… von Glück und Lüge

Diese Frage bringt weit mehr Perspektiven als die: „Was kann ich vom Leben noch erwarten?“ Wie Frankl schon wusste, bringt Letzteres eher Enttäuschung, während Ersteres Kreativität freisetzt. Und genau das ist es, was uns Krisen abverlangen.
Dabei kommt ganz nebenbei auch die Frage auf, wozu wir etwas tun und wie. Und das ruft die eigenen Werte auf den Plan. 

Sollten Sie vielleicht so ganz still und heimlich gedacht haben, dass sie sich schon etwas mehr Glück vom Leben erwartet hätten – dann dürfen sie ertappterweise gleich weiter in sich gehen, was Glück denn nun tatsächlich sein soll… 😉
Bedeutet Glück das Beste zu haben? Oder immer auf die Butterseite zu fallen?
Oder fällt man deshalb auf die „Butterseite“ (was übrigens beim Brot gar nicht so glücklich ist) weil man aus dem was ist, das Beste macht? Was unterscheidet glückliche Menschen von unglücklichen? Oder anders gefragt: Wann ist die Butterseite denn auch die gute Seite?

Na?
Sie wissen es sicher – notfalls bitte unten die Auflösung lesen 🙂

Gut soweit. Und jetzt?
Unsere derzeitige Krise gibt uns hier einige Herausforderungen mit auf dem Weg. Aber wir verstehen langsam, dass wir Gesundheit nicht kaufen können (auch nicht mit einer Impfung), dass uns Geld keine Freiheit gibt, wenn diese plötzlich als „gesetzeswidrig“ gilt (und es immer noch jemanden mit mehr Geld gibt, der anschafft) oder dass Wahrheit nicht unbedingt das ist, was uns öffentlich erzählt wird.
 

„Dir wird erzählt, was du hören sollst.“


Wir versuchen uns, durch den Dschungel aller Informationen, gepaart mit dem (intellektuellen) Dickicht unserer Ängste, irgendwie durchzuschlagen. Dabei folgen die meisten dem bereits breit gerodeten Weg, während andere mit dem Buschmesser ihres scharflogischen Verstandes zu Werke und damit neue Wege gehen. 

Wo aber soll dabei bitteschön das Glück zu finden sein?
Nun – Glück ist mit etwas verknüpft, das wir kaum damit in Verbindung bringen. Etwas, das uns Kraft gibt, einen Weg zu gehen (oder zu roden). Etwas, das unsere sogenannte Resilienzkompetenz enorm stärken kann: Es ist der Sinn. (Hallo Viktor!)

Glück in der Veränderung? Ja! Jeder Wandel zeigt auf, dass etwas gewandelt werden muss. Und ja! Es gibt tatsächlich einen Katalysator, der es einfach, schnell und leicht machen könnte!

Ja? 

Ich helfe mal ein bisschen: es ist…
… die Wahrheit! Fehlt sie und es herrschen Lügen vor, dann geht alles mühsam, auf Umwegen, mit Hin und Her, kräfteraubend, spaltend-polarisierend (weil keiner mehr weiß, was er glauben soll) und vor allem manipulierend etc.

In der Psychiatrie nennt man das Pinocchio-Syndrom. 
Dazu findet sich bei WikiHow: „Als pathologischen Lügner bezeichnet man jemanden, der zwanghaft Lügengeschichten erzählt oder Details und Informationen frei erfindet. Dabei kann es sein, dass er den Bezug zur Realität soweit verloren hat, dass er seine Lügen selbst zu glauben beginnt. Oft hängt das mit einem geringen Selbstbewusstsein zusammen. Um einen pathologischen Lügner zu entlarven, sollte man genau auf sein Verhalten achten. Manchmal kann man die Lügengeschichten daran erkennen, dass sie einfach nicht logisch stringent sind. Körperliche Anzeichen findet man bei pathologischen Lügnern kaum, aber bei ganz genauem Hinsehen erkennt man eventuell doch gewisse minimale Veränderungen in der Körpersprache. Übertriebener Augenkontakt oder gar keiner wäre so ein Hinweis…“
 
Hmmm… da könnte man derzeit schon einiges wiedererkennen… was meinen Sie? 
 
Also – immer dann, wenn etwas ein „Häää?“ in uns hervorruft, obwohl wir nicht unbedingt als schwer begriffsstutzig bekannt sind, dann zücken wir unser Buschmesser und beginnen dieses Geflecht messerscharf zu durchdringen. Vielleicht ist neben Ihnen ja noch jemand am Werk und man bekommt unverhofft Unterstützung.
 
Und was hat das jetzt wieder mit Glück zu tun?
Na – das entsteht z.B. wenn Sie Ihre Richtung (Sinn) wieder finden oder wenn Sie jemandem genau dabei begegnen!

Zugegeben – es kann variieren, was für den einzelnen Sinn macht. 
Aber die Rechenprüfung ist einfach: Ist Angst im Spiel? Oder nicht. 
Angst ist das mit Abstand beste Düngemittel für ihr gleichnamiges Dickicht und absolutes Sinnvernichtungsmittel. Deshalb zuvor (intellektuelles) Dickicht, denn unser Intellekt produziert unendlich viele Argumente zugunsten unserer Ängste – die nur scheinbar Sinn machen. 
 
Was aber schärft unser Buschmesser? 
Ein Messer ist immer so gut, wie sein Benützer damit umzugehen weiß. 
Ein messerscharfer Verstand kann gutes, wie schlechtes bewirken. Und sein Benützer ist im Normalfall ein Mensch. Ein „Ich“. Wie stark dieses „Ich“ allerdings ist, wieviel von ihm noch übrig ist, sehen wir anhand des Weges. 
 
Damit wünsche ich Ihnen einen wunderschönen Sommer mit viel Natur und (echter) Kultur, vielleicht begegnen wir uns im Dickicht beim Roden eines neuen Weges.
 
Und im nächsten herbstlichen „Brief an die Zukunft“ will ich mal sehen, was ICH-Stärke mit Immunität und Immunsystem zu tun haben mag… 😉

 
Mit das Beste erwartenden Grüßen,
Ihre Cornelia Scala-Hausmann
 
 
Auflösung: 
Genau! Sie sind mit dem was sie haben, zufrieden. 

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Erinnern Sie sich noch an 2012? 
Sofern man den berühmt-berüchtigten Mayakalender richtig lesen konnte, und sofern unsere Zeitrechnung überhaupt stimmen mag… hätte damals am 21.12.2012 schon die Welt untergehen oder zumindest eine große Krise hereinbrechen sollen. Nun – wir hatten seither einige Krisen, aber 2020 krönte sie alle – sogar mit entsprechendem Namen (Corona). 

2021 scheint nun wirklich Kopf zu stehen. Es verspricht, irrational und chaotisch zu werden. Und für jene, die in Krisen Prüfungen sehen, wirkt es, als ob die Menschheit nun in der Meisterklasse angekommen ist. 

Wie wir sie bestehen können? 

Wir müssen ultra-flexibel sein, absolute Klarheit suchen und unseren ganz eigenen Weg durch das Dickicht der Krise gehen. 

Der beste Weg, ein besserer Diener der anderen zu werden, besteht darin, selbst ein besserer Mensch zu werden. Aber um ein besserer Mensch zu werden, ist es nötig, anderen zu dienen. Darum ist es möglich und sogar unabdingbar, beides zugleich zu tun!“ (Paul Watzlawick)

Meistern muss jeder seine Krise selbst – auch wenn die Mehrheit meint, es müssen andere für sie tun. Auf dem Weg dorthin müssen wir Handlungsmöglichkeiten finden ohne in einen Aktionismus zu flüchten. Blickt man in unsere Psyche, entsteht Entwicklung meist durch Unzufriedenheit, Sehnsucht und Schmerz. Doch wenn letzterer zu viel wird – vor allem für die Jüngsten unter uns, unseren Kindern – müssen wir uns gegenseitig helfen und als Schutzwall fungieren. 

Mag sein, dass uns die jüngsten Geschehnisse immer deutlicher vor Augen führen, was schon lange im Argen lag – so haben wir durch das jetzige Erkennen endlich die Chance genügend Menschen zu einer Neuorientierung zu bewegen. Jedes Problem erzeugt Druck. Sobald wir es jedoch als Sog in eine korrigierende Richtung sehen, verändert es sich bereits.

Das große Ziel dabei bleibt, die innere Achse zu bewahren:
• Mental von Unsicherheit und Zweifel > hin zu Ruhe, Gelassenheit und Distanz
• Emotional von Aggression und Angst > zu Vertrauen, Mut und Humor
• Und aus einer lähmenden Passivität oder hektischem Aktionismus > zu einem rechten Handeln.

Zugegeben – es ist nicht einfach, sich im derzeitigen Medienrummel zurecht zu finden. Und im Zweifelsfall ist es besser, zu beobachten als einer falschen Information aufzusitzen. Daher sollte jede Handlung – vor allem jene, die nicht rückgängig zu machen ist – wohl überlegt sein. 

Nun kennen wir aus Erfahrung typische Streitgespräche, die alles andere als der Wahrheitsfindung dienen. Leider haben wir noch immer eine gewisse Sucht nach Rechthaben und Macht in uns. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Muster auch immer rascher erkannt wird. 

„Klage nicht zu sehr über ein kleines Leid – Gott könnte es durch ein größeres heilen.“ (Heinrich Heine)

Krisen können uns nicht über den Kopf wachsen, wenn wir vorher über sie hinauswachsen! Und wir wachsen nur dann, wenn wir uns damit in einer reflektierten Art und Weise auseinandersetzen.

Das bisherige, einjährige Krisenstudium kann uns unglaublich viel lehren – vorausgesetzt, wir halten uns an unsere Vernunft. Und im Gegensatz zum Verstand, der alles analysiert, ist sie es, die alles in Relation zum Ganzen setzt. Und da unserer Welt derzeit die Logik abhanden gekommen zu sein scheint, mag das eine große Herausforderung sein.

Als vor ein paar hundert Jahren das Zeitalter der Wissenschaft begann, mussten sich die Menschen von ihrem religiösen Glauben lösen. Heute sind wir fähig, jeden Glaubenssatz logisch zu beweisen. Solange wir uns bewusst sind, dass wir immer den Ausgangspunkt unserer Beweiskette hinterfragen müssen, sind wir der Wahrheit auf der Spur. Wenn wir jedoch glauben, dass die Logik den Glaubenssatz untermauert, stehen wir bereits auf verlorenem Posten.

Sollten wir unsere Freiheit behalten wollen – muss jeder Einzelne seinen Weg in diesem Informationsdschungel suchen und finden – ohne einen Mitmenschen für den seinen zu verurteilen. Denn das führt uns weit zurück in Zeiten, als man Menschen für ihren Glauben oder ihre Lebensweise eliminierte. Zivilisationen gingen historisch immer an ihrer Dekadenz zugrunde. Sobald wir dachten, uns über die Natur zu erheben, kam eine unerwartete Wendung zur Zerstörung. 

Nun heißt es in der Lebensberatung, dass die Erkenntnis der eigenen Muster der erste Schritt zur Veränderung ist. Das bedeutete noch lange nicht, dass man es bereits umsetzen kann. Doch werden die Zeiträume zwischen Situation und Bewusstwerdung immer kürzer – bis wir es im Tun bereits bemerken und endlich anders handeln als zuvor. Im Kollektiv dauert es entsprechend länger – ist aber dennoch nicht unmöglich 😉

Die Deutschen sagen: Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos.
Die Österreicher sagen: „Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.“ 
(frei nach Paul Watzlawick)

Der Preis der Freiheit ist also Selbstverantwortung. Somit ist mir alles recht – solange es jeder für sich selbst entscheiden darf. Wer mich kennt, weiß, dass die Freiheitskompetenz schon lange mein größtes Ziel ist – und auch die Königsdisziplin des Zukunftskompass® darstellt. 

Daher unterstütze ich auch eine Initiative, die diese individuelle Freiheit ausdrückt: „Ich bin so frei… jede Meinung gelten zu lassen. Menschen selbst entscheiden zu lassen und kritisch hinterfragen zu dürfen“ >> www.ichbinsofrei.info

Mit freiheitsliebenden Grüßen

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

(Cornelia Scala-Hausmann, geschrieben im März 2020)

Ein fiktiver Blick zurück aus dem Jahr 2027

Die Corona-Krise war der Auftakt zu weiteren Krisen, die unseren Globus und damit auch unser Land erschütterten. Doch zum Glück wussten wir das damals nicht. 

Von der Panik zur Ratio

2019 standen wir Menschen schon lange an einer Schwelle. Die Dinge, auf die wir uns verlassen konnten, wurden immer weniger. Letztendlich gipfelte es in der sogenannten Klimakrise, in der die gesamte Zukunft unseres Planeten hinterfragt wurde. In diesem Chaos suchte uns 2020 die sog. Corona-Krise heim und brachte die Gesellschaft in ein strenges Reglement. Viele empfanden das zunächst als Erleichterung in der herrschenden Unsicherheit und Überforderung und folgten größtenteils bereitwillig neuen, wenn auch totalitären, Regeln. Die Suche nach Orientierung war groß, die Bereitschaft zu eigener Verantwortung jedoch noch gering. So nahm uns die Corona-Krise scheinbar einige Entscheidungen ab und schenkte uns eine Atempause.

Das Internet wurde zum Maß aller Dinge. Da damals 90% der Bevölkerung (oft auch getrennt voneinander) zu Hause sitzen mussten, war es das einzige Fenster zu ihren Lieben und zur Welt. Doch wurde die Freiheit darin enger – ein medialer Krieg wurde ausgefochten und viele riefen auch hier nach einem strengen Reglement, was online sein durfte und was nicht. Durch eine massive Propaganda, die jede Kritik an den Maßnahmen in kriminelle oder lächerliche Ecken schob, wurde eine Methode zur Gesellschaftskontrolle gefunden, die keine Gewalt erforderte.

So wurde Überwachung gesellschaftsfähig. Diese Entwicklung wurde später nicht nur aus Gründen der Massengesundheit ausgebaut und verknüpft. Versorgungsabläufe wurden zunehmend technologisiert, das „Internet der Dinge“ (5G, Smart House, Smart Cities) setzte sich durch und machte das Leben für viele leichter. Das Gros der Menschen war und ist nach wie vor nahezu ununterbrochen online. Ob mit ihrem Smart-Phone, ihrem Auto, ihrem Stromnetz, ihrer Haustechnik oder ihren Bildungsangeboten. Damit wurde das Internet das Instrument zur Steuerung des Alltags und Menschen verschmolzen zusehends mit ihm. 

Heute, 2027, sind die Steuerungseinheiten mittlerweile so klein, dass man sie kaum noch bemerkt und wurden zu einem fixen Bestandteil des alltäglichen Lebens. 

Doch was zunächst negativ erscheinen mag, brachte auch eine starke Gegenbewegung. Nach einiger Zeit nahm der Social-Media-Hype wieder ab, Menschen fühlten sich genervt und erkannten die manipulativen Mechanismen dahinter. Sie hatten jetzt auch andere Sorgen, mussten sich um ihre Existenz kümmern, denn die alten Strukturen brachen immer mehr zusammen. Solides Können und ehrliche Inhalte waren gefragt. Keine aufgeblasenen Online-Marketing-Gags. Während der erzwungenen Atempause hatten wir die Chance, uns mit uns selbst zu beschäftigen und diejenigen, die es genützt haben, konnten ihr Leben endlich einmal in aller Ruhe überdenken und ordnen. Sie misteten nicht nur ihren Kleiderschrank aus, sondern auch ihre Arbeitsfelder, ihre Projekte, ihre Kontakte und ihre eigenen Erwartungen.

Sie begannen, sich eine innere Klarheit zu erarbeiten, die im dahinrasenden Alltag nicht möglich war. Sie verloren ihre Angst durch zunehmende Zentrierung in ihre eigene Mitte und entdeckten ihr eigenes Selbst (neu). Ihr Fokus wurde eine lebenswertere Zukunft. Und diese Menschen wurden die Stützen der heutigen Gesellschaft. 

Das Spannungsfeld zwischen Bequemlichkeit und Datentransparenz ließ viele Fragen aufkommen. Welche Innovationen sind wünschenswert? Wie soll unser Leben zukünftig aussehen? In wie weit wollen wir selbst Entscheidungen treffen? Menschenrechte und Freiheit wurden wieder ein Thema. Man suchte nach einem Kompromiss zwischen den Vorzügen der Technik und der eigenen Entscheidungsmöglichkeit darin. Heute, 2027, hält die KI, die künstliche Intelligenz, zunehmend Einzug in unseren Alltag in einer Weise, die uns Menschen dennoch eine Selbstbestimmung zugesteht und dennoch zum Wohle der Mehrheit ist – und das ist Thema der heutigen globalen Verhandlungen.

Die Arbeitswelt wandelte sich in den letzten 7 Jahren gewaltig. Durch die steigende Arbeitslosigkeit und Verarmung der Gesellschaft entstand Unruhe. Regierungen versuchten diesen Prozess durch Zuschüsse in Schranken zu halten, doch in der auf die Corona-Krise folgenden Finanzkrise mussten neue Wege gefunden werden. Es wurde mehr Geld gedruckt und die Deflation vergrößert. Länder stritten sich um die Ressourcen dieser Welt, Konzerne versuchten durch künstlichen Mangel den Markt zu steuern, doch der Schuss ging nach hinten los. 
Die Menschen begannen nachzudenken – die Lösung vieler existenzieller Probleme stand an. 

Durch die globalen Krisen mussten wir uns wieder auf lokale Kapazitäten konzentrieren. Aus der Not entstand Handlung. 3D-Drucker setzten sich durch, Produkte wurden mit den Jahren immer leichter verfügbar und dadurch auch leistbar. Die Tendenz zu „weniger ist mehr“ wurde immer deutlicher und man tauschte gerne Hektik und Stress gegen ein ruhigeres Leben mit weniger Konsum. Hatte man alles, was man zum Leben braucht, war man zufrieden. Dabei entstand eine neue gesellschaftsfähige Askese, die auf Verzicht gründete, denn der Reichtum wurde zunehmend geistig gesehen.

Verzicht ist der neue Wert der Gesellschaft, 
Bescheidenheit der neue Status, 
Bildung der neue Luxus.

Heute, 2027, rückt die nächste Generation in die Arbeitswelt nach. Sie lebt einen Lebensstil, der möglichst wenig belastet. Besitz hat nur einen Wert, wenn er mit anderen geteilt werden kann. Die Share-Economy hat sich durchgesetzt

Da immer mehr Seuchen aus der Tierwelt auf den Menschen übersprangen, begann man über den Umgang mit Tieren nachzudenken. Der Fleischkonsum reduzierte sich drastisch und ist heute, 2027, nicht mehr ‚en vogue‘. Dadurch, dass der Mensch immer weniger körperlich arbeitete, schadete ihm das Fleisch mehr als es nützte und er wechselte auf leichte pflanzliche Kost. Während die Massentierhaltung immer weiter zurück ging und damit einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz leistete, entstanden neue kreative Genusswelten in der veganen Küche. 

Diese Veränderungen brachten viel Gutes und man ist wieder positiv gestimmt, genießt das Leben und seine Freuden. Mittlerweile konnte in manchen Ländern eine Art Grundeinkommen durchgesetzt werden. Unbelastet von Überlebensfragen wurden die Menschen viel freundlicher, widmeten sich ihren Interessen und lernten ein Leben lang. Solidarität und Respekt zwischen Kulturen verbesserten sich und die Grenzen öffneten sich wieder. Die geistige Entwicklung bekam so einen gehörigen Schub nach vorne. Religionen verschwanden und an ihre Stelle trat eine spirituelle Geisteswissenschaft.

Es entstand eine neue Art der Verbundenheit:

  • Verbundenheit des Menschen mit Technologie (Steuerung des Alltags),
  • Verbundenheit durch eine starke datenbasierende Transparenz, Abhängigkeit und Vernetzung der Menschen untereinander
  • Verbundenheit durch das Teilen von Besitztümern (Share-Economy),
  • Verbundenheit durch Internet-Kommunikation) und -Bildung,
  • Verbundenheit zu unserem Planeten und seinen Lebewesen,
  • Natürlich die persönliche Verbundenheit untereinander,
  • Und die Verbundenheit der Menschheit an sich.

Alle diese Formen der Verbundenheit haben ihren Einfluss auf eine Demokratie, die seither neu entsteht.

Um etwas in der Welt verändern zu können, müssen wir unseren Blick auf die Welt, unsere Einstellung, unsere Geisteshaltung verändern.

++

Zeichnen wir das Bild einer lebenswerten Zukunft also weiter und sehen uns das beste Szenario an, das entstehen könnte! Dabei haben sich folgende Felder im Leben verändert: Hierarchie, Arbeit, Ökonomie, Ökologie, Lebensmittel, Medizin, die nächste Generation, Globalisierung, Solidarität, Politik,  KI und Datenschutz. 

Hierarchie in anderer Weise

Es gab genügend Wissenschaftler, die gewisse Informationen aufgrund eigenen Wissens hinterfragten und damit erstmal Unsicherheit schafften. Unsicherheit ist immer die Basis zur Weiterentwicklung. Sie lässt vorsichtig aber doch andere Versionen unserer zurecht gezimmerten Wirklichkeit zu. Wir beginnen abzuwägen (wenn die eigene Angst nicht zu groß ist und nur unser Eidechsengehirn aktiv ist).

Diese Wissenschaftler bildeten die Grundlage für mehr Transparenz. Politiker gerieten immer mehr unter Druck, Whistleblower und mutige Journalisten recherchierten solange, bis die Wahrheit über die Krise ans Licht kam. Das dauerte allerdings eine Weile. Und geschah nur, als den Verantwortlichen keine andere Wahl mehr blieb. Daraus entstand eine neue Krise. Aber dadurch konnte die Bevölkerung durch Transparenz und Aufklärung anstatt durch Überwachung und Strafen zur Mitarbeit angehalten werden. Die Polizei mutierte wieder vom totalitären Organ zum „Freund und Helfer“. 

Durch diese Prozesse zwischen Staat und Volk wurden bestehende Strukturen und Machtverhältnisse immer mehr hinterfragt. Sie hatten sich selbst ins Abseits gedrängt und mussten sich wandeln, um überleben zu können. Behördenhierarchien flachten immer mehr ab und wurden von Bürgergremien übernommen. Es wurde eine Form der Partizipation gefunden, die Verantwortung aufteilt und Handlungsfähigkeit ermöglicht. Dabei veränderte sich die Teamfindung von persönlichen Beziehungen zu echten Kompetenzen. 

Jetzt, 2027, schafft man gerade eine neue länderverbindende Vereinbarung, in der spezifische ländereigene Kompetenzen zum Tragen kommen und der Allgemeinheit dienen sollen.

Arbeit

Vor der Krise herrschte ein massives Getrieben sein in der vorherrschenden Arbeitswelt. Die Menschen kamen an ihre Grenzen und nicht selten wurden sie auch überschritten. Burn-Out und psychische Erkrankungen näherten sich der 40% Marke. 

Würde man eine psychosomatische Betrachtung zulassen, müsste man daraus folgen, die Gesellschaft war dermaßen überhitzt, dass sie zwangsläufig an Grippe erkranken musste. Die Grippesterblichkeit hatte sich von Jahr zu Jahr weiter erhöht. Zwar weit entfernt von der Pandemie der Hongkong-Grippe 1968, die 1 Million Menschenleben forderte, aber seither steigend. Eventuell auch durch immer bessere Messmethoden. Dennoch gab es Statistiken, die nur 52% der Bevölkerung als gesund auswiesen! Gründe dafür sind nicht nur aggressivere Viren, sondern eine generelle Schwächung des gesellschaftlichen Immunsystems. Viele blieben nicht mehr zu Hause, wenn sie krank waren – sie arbeiteten weiter aus Angst, ihren Job zu verlieren. Die Mehrfachbelastung stieg rasant an, die Geschwindigkeit des Alltags war für viele kaum noch zu bewältigen. Elektronische Medien verstärkten dieses Tempo mit einer schier unendlichen Informationsflut.

Die Krise entschleunigte vorerst total. Doch die Informationsflut hielt an. Allerdings nur zu den aktuellen Krisenthemen. Dennoch hatten die meisten Menschen mehr Zeit zur Verfügung. Sie hatten Zeit, nachzudenken! Und das ließ sie kritischer werden. So wurde auch über die Sinnhaftigkeit gewisser Arbeitsabläufe nachgedacht und da, wo Anwesenheit nicht erforderlich war, wurde sie auch nicht mehr eingeführt. Es zeigten sich die krisenfesten Arbeitsbereiche: Lebensmittelversorgung (Landwirtschaft bis Handel), Medizin & Pharma, Telekommunikation, Online-Betreiber, Berichterstattung, Technologie & Logistik, Abfallwirtschaft & Kläranlagen, Energiegewinnung etc. Ebenso exotische Berufe, die in Krisenzeiten immer Hochkonjunktur haben, wie Astrologen & Fernheiler.

Der Bereich der meisten Dienstleistungen stand jedoch monatelang still. Es folgte eine enorme Konkurswelle. Die sogenannten Härtefonds konnten das nicht verhindern. 
Daher gab es zum Höhepunkt der Krise eine Neubewertung von Arbeit. Sie gewann zunehmend an Wert. Man „durfte“ arbeiten, man musste nicht mehr und daraus entstand wieder Freude an der Arbeit. Gleichzeitig hinterfragten viele ihre derzeitige Arbeit und nutzten die Zeit, sich neu auszurichten.

Leider wurde dieser neue Hipe durch diverse Maßnahmen und Verordnungen unterbunden. Durch die Aktionen der Regierungen hatten sich die Arbeitslosenzahlen zunächst verdoppelt, die Zuschüsse verdreifacht. Es schien, als ob man die Wirtschaft absichtlich vernichten wolle. Fachleute aus Wirtschaft und Finanz konnten das auch erklären und das WEF gab neue Zukunftsvisionen in totaler Überwachung. Es entstanden neue Wirtschaftskreise. Das wurde durch eine Art von Grundeinkommen (statt Notstandshilfe) aufgefangen, sodass die Menschen aktiv bleiben konnten. 2027 zeigt sich nun, dass wir dadurch eine neue Arbeitskultur entwickelt haben. Viele Strukturen, die viel Geld gekostet hatten, sind nicht mehr nötig. Das Beamtentum gibt es nicht mehr, stattdessen eigenverwaltende Verbände.

Bildung

Privat initiierte Schulverbände, in denen sowohl Pädagogen als auch Eltern teilhaben, haben die ehemaligen Staatsschulen schon längst ausgestochen und eine effizientere Form der Bildung gefunden.
Schulen sehen heute anders aus, als vor 7 Jahren und befinden sich weiter im Wandel hin zu einer neuen Art von Wissensvermittlung kombiniert mit persönlichem Erfahrungs- und Erlebensaustausch. Es geht immer mehr um individuelle Förderung und nicht mehr darum, dass alle das Gleiche wissen. Schüler sind nicht mehr in Klassenzimmern, sondern in Labors, Werkstätten, Online-Bibliotheken, Sportplätzen oder ähnlichem. Der Unterricht ist interessensgesteuert und altersübergreifend. Wöchentlich werden Ethikprojekte initiiert, die von den Schülern erarbeitet werden. Internationaler Austausch ist ebenso wichtig, wie die Integration aktueller Weltthemen. Es herrscht eine Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern. Es wird sogar angedacht, dass Eltern abwechselnd Projekte mit den Kindern erarbeiten und dafür von ihren Arbeitgebern freigestellt werden müssen. 

Die Universitäten hatten einen Generationenwechsel im Lehrpersonal welcher auch neue Potenziale zur Entfaltung einbrachte. Heute sind die Online-Workshops interaktiv und Peergroups ein fixer Bestandteil. Kein Student wird – wie vor 7 Jahren – völlig allein gelassen mit Online-Skripten und zu wenig durchdachten Online-Kursen. Prüfungen sind für jeden möglich, anstatt an die Internetschnellsten verteilt zu werden. 

Geldwirtschaft & Ökonomie

Das Finanzsystem steckte in einer schweren Krise. Löcher waren inzwischen zu groß geworden, um einfach gestopft zu werden. Die Reichen der Welt kämpften um das Überleben ihres Systems. Aber es zeigte sich immer mehr, dass es der Welt so nicht dienlich ist und neue Lösungen der Geldwirtschaft wurden akut. Einerseits setzte sich auch hier die Überwachung und zentrale Steuerung durch und unter dem Mantel der Corona-Krise wurde eine bargeldlose Zahlung eingeführt. Andererseits konnten Blogchains, Tauschkreise und neue Währungen die Macht verteilen und für Ausgleich und Freiheit sorgen.

Jaque Fresco schuf den Begriff eines ressourcen-orientierten Wirtschaftssystems. Er setzte dabei auf Technologie und KI. Seine Ideen wurden wieder aufgegriffen, doch müssen wir eine Kombination finden, in der wir die Technologie sinnvoll einsetzen können und gleichzeitig die Freiheit des Einzelnen nicht zu stark beschneiden. Das ist die Herausforderung der nächsten Jahrzehnte! Viele Betriebe wurden – (auch schon vor der Krise, da jedoch nur die großen Konzerne) mit staatlichen Mitteln am Leben erhalten. Das hatte einmal ein Ende. Es heißt zwar, Not macht erfinderisch – doch ist die Not zu groß, kann sich der Mensch nicht weiter entwickeln. 

Umwelt ist ein ernstes Thema geworden, das sich in allen Lebensbereichen niederschlägt. Prioritäten haben sich geändert. So ist es nicht mehr ‚en vogue‘, ständig nach einer neuen Mode gekleidet zu sein, was die Ressourcen dieser Welt extrem belastet. Zwei Linien haben sich in Zukunft durchgesetzt: Funktionskleidung und kreatives, individuelles Upcycling.

Der individuale Pkw-Verkehr wurde großteils durch Carsharing-Systeme abgelöst, wodurch ein Großteil der Autoindustrie auf Versorgungsindustrie umrüstete. Elektroautos waren ein eher unrentabler Zwischenhipe bis man erkannte, dass es mehr Ressourcen kostete als sparte.

Unternehmen, die sich heute, 2027, zum Wohle der Gesellschaft ausrichten, erhalten Steuerboni. Alle anderen, die Ressourcen vergeuden, müssen hohe Abgaben leisten. Es ist nicht mehr möglich, dass Wasser, Luft, Meereszonen oder Regenwaldflächen etc. in privaten Besitz gelangen. Diese Ressourcen wurden zum Erbe der Menschheit erklärt. 

Forscher aus aller Welt arbeiten heute unabhängig zusammen und halten die Ergebnisse nicht mehr unter Verschluss, sondern veröffentlichen sie transparent für jeden zugänglich. Forschungseinrichtungen zur Lösung akuter Probleme sind unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen und werden aus dafür vorgesehenen Bürgerfonds finanziert. Dagegen wurden Konzerne oder Banken nicht mehr staatlich unterstützt. Die globale Güterverteilung ist ein großes Thema, denn es starben noch vor 7 Jahren 9 Mio. Menschen jährlich an Hunger. Bis 2027 konnte diese Zahl um 20% gesenkt werden und es wird weiter an Lösungen des Weltwirtschaftssystems gearbeitet, die aus dem Zusammenbruch des letzten leichter umzusetzen sind. 


Ökologie

Die Freude war groß, als in der Corona-Krise in China wieder blauer Himmel zu sehen war, als Delfine in die Häfen zurückkehrten und die Natur global aufatmen konnte. Menschen knüpften neue Bande mit ihr. Es tat vielen in der Seele weh, als Tiere wieder aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt wurden. Das schuf eine neue Verbundenheit zur Natur. Gleichzeitig war es eine Bestätigung, wie rasch die Natur unseres Planeten reagiert, wenn wir sie regenerieren lassen. Aus dieser Erfahrung heraus entstand beim Endverbraucher eine noch massivere Ablehnung von Produkten und Dienstleistungen, die Ressourcen vergeuden und das Ökosystem belasten. Die letzten Kreuzfahrtschiffe wurden 2025 auf Solar- und Wasserantrieb umgerüstet. Das Meer wird als Lebensraum und nicht mehr als Müllhalde gesehen. Innovative Unternehmen bergen nun den Müll aus dem Meer und finden laufend neue Wege der umweltfreundlichen Entsorgung. Sie genießen weltweite Unterstützung. Länder, die sich nicht daran halten, werden global sanktioniert.

Durch die Krise kamen wir zu Ergebnissen, die ohne sie nicht möglich gewesen wären. Damit gab es schlagende Argumente für nachhaltige Energiegewinnung und Transportmöglichkeiten. Viele Flüge wurden ersatzlos gestrichen, die Frequenz drastisch reduziert. Parallel arbeitet man an alternativen, umweltschonenden Antriebsmöglichkeiten.

Der Ruf nach Gesetzen, die Umweltverschmutzer ausgrenzen, wurde immer lauter – doch die Politik kam dem nur wenig nach. Zu stark war die gegenseitige Abhängigkeit. 

Als die Bevölkerung dies realisierte, agierte sie selbstbestimmt, indem deren Angebote nicht mehr genutzt und deren Produkte nicht mehr gekauft wurden. So regelte sich dieses Thema von selbst. Die Konzerne waren gezwungen, andere Wege zu gehen, um überleben zu können. Und Umweltorganisationen erlebten daraus folgend einen Aufschwung und mehr Mitspracherecht.

Umweltschutz wurde keine Frage von Strafen und Bußgeldern, sondern von sozialer Verantwortung durch gerechte Verteilung der Ressourcen.


Lebensmittel

Obwohl viele in der Krise unüberlegt Hamsterkäufe getätigt hatten, begannen immer mehr nachzudenken, welche Auswirkungen ihr Konsum auf unseren Planeten hatte. Ein Ampelsystem zeigt heute auf jedem Produkt an, inwieweit es die Umwelt belastet. Der Konsument verstand, dass nur eine profitgesteuerte Logistik Engpässe verursachte. Die Information, dass sich Viren von Tieren auf Menschen verbreiten (Vogel-, Schweinegrippe, COVid19, Ebola etc.) ließ immer mehr Menschen den Umgang mit Tieren hinterfragen. Sowohl im Nutztiersektor als auch im Wildtierbereich. Fleisch aus Massentierhaltung wurde mehr und mehr abgelehnt, Wildtiere wurden respektiert und ihre Lebensräume mit denen der Menschen abgestimmt.

Eine neue Politik reagiert zunehmend darauf und importiert keine derartigen Produkte mehr, da sie kaum jemand kauft. Krisen konnten uns lehren, dass wir mit weit weniger auskommen und dadurch sogar unserer Gesundheit einen Gefallen tun, die Krankensysteme weit weniger belasten und mehr Freude am Leben haben. Jene, die daraus ihren Profit geschunden haben, gibt es nicht mehr.


Medizin

Die Corona-Krise war der Beginn einer neuen medizinischen Ära. Man konnte nach einiger Zeit die wahren Hintergründe aufdecken und daraus lernen. Die Krise zeigte jede Schwachstelle schonungslos auf. In manchen Ländern wurden massive Missstände deutlich – unmenschliche Zustände in Wohnraum und medizinischer Versorgung, im Umgang mit Lebensmitteln und Tieren etc. Impfungen waren nicht die Lösung. Vielmehr war es die Stärkung des Immunsystems. Und das ist der natürliche, gesunde Ansatz. Pharmaproduzenten sind heute durch immer mehr resistente Keime am Ende der antibiotischen Fahnenstange angekommen und schwenken derzeit um auf natürliche Mittel aus Mutter Natur, jedoch höchst technologisch aufbereitet. Der Standard der Notfallmedizin erlebt jedoch auch neue Höhen durch neue Technologien und den Einsatz von KI. 

Durch vergangene Krisen wurden folgende Fragen zunehmend akut:  Wie leben wir miteinander? Was ist ein Menschenleben wirklich wert? Ist ein Corona-Toter schrecklicher als ein Krebstoter? Wo beginnt Solidarität und wo hört sie auf? Wo schießt man über das Maß hinaus? Etc.

Die Reaktionen wurden zunehmend derart unverhältnismäßig, dass letztendlich keiner mehr einen Sinn darin sehen konnte. Heute wird Epidemien auf intelligente Art und Weise begegnet. Es wird selektiert und individualisiert. Nicht jeder Virus ist für jeden gleich. Risikogruppen werden rechtzeitig gewarnt und erhalten dementsprechende Informationen und Betreuung. Jedoch immer in Eigenverantwortung!

Mangelnde Hygiene war weltweit ein Thema. Mehr als zwei Milliarden Menschen hatten 2019 keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Europa und Nordamerika verfügten 57 Millionen Menschen über keine Wasserleitung! Über 80 Prozent aller Abwässer weltweit wurden ungeklärt in die Umwelt entsorgt, vor allem in die Meere. Das zeigte die wahren Gründe der pandemischen Krisen. Diese Probleme führten zu neuen Innovationen und konnten in den letzten Jahren durch die zunehmende Technologie um mehr als die Hälfte reduziert werden.


Next Generation

Wichtig ist, dass die nächste Generation
aus den Fehlern der vorhergehenden lernt!

In Krisen reagieren Menschen aus Angst egoistisch. Das wurde jedem klar. Selbst das Argument Menschenleben zu retten, wird im emotionalen Gehirn in erster Linie als das eigene interpretiert. Emotionale Argumentationen hatten keinen Bestand und durch vernünftige Prüfung und Hinterfragung konnte sowohl das eine wie auch das andere relativiert werden. Dabei half der Blick auf größere Zeiträume und Learnings daraus. 

Heute sind wir in einem Reifeprozess zu einer Politik, die all das bewusst machen kann und so dem Volk dienlich ist. Anstatt Angst und zweifelhafte Moral zu verbreiten, werden nun Zahlen und Fakten ganz neutral kommuniziert und Lösungen von demokratischen Krisengremien abgewogen. Die Motivation der nächsten Generation, es besser zu machen, ist um 70% gewachsen.


Globalität – Solidarität

In der Krise haben ganze Staaten egoistisch gehandelt. Die eigene Sicherheit ging vor. Es war deutlich zu sehen, dass im Ernstfall nicht auf länderverbindende Maßnahmen zu zählen war, sondern auf Abgrenzung und Grenzschließung – als lineare Entwicklung aus den vorangegangenen Konflikten. 
Gleichzeitig steuerten zentrale Finanzmonopolen wiederum die Regierungen ganzer Staaten. Dieses Spiel zu durchschauen dauert noch an, viele wehren sich dagegen und wollen es nicht wahrhaben, zu sehr haben sie sich bisher darauf verlassen. Doch werden es immer weniger.

3 Jahre später saßen neue Ländervertretungen zusammen, weil weitere Krisen über Grenzen gingen und nur durch eine andere Form der Zusammenarbeit abgefangen werden konnten. Es entstand ein langsamer Weg zu mehr Gemeinsamkeit und Verantwortung, den nach wie vor nicht alle Länder mitgehen können.


Politik

Krisen zeigen immer das wahre Gesicht der Mächtigen, denn nur in der Krise werden Kompetenzen offensichtlich. So zeigten einige Staatsoberhäupter ihre Unfähigkeit, mit Krisen umzugehen und andere nutzten sie schamlos für ihre Zwecke aus. Über die Jahre wehrten sich ihre Untertanen und Bürger dagegen. Es gab weltweit mehr und mehr Aufstände, Streiks und Revolutionen. Sogar im deutschsprachigen Raum. Daraus konnte sich eine neue Demokratie entwickeln. Nicht zurück zur Diktatur – sondern vorwärts zu mehr Transparenz und Partizipation. Heute ist „Proaktive Veränderung statt Brüche“ das Schlagwort der Wahlkämpfe. Da die Politik wieder sinnvolle und weniger egoistische Ziele hat, interessiert sich auch die Jugend wieder dafür und nimmt aktiv teil.

Eine Entkopplung von Politik und Wirtschaft, von Politik und Bildung, Medizin und anderen Bereichen ist in Arbeit. Politik wird zu einer schlanken Verwaltung von wechselnden Juristen, Strategen und Bürgervertretern, um den anderen gesellschaftlichen Bereichen Regeln und Gesetze zu geben. Die bisherige Manipulation von Eliten wird dadurch eingeschränkt.


KI & Datenschutz

Menschen wechselten zu Mobilfunkanbietern, die ihre Daten schützten anstatt sie weiter zu geben, auch nicht an die Regierung. Heute kann man sogar international auswählen, da Provider nicht mehr auf einzelne Länder beschränkt sind.

Die technologische Entwicklung geht dennoch in Richtung Überwachung zum Wohle der Menschheit (ganz pragmatisch und ehrlich gemeint). Die persönlichen Machtinteressen müssen dazu jedoch ausgemerzt werden.

Ein weiteres Hindernis war die menschliche Angst vor maschineller Kontrolle. Das wurde jedoch durch sämtliche historische Fehlentscheidungen durch Menschen widerlegt. Die Nutzung von KI ist nur auf allgemeinnützlicher Ebene zulässig, wenn dadurch keine Freiheitsbeschränkungen individueller Menschen entstehen.
Immer mehr Abläufe in der Versorgung können durch KI viel besser gesteuert werden. Vergleichbar mit einem Smartphone oder dem Internet, das viele Funktionen selbtständig und intelligent ohne unser Zutun erledigt und dennoch in seinem Nutzen und Schaden vom Menschen selbst steuerbar ist. Es liegen Konzepte am Tisch, in denen Menschen mehr Wohlstand durch KI-Steuerung erlangen. In Versorgungsbereichen wäre KI durchaus von Vorteil und kann durchaus auch zu mehr persönlicher Freiheit führen. Es wird jedoch nach Lösungen gesucht, die eine KI-Steuerung in speziellen Belangen aushebelt, wenn es um Menschlichkeit geht. Das ist der Knackpunkt für eine Weiterentwicklung und soziale Innovation.

Schlusswort

Diese Potenziale unserer Zukunft sind tatsächlich möglich. Wenn wir verstanden haben, dass Zukunft nichts ist, was festgeschrieben ist, sondern von uns selbst gestaltet wird und zwar jeden Tag! Jede Minute! Jede Sekunde! 

Dann wäre es ein Zeichen von Intelligenz, es in konstruktiver Weise zu tun und uns von Angst und Machtstrukturen nicht überrollen zu lassen. Wir sind nicht unabhängig voneinander und hätten es in der Corona-Krise lernen sollen. Viele haben das in der Klimakrise schon entdeckt. Wir sind verbunden. Ob wir wollen oder nicht. Es liegt an uns, ob wir diese Verbundenheit dazu nützen, uns selbst zu stärken indem wir andere stärken  oder ob wir andere und damit uns selbst schwächen, ja sogar zerstören.

Diese Krisen sind unsere Chance, die globale gesellschaftliche Struktur auf die nächste Stufe zu heben und damit die Zukunft unseres Planeten und somit auch unsere eigene möglich zu machen.

Das verlangt zunächst keine großen Schritte im Außen. Aber es verlangt einen kritischen Blick in unser Inneres. Und dazu sind Krisen da. 

Um etwas in der Welt verändern zu können,
müssen wir ZUERST unseren Blick auf die Welt,
unsere Einstellung, unsere Geisteshaltung verändern.

Der ZUKUNFTSKOMPASS®

Um diesen kritischen Blick in unser Inneres zu erleichtern, empfehle ich einen Kompass, der uns durch Krisen in die Zukunft führen kann. Wenn wir unsere Grenzen in einer kompetenten Selbsterkenntnis kennen lernen, können wir über sie hinausgehen. Der Lohn ist ein starkes Selbstvertrauen. Und das führt zu einer gut ausgeprägten Resilienzkompetenz.

Viele dieser Kompetenzen sind nun gefragt. Mit ihnen gelingt es uns, in einer Krise zu bestehen und Wege hinaus zu finden.

Gehen wir doch mal gemeinsam eine Runde durch den Zukunftskompass®:

  • Wir müssen unsere Selbstkompetenz stärken, uns stabilisieren
  • Alles für unsere eigene Gesundheit tun, um handlungsfähig zu bleiben
  • Reflektieren was geschehen ist und unsere eigenen Gefühle dazu sowie deren Ursprung erkennen
  • Uns in die Lage anderer versetzen können und diese empathisch verstehen
  • Gut und gerecht mit Ressourcen umgehen
  • Uns immer wieder neu entscheiden
  • Auf Augenhöhe kooperieren
  • Resilienz entwickeln
  • Mit vielfältigen Sichtweisen und Meinungen umgehen
  • In unseren Kompetenzbereichen die Führung übernehmen
  • Neue Wege mutig gehen
  • Freiheit durch Verantwortung leben

So können wir Krisen meistern. 

Angewandte Zukunftskompetenz – Worauf kommt es in Krisen an?

  • Zunächst sollten wir einen kühlen Kopf bewahren
  • Sollte Angst aufkommen, ihr in die Augen sehen
  • Informationen sammeln, sachlich prüfen und einordnen (immer wieder neu!)
  • Historische Referenzen suchen und daraus lernen
  • Uns mit möglichst vielen Menschen und Meinungen austauschen
  • Vorsorgen
  • Die Lage immer wieder aktuell einschätzen
  • Und daraus Entscheidungen treffen
  • Offen bleiben! Oft macht eine Krise eine unerwartete Wendung
  • Humor beibehalten!
  • Verbündete / Hilfe suchen
  • Das Konstruktive fördern (anstatt das Destruktive)
  • Vertrauen in die Zukunft beibehalten
  • Das Gute darin erkennen.
  • Sich innerlich selbst reflektieren
  • Sich selbst und sein Umfeld neu erfinden
  • Eventuell anders als bisher reagieren (neue Probleme können nicht durch alte Lösungen beseitigt werden)
  • Mut – Ehrlichkeit – Hoffnung

Everything in my life has prepared me for this moment and I am on my knees, crying, I did not want this. (The Bhagavad Gita)

Alles, was ich bisher in meinem Leben erlebt habe, hat mich vorbereitet auf genau diesen jetzigen Moment. Belassen wir es bei diesem Satz. Und dann braucht es die Menschen, deren Gerechtigkeitssinn und Streben nach Lösung stärker ist als die Angst. Sie werden zu den neuen Anführern in der Gesellschaft.

Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten: 

Der Zukunftskompass®

308 Seiten, myMorawa 

Neuauflage 2020

www.zukunftskompass.at

Verantwortung und Lebendigkeit

Wir alle träumen davon, sehnen uns danach: Freiheit! Allein das Wort löst schon ein wunderbares Gefühl in uns aus. Wir sind heute so frei wie nie – heißt es. Doch genau das bereitet uns auch Probleme. Kaum haben wir uns von einer Abhängigkeit befreit, schlittern wir schon in die nächste. Derzeit bestimmt genau das unser Leben in allen Bereichen.

Sind Sie so frei?


Wir alle streben danach, doch die wenigsten wagen sich in diesen Bereich des Lebens vor. Denn das hat einige Konsequenzen. Ich spreche von einem Leben in größtmöglicher Freiheit. Und frage Sie: Möchten Sie vollkommen frei sein? Oder andersrum gefragt: Wo sind Sie nicht frei?

Vor einem Jahr hätte ich sicherlich andere Antworten erhalten als heute. Mehr und mehr beschäftigen wir uns mit der Frage, welchen Preis wir für unsere Freiheit zahlen wollen. Und damit sind wir am Punkt – Freiheit ist ein hohes Gut. Man bekommt es nicht geschenkt. Man muss darum kämpfen. Und meistens zunächst einmal mit sich selbst…

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)

Die eigene Freiheit finden. Keine leichte Aufgabe! Denn bei genauerer Betrachtung wird innere Freiheit auch unbequem werden – denken Sie nur an all die Abhängigkeiten, die wir liebgewonnen haben. Freiheit – die echte Freiheit – finden wir leider nur in uns selbst.

„Wenn man etwas unbedingt will, ist man nicht frei“, lautet eine buddhistische Weisheit. Das bedeutet: Frei ist, wer keine Wünsche mehr hat. Ist der Wunsch nach Freiheit nun per se ein Wunsch, der uns unfrei macht?

Was wäre, wenn ich Ihnen sagen würde, dass Sie bereits das Leben leben, das Ihnen entspricht? Dass Sie bereits alles haben, was Sie brauchen, um Ihr Leben frei leben zu können? Dass Sie nur glauben, dies oder jenes noch sein oder haben zu müssen? Dass Sie bereits jetzt frei sind, tun und lassen zu können, was Sie möchten? Und dass nur Sie selbst entscheiden können, ob Sie das auch tun?

Könnten Sie damit umgehen?

>> weiterlesen

(eine filmische Betrachtung) 

Mittlerweile beschleicht mich eine seltsame Sehnsucht, wenn ich Filme ansehe, wo sich Menschen in Pubs treffen und ihre Probleme auf menschliche Art und Weise austauschen.

Als Gegenpol schaue ich auch in Serien rein, wie „Upload“ oder „Altered Carbon“… satirische wie dystopische Perspektiven einer transhumanen Zukunft.
Profunde Bücher noch freier Autoren gaben mir Einblicke in die Politik der letzten 100 Jahre, die mich einiges klarer sehen lassen.
(Empfehlungen siehe unten)

„Erst gestalten wir unsere Werkzeuge, dann gestalten sie uns“ (John Culkin)

Und letztendlich frage ich mich bei all den nicht gerade neuen Versuchen, eine „neue Wirtschaft“ zu kreieren, ob hier einfach blind nach vorne innoviert wird oder ob man die Ursache des Symptoms „Corona“ analysiert. Diese Frage bringt uns zu anderen Recherchen und Sichtweisen als es uns ein Mainstream vorgibt. Und wie bei einer Krankheit ist es unsere Wahl, die Ursache oder nur das Symptom zu beseitigen. Oder vielleicht sogar das Symptom für fragliche Zwecke zu nützen.

„Wir leben in einer Zeit, wo Ehrlichkeit als Schwäche zählt und die Lügner auf Händen getragen werden…“ (Albert Einstein)

Historisch wird eine Abfolge sichtbar, die wir mehrere Male verabsäumt haben, zu korrigieren und die daher immer akuter wurde, bis wir schließlich in der Eskalation standen. Jetzt gibt es 2 Wege in unsere Zukunft. Und hier werden wir nun tatsächlich alle zu Neos im Film Matrix in der Wahl der roten oder blauen Pille. 

Die blaue ermöglicht uns ein Leben ohne Entscheidungen, für alles wird gesorgt. Wir brauchen uns um nichts kümmern, nur den Anweisungen Folge leisten. Unsere Daten werden kontrolliert und unser Leben damit gesteuert. Wir brauchen nichts mehr entscheiden und leben in einer virtuellen Welt, die sicher scheint… jedoch keinerlei Entscheidungsfreiheit zulässt. Eine technologische Intelligenz nimmt uns alle Sorgen ab und somit ist der Mensch nur noch mit ihr gemeinsam lebensfähig.

„Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem die Technologie unsere Menschlichkeit übertrifft. Auf der Welt wird es nur noch eine Generation aus Idioten geben.“ (Albert Einstein)

Und die rote? Sie weist uns den Weg in eine eigene Freiheit mit allen Risiken, aber auch allen Möglichkeiten. Wir dürfen lernen, uns entwickeln und experimentieren. Wir können als Menschen das Leben feiern und individuelle Lösungen kreieren. Wir entwickeln hohe Resilienz und verlieren so unsere Angst vor Ungewissem. Wir erklimmen die nächste Stufe der Evolution und kontrollieren die Technologie als Ergänzung zu unseren Entscheidungen, das Lebendige jedoch ständig im Fokus.

„Jeder Fortschritt, der nicht menschlich ist, ist kein Fortschritt.“ 
(Antonio Gala)

Welche Welt lebenswert ist, mag im Weltbild des Betrachters liegen. Während der eine im Menschen eine mechanische Maschine sieht, die durch KI unsterblich werden kann, erlebt sich der andere als ein organisches, spirituelles Wesen, das seine eigene mentale Stärke entwickelt.  

Wer von beiden mehr Freiheit besitzt, beantwortet sich von selbst. Wer mächtiger ist, entscheidet sich auch mit den Fähigkeiten des Individuums. Eventuell würden wir unsere Gehirnkapazitäten nunendlich zu nutzen beginnen anstatt sie mit einer KI zu verbinden. Möglicherweise sitzt aber bei so manchen die Angst vor Freiheit so tief, dass er die Kontrolle und Abhängigkeit vorzieht.

„Die Fähigkeit zu beobachten ohne zu werten ist die höchste Form von Intelligenz.“ (Krishnamurti)

Wo ich gerne wäre?

Ich denke, wer meine Bücher kennt, weiß es. 

Daher geht es nachfolgend um die letzte der 12 Zukunftskompetenzen im Zukunftskompass®: Die Freiheitskompetenz

Und 2021 werde ich Ihnen neue Gesellschaftsimpulse vorstellen, die in eine gute Zukunft für Mensch, Wirtschaft und Politik führen könnten!

2012 war eines. 2021 stellt wohl so manches auf den Kopf!

Also wundern wir uns nicht, sondern verändern wir einfach unsere Perspektive.

„Man kann nicht jeden Tag Gutes tun, aber immer sein Bestes.“ 
(Karl-Heinz Karius)

Damit wünsche ich Ihnen besinnliche Feiertage mit Ihren liebsten Menschen und einen guten Rutsch ins Neue!

Ihre

Cornelia Scala-Hausmann


…also ich schon. Sogar mehrere.
 
Bevor Sie mich nun einer allzu liberalen Partnerschaftsauffassung verdächtigen, möchte ich einbringen, dass wir nicht nur in einer Zweierbeziehung Verhältnisse leben. 
Eines mag das Leben versüßen – ein anderes kann es verderben. Es kann platonisch oder leidenschaftlich sein, interessens- oder herzensgesteuert. Und glücklich der, der das beste Verhältnis (zwischen sich und anderen) leben kann.
 
Beziehungen – wir haben sie in vielfältigster Art und Weise. Und wenn eine davon nicht mehr trägt, sondern hindert… dann fragen wir uns, ob es noch in einem Verhältnis steht. 
 
Ein Verhältnis sollte verhältnismäßig gut in einem gesunden Verhältnis zu uns selbst stehen! (CSH;-)
 
Wollen wir doch mal unsere Verhältnisse im derzeitigen Leben begutachten…
 
Wie steht es um ihr Verhältnis zu Ihrem Partner?
… zu Ihrer Arbeit?
… zu Ihrer Familie?
… zu Ihren Freunden?
… zu Ihrer Gesundheit?
… zu Ihrer Selbstverwirklichung?
… zu Ihrer Selbstverantwortung?
und wie zu Ihrer Lebensfreude?
 
Diese Fragen haben mich in den letzten Monaten auf neue Art und Weise beschäftigt. Denn erstmals wurde strikt vorgegeben, wie mein Verhältnis zu mir, zu Familie, Freunden, Arbeit und meiner Gesundheit zu sein hat. Aber dennoch kann ich gleichzeitig wiederum ein eigenes Verhältnis zu eben diesen Verhältnissen aufbauen, welches ein völlig anderes ist.
 
Die Demut gibt jedem, auch dem einsam Verzweifelnden, das stärkste Verhältnis zum Mitmenschen und zwar sofort, allerdings nur bei völliger und dauernder Demut. (Franz Kafka)
 
„Schon gehört? Die beiden haben ein Verhältnis miteinander!“ – Wie schön, wenn mit dem Wort „Verhältnis“ eine Beziehung zweier Menschen ausgedrückt wird, die nicht offenkundig ist. Ein Verhältnis ist also nicht immer offiziell. Und egal, ob zu Menschen oder einem Umstand – wir haben dabei immer eine intime Beziehung zum Leben. Und die ist Maßstab für all unsere Entscheidungen.
 
Ich finde, das passt perfekt in diese Zeit. 
Wenn Menschen etwas von sich preisgeben, sich outen, geben sie Einblick in diese intime Beziehung, ganz gleich, ob es eine Liebe zu einem Menschen oder die zu Wahrheit oder Gerechtigkeit ist. 
Sogenannte Whistleblower können ihr schmerzhaftes Verhältnis zu bestimmten Unverhältnismäßigkeiten nicht mehr für sich behalten und müssen es offiziell kundtun. Es befreit sie, auch wenn sie damit ihre Existenz aufs Spiel setzen. Es muss also in uns Menschen etwas geben, das uns dazu drängt.

Woher kommt das?
 
Ich denke, jeder, der schon mal ein (geheimes) „Verhältnis“ hatte, weiß, dass es ab einem bestimmten Zeitpunkt belastet. Es schränkt die Freiheit ein. Was zu Beginn ein Anreiz oder ein Spiel war, wird nach und nach bitterer Ernst. Es bindet Energie und hindert uns am Fortkommen. Irgendwann ist der Druck so groß, dass ein Befreiungsschlag nötig wird. Dann kommt es ans Licht. Und so schmerzvoll es auch sein mag – es erleichtert!
 
Ein wichtiger Punkt der Lebensweisheit besteht in dem richtigen Verhältnis, in welchem wir unsere Aufmerksamkeit teils der Gegenwart, teils der Zukunft widmen, damit nicht die eine uns die andere verderbe. (Arthur Schopenhauer)
 
Heute scheint es, dass jemand, der ein gesundes Verhältnis zur Welt und seiner Eigenverantwortung pflegt, vielleicht sogar noch seine eigene Vernunft benützt – ebenso schief angesehen wird, wie jener, der vor Jahren in einem leidenschaftlichen Verhältnis abseits der ehelichen Normen ertappt wurde. 
Damals wie heute ist Moral ein gesellschaftliches Konstrukt. Eine Ethik mag jedoch ganz andere Ziele zeigen. (Ich weiß, dass es hier vielfältige Definitionen gibt).
 
Ich traf in den letzten Wochen zu 90% Menschen, die ihr Verhältnis zur derzeitigen Situation geheim halten, es also nicht öffentlich kundtun, es aber dennoch leben. Wie ein betrogener Ehepartner, wähnt sich die Öffentlichkeit bestätigt, ohne zu ahnen, dass ihre Beziehung zum einzelnen Menschen nicht so ist, wie sie scheint.
 
Die allgemeine Schiefheit der Menschen in allen bürgerlichen Verhältnissen und ihre allgemeine Verhärtung im gesellschaftlichen Zustand ist eine Folge der innern Verstümmelung der Naturkräfte. (Johann Heinrich Pestalozzi)
 
Was also tun, wenn wir verschiedene Verhältnisse haben, die „unverhältnismäßig“ sind? Als Coach würde ich einem Klienten raten, es zu klären. Idealer Weise, wie die alten griechischen Philosophen, bei einem Spaziergang durch die Natur, denn diese rückt manches wieder ins rechte Licht.
Klären geschieht zunächst in sich selbst, doch dann immer in der daraus resultierenden veränderten Haltung zur Umwelt. In Coachings und Beratungen ist es ein offenes Geheimnis, dass sich alles um einem verändert, wenn man sich selbst verändert. Zu glauben, dass man bereits weiß, wie andere denken und handeln, ist anmaßend und meistens falsch.
Umso mehr erstaunt es, dass wir immer wieder zurückfallen in längst überholte Gefängnisse, die wir uns selbst bauen. Dabei kommt meist so zurück, wie wir in den Wald hineinrufen.
 
Die Verhältnisse ändern sich, wenn sich unser Verhältnis dazu ändert. (Michael Richter)
 
 
Wie steht es also mit unseren Verhältnissen im Umgang mit uns selbst und der Welt?
 
Wie steht es mit unserem Drang nach Erleichterung?
 
Es wird Zeit zu fragen. 
Es wird Zeit zu antworten.
Es wird Zeit…
 
… die Verhältnisse zu klären.
 
Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

Es hilft uns nichts, das Böse zu verneinen; gegen das Böse hilft uns nur, die Welt so mit Gutem anzufüllen, daß schließlich das Böse keinen Platz mehr hat. Und so hilft es uns nichts, den Krieg zu beklagen; vor dem Krieg schützt uns nur ein Verhältnis der Nationen, in dem sie sich zusammenwirkend alle wohler fühlen als auseinanderstrebend. (Hermann Bahr)


 
Tipp: Es ist unverhältnismäßig – Rede Univ. Prof. Dr. Dr. Christian Schubert


Die Gegenwart ist im Verhältnis zur Vergangenheit Zukunft, ebenso wie die Gegenwart der Zukunft gegenüber Vergangenheit ist. Darum, wer die Gegenwart kennt, kann auch die Vergangenheit erkennen. Wer die Vergangenheit erkennt, vermag auch die Zukunft zu erkennen. (Lü Bu We) 

Die Erneuerungskompetenz

Sich zu erneuern, ist lebenswichtig. Unser Körper tut es in einem kaum vorstellbaren Umfang, ohne dass wir etwas davon mitbekommen. Zwischen zehn und 50 Millionen Körperzellen baut unser Körper pro Sekunde ab und ersetzt sie durch neue Zellen. So wird unser Skelett alle zehn Jahre ersetzt, der Dünndarm alle 16 Jahre, unsere Leber alle zwei Jahre, und die Haut wird keine zwei Wochen alt. 1 Erneuerung ist also etwas Natürliches. Kein Mensch könnte ohne sie leben. Nehmen wir uns also unsere Zellen zum Vorbild und lassen Erneuerung zu – das Leben wird dadurch spürbar „lebendiger“ und aufregend.

Alle großen Geister der Geschichte waren Erneuerer – egal, ob Rebellen, Entwickler, Erfinder usw. Die Menschheit wäre nicht das, was sie ist, wenn es keine Erneuerung gäbe. Immer und immer wieder. Zugegeben – Menschen wehren sich dagegen. Sie wollen beim Altbewährten bleiben. Doch im Endeffekt setzt sich – früher oder später – immer das Neue durch.

Erneuerung setzt aber eine Eigenschaft voraus, die ohne Zweifel jeder von uns besitzt, die sich jedoch in völlig unterschiedlicher Art und Weise äußert. Eine Fähigkeit, die uns tagaus, tagein das Leben erleichtert, uns Lösungen finden lässt und uns vor allem in (gefürchteten oder ersehnten) Veränderungsprozessen massiv unterstützt. Diese Fähigkeit ist angeboren, man muss sie jedoch ein Leben lang, trainieren, damit sie nicht verkümmert. Sie kommt allerdings nur dort zum Tragen, wo wir uns in ungeordneten Bahnen bewegen. Will ein Mensch also im Erneuerungsmodus bleiben, muss er immer wieder ausgetretene Pfade verlassen.

Sie ahnen bereits, worum es hier geht? Ich spreche von der stärksten menschlichen Kraft, die Dinge erschafft – der Kreativität (lat. creare – etwas neu schöpfen, erfinden). Mit ihrer Hilfe schaffen wir soziale und wirtschaftliche, in jedem Fall jedoch persönliche Erneuerung oder Innovation.

Und was passiert, wenn wir uns ihrer bedienen? Dann könnte sich Erfolg einstellen. Und sobald sich Erfolg einstellt, passiert Folgendes: Die Dinge beginnen sich zu normieren, Abläufe werden verwirtschaftlicht usw. Und dann muss diese Form der Kreativität zurückweichen. Denn wenn man etwas in genormte Abläufe bringen will, darf es sich nicht mehr verändern – sonst bleibt der wirtschaftliche Erfolg aus. Unzählige Biografien zeigen uns diesen Tanz zwischen Erneuerung und Erfolg. Und viele antworten auf die Frage, ob sie kreativ wären, mit Nein. Dabei haben sie jahrelang ihre Vision vor Augen gehabt und sich immer wieder neu danach ausgerichtet.

Will ein Mensch also weiterhin ein hochgradig kreatives Leben führen, nimmt er genau dann, wenn sich wirtschaftlicher Erfolg einstellt, der auch nach außen hin bemerkbar ist und der ihn in Normen und starre Abläufe zwängt, Abschied – und beginnt etwas Neues. Oder er findet jemanden, der seine bisherigen kreativen Ideen übernimmt und sie für ihn ökonomisch verwertet, sodass er selbst sich neuen Ideen widmen kann. (Der Traum eines jeden Künstlers!)

Naturgemäß hat das viel mit „Scheiden“ und „Entscheiden“ zu tun. Entscheiden hat (wie wir bei der Entscheidungskompetenz bereits erfahren haben) etymologisch etwas mit „das Schwert aus der Scheide ziehen“ zu tun. Es hat also auf keinen Fall etwas mit Sicherheit und Ruhe zu tun. Dafür oft mit Freude, Lebendigkeit und Jugend. Und mit Grenzen. Es hat auch viel mit Pioniergeist zu tun! Und eine Prise Revolution schwingt auch darin mit, denn Neues kann nur geschaffen werden, wenn das Alte infrage gestellt wird.

Und eines ist auch klar – gäbe es auf dieser Welt ausschließlich lupenreine Pioniere, hätte nichts Bestand. Es braucht auch alle anderen Kompetenzen, um die Welt und die Wirtschaft am Laufen zu halten. Also keine Sorge, wenn Sie eine andere Kompetenz stärker vertreten als die Erneuerungskompetenz. Denn jeder hat seine Präferenzen, und als Unternehmer, Chef, Coach etc. gilt es, diese Kompetenzen im Team zu vereinen.

Erneuerung bedeutet gleichzeitig Veränderung – Unbekanntes verspricht Überraschungen. „Überraschung ist das Salz des Lebens“, heißt es. Was wäre, wenn alles in seinen vorgeplanten Bahnen abliefe? Das mag jetzt den einen oder anderen Leser verwundern, denn im Business sind Überraschungen nicht unbedingt erwünscht. Es sei denn, positive. Oder hatten Sie bei dem Wort „Überraschung“ sowieso nur an positive gedacht?

Eine Erneuerung tut immer gut. Freiwillig oder gezwungenermaßen. Und meist begreift man erst hinterher den wahren Sinn darin. Erneuerung ist der Jungbrunnen für Mensch und Organisation, für Produkt und Unternehmen. Und erneuerungskompetente Menschen spielen damit. Sie wollen weder in Strukturen verhärten, noch ein Spielball von (unangenehmen) Überraschungen werden. Sie fokussieren sich auf ihre Ziele, richten sich nach ihrem eigenen Kompass aus und bleiben ungern stehen.

So sehr unsere Kultur bemüht ist, Ganzheitliches zu verbannen und sich auf etwas zu fokussieren, so ist sie doch durchaus fähig, ganzheitliche Lösungen zu finden, wenn es brenzlig wird. Es muss allerdings schon sehr brenzlig werden, es muss schon brennen, also wirklich gefährlich werden, damit sich was tut. Erst wenn das Alte nichts mehr taugt, wird auf das Neue gehofft. Und häufig unbedacht ausprobiert. Zu einem kompetenten Umgang mit Erneuerung gehört aber auch, das Neue zu prüfen und mit Bedacht auszuwählen. Vor allem, wenn es um gesellschaftliche und politische Entscheidungen geht.

Es kommt auf die Mischung an. Weder Alt noch Neu darf überhandnehmen, darf über dem anderen stehen. Beides muss in einem gesunden Gleichgewicht stehen. Das Alte nährt uns, und das Neue hält uns lebendig. Wir bestehen immer aus Alt und Neu – auf allen Ebenen und in allen Bereichen, sei es, was den Körper, unsere Umwelt oder unsere Kommunikation anlangt. Das Alte allein ist destruktiv – das Neue allein ebenso.

>> mehr dazu im Buch „Der Zukunftskompass®“

>> Mehr INFO

Kennen Sie diesen Spruch? Ich hörte ihn das erste mal als Teenager von meiner (manchen schon bekannten) Großmutter*. Er geht aber noch weiter:
 
…denn das Denken der Gedanken
Ist gedankenloses Denken…

 
Schon damals faszinierte mich der Spruch so sehr, dass ich ihn mit ein paar anderen (zum Leidwesen meines Vaters, der sie frisch lackiert hatte) auf meine Zimmertür schrieb.
 
Für Großmutter hatte dieser Spruch auch besondere Bedeutung. Hatte sie doch einiges an gedankenlosem Denken mit Höhepunkt zweier Weltkriege erlebt. 
 
…denn wenn du denkst, du denkst,
dann denkst du nur du denkst…

 
Meine Tochter zeigte mir unlängst ein „Meme“, in dem Zeitreisende das Jahr 2020 aus dem Zeitrechner gestrichen hatten. Und zwar nicht wegen eines Virus. Humor hilft Menschen, unglaubliche Dinge zu verarbeiten – eine Auswahl dieser Memes habe ich weiter unten zusammengestellt – damit wir wenigstens ein bisschen was zu lachen haben.
 
…aber denken tust du nie!
 
Nathalie ist immun gegen Medienmanipulation – seit dem 5. Lebensjahr. Damals hatte ich noch meine Werbeagentur in Wien. Und eines Tages kam sie mit knapp 5 Jahren ziemlich aufgeregt in mein Büro gelaufen, „Mama, Mama! Wir müssen unbedingt Happy Day Orangensaft kaufen!“ Als ich sie auffing und fragte, „Warum das denn?“ meinte sie mit großen Augen: „Weil er der beste von allen ist!“ – „Wie kommst du da drauf?“ – „Ich habs gesehen!“ – Wo denn? – „Im Fernsehen!“
Lange Rede kurzer Sinn – sie hatte bei einer Freundin einen Werbespot im Fernsehen gesehen (denn in unserem Hause gab es aus gutem Grund bereits schon länger kein Fernsehgerät mehr).
 
„Komm mal mit!“ ich nahm sie an die Hand, führte sie zu meinem Arbeitsplatz, setzte sie auf meinen Schoß, startete den Computer und rief eine Werbekampagne für ein bekanntes Waschmittel auf. 
„Du weißt, dass ich eine sogenannte Werbeagentur** habe und für Menschen, die etwas verkaufen wollen, Werbung mache, das heißt, ich mache Dinge so schön, dass jeder sie haben will?“. Sie nickte und schaute gespannt in den Computer. 
Ich zeigte ihr Werbespots, Fotos und las ihr die Texte vor… zeigte ihr wie sie gemacht wurden… wie die Videos konstruiert werden – kurz: enttarnte die schöne Fassade der Werbung. Dann fragte ich sie „Warum glaubst du, machen wir das?“ Sie schaute mich fragend an. „Weil diejenigen, die das Waschmittel herstellen, es auch verkaufen wollen. Das tun sie, indem sie sagen, dass es das Beste ist. Das stimmt aber nicht! Andere sind oft genauso gut oder sogar besser.“
Ich konnte richtig zusehen, wie etwas in dem kleinen Köpfchen passierte… 
„Warum machst du das dann?“ fragte sie mich mit großen Augen. „Gute Frage – eigentlich will ich das gar nicht – eigentlich möchte ich nur Gutes bewerben. Aber leider kann ich davon allein nicht leben…“  (Das änderte sich jedoch sehr bald danach 😉 )
 
Wenige Wochen später war Weihnachten und ich traf eine Mutter aus dem Waldorf-Kindergarten. Wir kamen ins Plaudern und sie lachte, als es um die Weihnachtsgeschenke ging. „Deine Nathalie ist eine Nummer!“ meinte sie. „Als meine Dora ihr erzählte, was sie sich wünscht und es dabei um eine besondere Puppe ging, meinte deine Tochter mit einem altklugen Abwinken: ‚Ach was, das ist alles nur Werbung!‘ Ich traute meinen Ohren kaum!“
 
Tja, offenbar hat es gefruchtet. Bis heute. Fernsehen war in unserem Hause verpönt. Denn es gab einen krassen Unterschied in dem Verhalten meiner Kinder, seit er „kaputt“ war. Und zwar zum Besseren. 
Daher tun wir uns heute wohl schwerer als Andere im Vertrauen auf Medien und ihren Meldungen und litten schon seit März an schwerer Unvereinbarkeit zwischen den Meldungen und unserem logischen Denken.
 
Seit März wird mein Verstand und damit mein Denken derart beleidigt, dass ich mit dem Studium der Erkenntniswissenschaften begonnen habe. Das macht die Sache nicht unbedingt besser – denn so wird man erst recht auf sämtliche Falschdenkprozesse aufmerksam. Aber zumindest konnte ich mein Denken, meinen Verstand und meine Vernunft im eigenen Hoheitsgebiet halten und nicht in einer Fremdübernahme verlieren. 
Aus diesem Grunde engagiere ich mich auch seither in diversen NGOs zur Faktensammlung.
 
Meine Tochter und ich haben für uns den Spruch auch vor kurzem umgeändert: 
Denkst du auch, gedacht zu haben?
Ist das Denken der Gedanken auch gedankenvolles Denken?
Wenn du denkst, du denkst,
denke, WIE du denkst!
Aber fremddenken lass‘ dich nie!“

 
😉
 
In diesem Sinne fordere ich Sie auf, Ihren Verstand zu pflegen und zu nützen!
Er verkümmert sonst. Und was würde uns dann noch als Mensch vom Tier unterscheiden?

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann
 
 
*1896 – 1983
** CU – see you – Werbeagentur mit 12 Mitarbeitern in Wien 19

Kontakt:
www.lascala.cc
www.zukunftskompass.at

Im Allgemeinen kommt Reife durch Erfahrung. Und Erfahrung kommt durch Leben. Das braucht seine Zeit. Junge Führungskräfte sollten also reife Berater haben, die sie unterstützen und tunlichst nicht manipulieren.

In früheren Zeiten waren Führungskräfte gleichzeitig auch Anführer. Sie führten ihre Heere an, wenn sie in die Schlacht zogen. Manche von ihnen zogen sogar selbst in den Kampf (Alexander

der Große), und ihre Gefolgschaft sah in ihnen göttergleiche Helden. Andere hielten sich weise im Hintergrund und zogen dort die Fäden (Julius Cäsar).

Es gab in der Geschichte die unterschiedlichsten Führungspersönlichkeiten. Doch allen wurde entweder eine gewisse Weisheit (Salomo) oder eine beeindruckende Grausamkeit (Attila) zugeschrieben. Auch kindliche Führer sind aus der Geschichte bekannt, die jedoch keine wirklichen Anführer, sondern lediglich Marionetten für versteckt im Hintergrund agierende graue Eminenzen waren (so etwa Kardinal Richelieu für den zum Zeitpunkt seiner Thronbesteigung erst neun Jahre alten König Ludwig XIII.).

Die Liste der schlechten Führer ist weitaus länger als die der guten. Hinterher fragt man sich oft: Wie konnten die nur je an die Macht kommen? Aus der zeitlichen Distanz ist das noch eher erklärbar, als wenn es um das Heute geht. Doch seltsamerweise gibt es auch heute noch genug schlechte Führer, obwohl – vor allem in der Ersten Welt – zumeist doch Demokratien vorherrschen.

Nicht erst seit der Wirtschaftskrise sind Führungskräfte in Politik und Wirtschaft vermehrt in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit geraten. Anlagebetrüger wie Bernard Madoff, Wall-Street-Größen wie Richard Fuld Jr. von Lehman Brothers oder der jetzige US-Präsident Donald Trump sind dafür abschreckende Beispiele. In Deutschland sind es Manager wie Klaus Zumwinkel, Georg Funke (Hypo Real Estate), Thomas Middelhoff (Arcandor) oder Reinhold Würth, die zeigen, dass eine Spitzenposition in einem Unternehmen nicht unbedingt mit fachlichem Können und ethischem Verhalten einhergehen muss.

In einem Interview räumt die Harvard-Politologin Barbara Kellermann mit derlei Illusionen gründlich auf und kritisiert die Leadership-Forschung unserer Zeit. In ihrem Buch Bad Leadership erläutert sie, dass Führung eben nicht nur etwas für die Edlen, Klugen und Guten sei. Denn jeder Mensch sei nun einmal zu einem großen Teil von Impulsen wie Habgier und Machtlust getrieben. Von diesen dunklen Trieben könne man sich aber nicht befreien, indem man zehn Führungsseminare besucht. Auch hält sie wenig davon, Führung in der Theorie durch Lesen u.Ä. erwerben zu wollen: „Wenn man jemandem Schwimmen oder Radfahren beibringen will, gibt man ihm schließlich auch keine entsprechenden Bücher zu lesen.“ Und dennoch brauchen schlechte Anführer ihre Anhänger, um überhaupt erst in ihre Führungsposition zu gelangen und diese auch beizubehalten.

Führung hat also auch mit Charakter zu tun. Und mit der Ausbildung von Tugenden. Wir sprechen sogar von Führungskunst! Denn ja, irgendwie kann man schon führen. Es jedoch gut zu machen, ist eben eine Kunst.

Eine Kunst, die heute in politischen Kreisen leider nicht mehr zu finden ist.

*

Zum Schmunzeln

9 Monate ist das Jahr alt. 9 Monate braucht ein Mensch, um geboren zu werden. Das brachte mich auf „Mensch und Unmensch“ – zu einem Autor, den ich sehr schätze, denn er hatte die Gabe, Menschen in ihren Schwächen schonungslos aber mit unglaublich liebvollem Humor sichtbar zu machen. Und so manches ist auch nach 50 Jahren nach wie vor gültig. Seine Verse sind sehr tiefsinnig, aber dennoch macht es Freude, sie zu lesen… und sich selbst darin zu erkennen: Eugen Roth.

Zivilcourage 

Ein Mensch erfährt, dass unsre Zeit

voll sei von Rücksichtslosigkeit.

Doch sieht aus Feigheit, aus bequemer,

er ringsum lauter Rücksichtsnehmer.

Die Freiheit geht wohl doch im Grunde

Aus solcher Rücksicht vor die Hunde.

*

Ein Mensch, der Willkür knapp entronnen,

freut sich der Freiheit, frisch gewonnen.

Doch schon wird’s ihm zum Ärgernis:

Die Welt braucht ihre Freiheit miss.

Der Mensch mit nüchternem Verstand,

ruft deshalb nach der festen Hand.

Da ist sie schon! – Der Mensch schreit: „Halt!“

Zu spät – sie ist zur Faust geballt.

Das ganze Spiel von vorn beginnt –

Ob noch einmal der Mensch entrinnt?

*

Ein Mensch braucht alle Seelenkraft,

dass er sein Mensch-Sein selber schafft.

Ein Unmensch kennt den Trick, den kleinen:

Auf andrer Kosten Mensch zu scheinen.

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