Wirklichkeit. Die Art, WIE wir denken, ist unsere Eigenmacht. Schon ab dem Zeitpunkt einer Erkenntnis, gestalten wir Realität. Und nicht nur unsere eigene! Nein, wir wirken auf alles andere ein. 

In Zukunft bekommt Armut eine neue Wertung. Jene, die arm in ihrer vielfältigen Vorstellungskraft und damit in ihrem kreativen Umgang mit Problemen sind, müssen sich an Andere orientieren, weil sie selbst keine anderen Möglichkeiten sehen können.

Vielfaltskompetenz wird mit jedem Tag wichtiger, an dem wir uns auf eine einzige Sichtweise beschränken. Denn erst, wenn es absolut keinen Spielraum mehr geben wird, werden wir danach rufen.

Ein Mensch Vergangenheit bewältigt –
Die Zukunft sich verhundertfältigt!
(Eugen Roth)

Vielfalt ist der natürliche Zustand unserer Welt. Durch sie erweitern wir unseren Erfahrungsschatz. Und man kann sie auf verschiedene Art und Weise wahrnehmen: als distanzierter Beobachter oder als jemand, der sich direkt ins Geschehen wirft. Beides hat etwas für sich. Auch der Beobachter wird etwas lernen, wenn er wertfrei und ohne Scheuklappen beobachtet. Er hat den Überblick und lernt, indem er das Beobachtete analysiert. Der andere lernt am eigenen Leib und durch direkten Kontakt. Im Idealfall sollten sich beide miteinander austauschen oder von Zeit zu Zeit die Rollen tauschen. Denn jedem von ihnen wird einiges verborgen bleiben.
Keiner der beiden hat das ganze Bild.

Angewandte Vielfaltskompetenz –
(Auszug aus dem Buch Der Zukunftskompass®)

Körper (Soma)

Unser Körper ist das beste Beispiel für die Vielfalt der Natur. Jeder Mensch ist anders und einzigartig. Es gibt keine „Norm“. Und so vielfältig, wie ein Mensch aussehen kann, so vielfältig sind auch Krankheitsbilder und deren Heilung. Daher suche ich immer meinen persönlichen Weg.

Seele (Psyche)

Emotionale Reaktionen sind ebenso unterschiedlich wie unser Erscheinungsbild. Dieselbe Sache kann beim einen Freude und beim anderen Leid auslösen. Es geht um einen achtsamen Umgang mit Andersartigkeit. Sei es in Partnerschaft, in Elternschaft wie auch in Wirtschaft und Gesellschaft.

Geist (Nous)

Wir können Vielfalt denken. Wir sollten es jedoch auf positive Weise tun und dabei andere Impulse zulassen und gegen die eigenen abwägen. Weder die Verherrlichung noch die Ablehnung des Andersartigen ist richtig. Wir müssen unseren eigenen Weg in der Vielfalt finden und dennoch tolerant bleiben.

>>

(Mehr dazu im Buch „Der Zukunftskompass®)

Wenn wir auf Berge gehen, ist es unser Ziel, möglichst hoch hinauf zu kommen um einen grandiosen Ausblick zu genießen. Dabei ist es immer wieder ein unglaublich schönes Erlebnis. Sie kennen das Gefühl, wenn man nach Strapazen endlich oben angekommen ist – unweigerlich entlockt es uns das typische Geräusch der Bewunderung, wenn wir weit über einem Tal stehen. Nur wer es selbst erlebt, kann es nachempfinden. 
 
Als ich noch meine Werbeagentur in Wien hatte und Stress ein Dauerzustand war, fuhr ich oft auf den nahen Leopoldsberg hinauf und blickte auf Wien herab… hörte das Geräusch der Großstadt und fand in diesem Ausblick häufig die Lösung eines scheinbar unlösbaren Problems.
 
… wir sind zumeist in einem Korridor irrelevanter Information gefangen. Wir werden aus jeglicher aktiver Wahrnehmung der Welt (und der Zukunft) gedrängt, unsere inneren Bilder werden zunehmend zu Abbildern von Screens – der Blick auf die bekannte Zukunft (anwesend wie auch abwesend) wird verstellt. Das Unbehagen steigt, und die ureigene Fähigkeit des Menschen, sich die Zukunft vorstellen zu können, gerät ins Wanken. Dann kommen wir so weit, dass wir die Zukunft als programmiert und gegeben annehmen. Die irrelevanten Bilder der Screens werden schrittweise und unbewusst zu unserer Repräsentanz der Zukunft. Dann ist die Zukunft schon gemacht. (zukunftsInstitut, Harry Gatterer)
 
Distanz gibt Relation. In der Reflexionskompetenz im März haben wir das bereits feststellen dürfen. Auf der Suche nach Entscheidungen hilft sie uns, Fremdeinflüsse kurzfristig abzustellen. Und bei der Schau in die Vergangenheit eines Problems – blicken wir immer auch in die Zukunft einer Lösung. Häufig hat sich in unserer Problemsituation der Horizont auf Scheuklappengröße verengt. Ein Weitblick hilft uns, die Scheuklappen abzulegen und das Leben wieder willkommen heißen zu können. 
 
 
Und? – Wie sieht Ihr Ausblick aus?
 
Wie sieht Ihre Zukunft aus?
 
Und bei dieser Frage kommen oft: „Wenn… dann…“
Dieses „Wenn-dann“ ist genau das, was uns eines ganz genau zeigt: 
Zukunft ist nicht vorgegeben!
 
„Klar!“, werden Sie sagen. „Aber sie liegt ja nicht an mir allein!“ 
Nun – wenn ich Ihnen von einem unbeschreiblich schönen Ausblick erzähle – ist es etwas ganz anderes, als wenn Sie diesen Ausblick selbst mit eigenen Augen sehen können! Erleben ist nunmal aktiv und hat nicht umsonst das Wort „Leben“ in sich. 
 
Und wenn wir gemeinsam in dasselbe Tal blicken, so wird doch jeder etwas Anderes darin sehen. 
 
Wenn ich Sie nun frage: „Wieviele Zukünfte gibt es?“
Was würden Sie antworten?
 


Ich würde sagen:
Soviele, wie es Ausblicke gibt! 
 
Je mehr wir die anwesenden Dimensionen der Zukunft für uns selbst erkunden, desto differenzierter und klüger können wir mit der abwesenden Zukunft agieren. (Harry Gatterer)
 
Ich kann Ihnen also einen Tipp geben:
Gehen oder fahren Sie allein auf einen Berg mit möglichst weiter Aussicht, blicken Sie ins Tal und in die Weite. Stellen Sie sich Ihre Zukunft vor, wie Sie sie möchten. Fällen Sie Ihre Entscheidung für den nächsten Schritt dorthin und nehmen Sie das mit ins Tal.
 
 
Ich winke Ihnen vom nächsten Berggipfel zu,

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann
 
 
PS: Sollten Sie einen Rundumblick haben oder noch immer zögern, dann lesen Sie bei der Vielfaltskompetenz weiter!

Resilienz wird häufig im selben Atemzug mit Kohärenz genannt. Gemeint ist damit ein Gefühl der Zuversicht, egal, wie schlimm die Situation auch sein mag. Jede Krise wird als Lernfeld verstanden, aus dem neue Lebenserfahrung geschöpft wird. Es sind immer die Widrigkeiten des Lebens, die uns wachsen lassen, und Resilienzkompetenz erwerben wir uns, indem wir uns aktiv mit ihnen auseinandersetzen.

Wir haben zuvor das Thema der emotionalen Souveränität behandelt – und das spielt in die Resilienzkompetenz hinein. Es geht um ein autonomes Verhalten in Krisen.

Jedem ist klar, dass es um unsere eigenen persönlichen Fähigkeiten geht, um Krisen zu meistern und Zukunft gestalten zu können. Jetzt ist es wichtiger denn je, sich selbst in der gegenwärtigen Veränderung zu stärken und Werkzeuge in die Hand zu bekommen, um Resilienz zu entwickeln.

Resilienzkompetenz geht immer mit der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit einher – wie man geworden ist, was man ist. Wie man bisher mit Veränderungen und Krisen umgegangen ist, welche Muster man entwickelt hat und dass man einen wertschätzenden Blick für sich selbst, die eigenen Stärken, Talente, Freuden, Wünsche, aber auch für die eigenen Schwächen entwickelt hat. Dass man weiß, was dem eigenen Leben Sinn gibt und für welche Werte man einsteht. Der Gewinn daraus ist nicht mit Geld aufzuwiegen. Denn wir erlangen dadurch innere Stärke, mehr Unabhängigkeit von äußeren Faktoren und ein Ruhen in uns selbst. Nur wer Lebenskrisen durchgemacht hat, Verletzungen erfahren hat und sich davon befreien konnte, ist fähig, diese starke innere Widerstandskraft aufzubauen.

Das Wort „Resilienz“ kommt ursprünglich aus der Physik und bezeichnet die Eigenschaften eines Materials, das bei Druck nachgibt und bei Nachlassen des Drucks wieder seine ursprüngliche Form annimmt. Die Entwicklungspsychologie übernahm den Begriff und beschreibt damit die Fähigkeit von Menschen, die an traumatischen Lebenserfahrungen nicht zerbrochen, sondern daran gewachsen sind. Als Synonyme werden häufig auch die Begriffe Widerstandsfähigkeit oder Widerstandskraft verwendet.

Wenn Krisen kein Ende nehmen, wir uns immer wieder auf neue Situationen und Zukunftsszenarien einstellen müssen, wird Resilienz ein großes Thema.

  • Wie kann ich in einer Krise Resilienz entwickeln?
  • Wohin soll ich mich orientieren?
  • Wie wird unsere Gesellschaft in einem Jahr oder in 5 Jahren aussehen? 

Diesen und weiteren Fragen gehe ich in verschiedenen Angeboten auf den Grund und in dem inkludierten Mini-Roman auf abenteuerlich-spannender Art und Weise erarbeiten wir die Antworten im

>> Crashkurs für Zukunftskompetenz,

>> oder im Buch Der Zukunftskompass®

Gemeinsam ist es einfach leichter, biegsam zu bleiben 😉

Mit resilienten Grüßen,

Ihre

Cornelia Scala-Hausmann

>> 2014 zum Nachlesen: Die Macht des Optimismus

Das Wechselspiel der Informationen hat in den letzten Monaten viele an ihre Grenzen gebracht. Wie immer in solchen Situationen folgt daraus entweder ein Kompetenzwachstum oder auch ein -verlust. Je nach emotionaler Verfassung.

Welch Freude, wenn ich dann in Zukunftsforschungsberichten1 von einer neuen emotionalen Kompetenz seitens der Kunden lese!

Führt uns die Krise zu mehr Selbstbestimmung in Sachen Emotion? Können sich immer mehr Menschen von den medialen Wechselduschen unabhängig machen und stabil in ihren Emotionen sich selbst und der Welt gegenüber bleiben…?

…Können Sie es?

Souverän zu sein ist viel mehr als eine Methode. Souveränität ist das tiefe Wissen um Wert und Würde. (Harald Berenfänger)

Auf dem Weg zu emotionaler Souveränität werden zwei Parameter genannt: Empathie und Respekt. Sie geben uns hilfreiche Werkzeuge in die Hand (oder besser gesagt: in die Emotion – aber eigentlich durch die Erkenntnis in unser Bewusstsein), die uns tatsächlich souveräner werden lassen. Empathisch gegenüber den Situationen anderer und respektvoll trotz fremder Ansichten zu bleiben mag oft herausfordernd sein – ist aber ein guter Übungsweg zu einem selbstbestimmten und damit freien Leben. 

Souveräne Menschen sind immer emotional ausgeglichen. Sonst wären sie es nicht. Wir finden eine Person dann souverän, wenn sie einer Situation „gewachsen“ ist. Sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen lässt. Ihre Werte und Prinzipien nicht aus den Augen verliert. Und oft spricht man von den bewunderten „Felsen in der Brandung“. 

Souveränität wird  nicht von außen übertragen und verliehen, Souveränität muss man beanspruchen und sich nehmen. Nicht ohne Grund bezeichnet das Attribut ‚souverän‘, wenn man von Charakteren spricht, eine innere Haltung, die das Gesetz ihres Handelns selbstbestimmt aus dem Eigenen bezieht und sich nicht von anderen dominieren und ihren Willen aufzwingen lässt. An dieser Souveränität fehlt es nicht nur Politikern, sondern dem Gemeinwesen als Ganzem. (JF)

Emotionen können absichtlich bei anderen erzeugt werden, davon leben u.a. Werbeagenturen. (Ich selbst hatte ja damit einige Jahre gut und gern in Wien mein Geld verdient.) In diesem Bewusstsein erkennen wir, dass unsere Gefühle eben nicht immer die Felsen sind, auf die wir bauen können – sondern dass es vielmehr unser Erkennen der Ursache ist, welches uns die Wahrheit liefert. Dieser Umgang mit Emotionen, Empfindungen oder Gefühlen (da gibt es Unterschiede2) sollte erlernt worden sein, um sich nicht (fremd)steuern zu lassen. Wir kennen das von klein auf aus unseren Erfahrungen mit Eltern, Cliquen, Lehrern, Kollegen, Chefs und Partnern. Manipulation erfolgt nur allzu leicht durch ein Hervorrufen von Gefühlen, die uns unbewusst leiten. 

Wer nicht souverän sein kann, wird leicht diktatorisch. (Paul Mommertz)

Interessant fand ich bei meiner Trendrecherche auch, dass es zunehmend nicht mehr um Lösungen geht, sondern um Werte! Eine Lösung um jeden Preis wird mehr und mehr indiskutabel. Fokussierte Strategien weichen systemischen – denn helle Köpfe haben begriffen, dass so manche Strategie mehr Schaden als Nutzen bringt, auch wenn sie ein konkretes Problem zu lösen scheint.

51 Prozent befragter Österreicher(innen) glauben, dass es durch und nach der Krise extreme Veränderungen geben wird. (siehe Grafik) Und das vor allem in sozialen Kontakten, die vielen fehlen und so nachweislich vor allem bei Kindern zu psychischen Schäden führen.

Dass hier bei aller Distanz ganz besonders soziale Kompetenz gefragt ist, ist wohl unbestritten. Sollte hier eine „neue Normalität“ drohen, braucht es die nächste Innovation in Form eines Mind-Shifts! Hier müssen wir lernen, trotz aller Beeinflussungen und Manipulation, Fakes und Realitäten, Ängsten und Unbequemlichkeiten authentisch zu agieren. Authentisch in all unserer Rollenvielfalt. Denn jetzt geht es um soziale – und damit auch um wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische – Gesundheit, in der die individuelle immer eingebettet ist.

Dürfte ich für mich philosophieren, könnte ich bemerken, dass es ein Zeichen großer Souveränität ist, zu verhandeln, statt unmittelbar zu handeln, solange noch nicht der ganze Verhandlungsspielraum ausgeschöpft ist. (Herbert Winter)

Wir haben diese Krise global gemacht. Und damit haben wir die Chance, global etwas zu verändern, was jeder Einzelne emotional souverän steuern kann, anstatt sich steuern zu lassen. Es entstehen neue soziale Netzwerke – abseits von politischen Einrichtungen – die in eine neue Zeit aufbrechen. Wir wachsen schließlich an Herausforderungen, indem sie unser Streben nach Freiheit stärken. Und ich kann es nicht besser formulieren als Ernst Jünger, deutscher Publizist:

 „Souveränität… wird man heute weniger in den großen Entschlüssen finden als im Menschen, der in seinem Inneren der Furcht abschwört. Die ungeheuren Vorkehrungen sind gegen ihn allein gerichtet, und dennoch sind sie im letzten für seinen Triumph bestimmt. Diese Erkenntnis macht ihn frei. Dann sinken Diktaturen in den Staub. Hier liegen die kaum angeschürften Reserven unserer Zeit, und nicht nur der unseren. Diese Freiheit ist das Thema der Geschichte überhaupt und grenzt sie ab: hier gegen die Dämonenreiche, dort gegen das bloß zoologische Geschehen. Das ist im Mythos und in den Religionen vorgebildet und kehrt stets wieder, und immer erscheinen die Riesen und Titanen in gleicher Übermacht. Der Freie fällt sie; er braucht nicht immer ein Fürst und Herakles zu sein. Der Stein aus einer Hirtenschleuder, die Fahne, die eine Jungfrau aufnahm, und eine Armbrust haben schon genügt.“ 

Vielleicht ist nun die Zeit angebrochen, in der sich die scheinbare Souveränität eines Staates zu einer echten Souveränität des Volkes hin verlagert?!

Wir erleben, was zentralistische Gewalt bewirken und auch zerstören kann. Auch eine Souzeränität ist offenbar nicht der Weisheit letzter Schluss. Vielmehr entsteht ein neues Verständnis der Gleichberechtigung aus dem heraus, was einen Staat bildet: der Bevölkerung. 

Vielleicht kommt die Zeit, in der wir Menschen soweit erwach(s)en, dass wir die Verantwortung für uns partizipativ übernehmen und gestalten können. Fachkompetenz durch alle Ebenen der Gesellschaft – für und wider abwägend, ohne politischen Zwang. Ein interessanter Impuls dazu ist die Soziale Dreigliederung von Dr. Steiner, in der die individuelle Freiheit in Bildung & Kultur mit der Gleichheit im Rechtsleben und einer Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben durch kompetente Fachkräfte direkt aus dem Volk gestaltet wird. Lobbyismus würde hier einem Gemeinwohl weichen, das der Gesellschaft bestmöglich gibt, was zur Entwicklung gebraucht wird. 

Es gibt keine einzelne politische Idee, die im Laufe der letzten Jahrhunderte eine ähnliche Wirksamkeit ausgeübt hätte, wie die Volkssouveränität. Zuweilen zurückgedrängt […], aber dann wieder hervorbrechend, offen bekannt, niemals realisiert, und immer eingreifend, ist sie das ewig bewegliche Ferment der modernen Welt. (Leopold von Ranke)

Ich blicke also guter Dinge auf die Krisen, die da noch kommen werden, in der Hoffnung, dass bei immer mehr Menschen die Souveränität erwacht.

Mit souveränen Grüßen

Cornelia Scala-Hausmann

Fußnoten:

  1. https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/marketing/emotionen-marke-der-stoff-aus-dem-das-marketing-von-morgen-gemacht-ist/

2. – mehr dazu in meinem Buch Der Zukunftskompass®

Sommer!
Eine kleine Atempause von vergangenen und zukünftigen Nöten.
Jede Sorge wird kleiner, wenn mir die Sonne ins Gesicht lacht. 
Daher möchte ich heute nicht über mahnende Zukunftsszenarien, politische Analysen oder wirtschaftliche Prognosen schreiben. Ich denke, die haben Sie ohnehin in Form diverser neu erschienener Bücher auf Ihrem Schreib- oder Nachttisch liegen.
Vielmehr lade ich Sie zu mir auf meine Hängematte ein, zu entspannen… die Gedanken schweifen zu lassen, Ruhe zu finden und Natur zu entdecken.


 
„Die Natur ist aller Meister Meister, sie zeigt uns erst den Geist der Geister.“
(Johann Wolfgang von Goethe)
 
Ich habe das Glück, im Grünen zu wohnen. Die Kärntner Berge vor mir, der Wald hinter mir, ein Bach neben mir. Hier scheint die Welt noch in Ordnung und gibt mir Raum für mein Menschsein. 
Schon in meiner Kindheit war es die Natur, die mir Geborgenheit gab. In ihr fühlte ich mich gut aufgehoben. Daher hatte ich auch keine Angst auf Hoher See oder in fremden Ländern. Sie ist wie sie ist. Und ich konnte mich mit ihr verbünden und sie immer wieder neu erkennen. 
 
Daraus entstand ein interdependentes Weltbild in mir… Ein lebendiges Denken… Eine gesunde Sinnlichkeit. Und daraus eine natürliche Verantwortung gegenüber Natura und ihren Bewohnern. Tatsächlich ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. Jeder Teil bestimmt das Ganze mit. Wir können unsere Abhängigkeiten gestalten. Und sogar unsere Freiheit darin finden. 
 
Verzicht als neuer Wert
Bescheidenheit als neuer Status
Bildung als neuer Luxus. 
 
Ein reflektierter Mensch ist mit sich im Einklang, heißt es. Und ist er es mit sich, ist er es auch mit allem anderen. Dafür hatten wir die letzten Monate gute Übungsräume…
 
„Niemand kann lange eine Maske tragen; Verstellung kehrt schnell zur eigenen Natur zurück.“ (Seneca)
 
In unserer Gesellschaft ist alles zur Ware geworden. Arbeit, Geld, Land, Gesundheit und sogar der Mensch selbst. Ich schaffte es, soweit auszusteigen, um aus Ware wieder Leben zu machen. Diese Transformation war zu Beginn schmerzhaft, aber schön. Und sie findet immer wieder neu auf einer anderen Ebene statt. Das ist das, was ich Lebenskunst nenne.
 
Der Mensch verstehe die Kunst, vom Leben zu nehmen ohne ihm zu schaden. (frei nach Christian Morgenstern)
 
Ich treffe auf immer mehr Menschen, die ähnlich denken. Lebendig. Und wir setzen Zukunftskeime… in die Natur des Menschen und der Erde. Lassen neue Samen wachsen und eine neue Zukunft parallel zur alten entstehen… 
 
Wenn Sie beim Gießen helfen wollen, lassen Sie von sich hören! 😉
 
Mit sommerlichen Grüßen

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

Follow

Get every new post on this blog delivered to your Inbox.

Join other followers: