Resilienz wird häufig im selben Atemzug mit Kohärenz genannt. Gemeint ist damit ein Gefühl der Zuversicht, egal, wie schlimm die Situation auch sein mag. Jede Krise wird als Lernfeld verstanden, aus dem neue Lebenserfahrung geschöpft wird. Es sind immer die Widrigkeiten des Lebens, die uns wachsen lassen, und Resilienzkompetenz erwerben wir uns, indem wir uns aktiv mit ihnen auseinandersetzen.

Wir haben zuvor das Thema der emotionalen Souveränität behandelt – und das spielt in die Resilienzkompetenz hinein. Es geht um ein autonomes Verhalten in Krisen.

Jedem ist klar, dass es um unsere eigenen persönlichen Fähigkeiten geht, um Krisen zu meistern und Zukunft gestalten zu können. Jetzt ist es wichtiger denn je, sich selbst in der gegenwärtigen Veränderung zu stärken und Werkzeuge in die Hand zu bekommen, um Resilienz zu entwickeln.

Resilienzkompetenz geht immer mit der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit einher – wie man geworden ist, was man ist. Wie man bisher mit Veränderungen und Krisen umgegangen ist, welche Muster man entwickelt hat und dass man einen wertschätzenden Blick für sich selbst, die eigenen Stärken, Talente, Freuden, Wünsche, aber auch für die eigenen Schwächen entwickelt hat. Dass man weiß, was dem eigenen Leben Sinn gibt und für welche Werte man einsteht. Der Gewinn daraus ist nicht mit Geld aufzuwiegen. Denn wir erlangen dadurch innere Stärke, mehr Unabhängigkeit von äußeren Faktoren und ein Ruhen in uns selbst. Nur wer Lebenskrisen durchgemacht hat, Verletzungen erfahren hat und sich davon befreien konnte, ist fähig, diese starke innere Widerstandskraft aufzubauen.

Das Wort „Resilienz“ kommt ursprünglich aus der Physik und bezeichnet die Eigenschaften eines Materials, das bei Druck nachgibt und bei Nachlassen des Drucks wieder seine ursprüngliche Form annimmt. Die Entwicklungspsychologie übernahm den Begriff und beschreibt damit die Fähigkeit von Menschen, die an traumatischen Lebenserfahrungen nicht zerbrochen, sondern daran gewachsen sind. Als Synonyme werden häufig auch die Begriffe Widerstandsfähigkeit oder Widerstandskraft verwendet.

Wenn Krisen kein Ende nehmen, wir uns immer wieder auf neue Situationen und Zukunftsszenarien einstellen müssen, wird Resilienz ein großes Thema.

  • Wie kann ich in einer Krise Resilienz entwickeln?
  • Wohin soll ich mich orientieren?
  • Wie wird unsere Gesellschaft in einem Jahr oder in 5 Jahren aussehen? 

Diesen und weiteren Fragen gehe ich in verschiedenen Angeboten auf den Grund und in dem inkludierten Mini-Roman auf abenteuerlich-spannender Art und Weise erarbeiten wir die Antworten im

>> Crashkurs für Zukunftskompetenz,

>> oder im Buch Der Zukunftskompass®

Gemeinsam ist es einfach leichter, biegsam zu bleiben 😉

Mit resilienten Grüßen,

Ihre

Cornelia Scala-Hausmann

>> 2014 zum Nachlesen: Die Macht des Optimismus

Das Wechselspiel der Informationen hat in den letzten Monaten viele an ihre Grenzen gebracht. Wie immer in solchen Situationen folgt daraus entweder ein Kompetenzwachstum oder auch ein -verlust. Je nach emotionaler Verfassung.

Welch Freude, wenn ich dann in Zukunftsforschungsberichten1 von einer neuen emotionalen Kompetenz seitens der Kunden lese!

Führt uns die Krise zu mehr Selbstbestimmung in Sachen Emotion? Können sich immer mehr Menschen von den medialen Wechselduschen unabhängig machen und stabil in ihren Emotionen sich selbst und der Welt gegenüber bleiben…?

…Können Sie es?

Souverän zu sein ist viel mehr als eine Methode. Souveränität ist das tiefe Wissen um Wert und Würde. (Harald Berenfänger)

Auf dem Weg zu emotionaler Souveränität werden zwei Parameter genannt: Empathie und Respekt. Sie geben uns hilfreiche Werkzeuge in die Hand (oder besser gesagt: in die Emotion – aber eigentlich durch die Erkenntnis in unser Bewusstsein), die uns tatsächlich souveräner werden lassen. Empathisch gegenüber den Situationen anderer und respektvoll trotz fremder Ansichten zu bleiben mag oft herausfordernd sein – ist aber ein guter Übungsweg zu einem selbstbestimmten und damit freien Leben. 

Souveräne Menschen sind immer emotional ausgeglichen. Sonst wären sie es nicht. Wir finden eine Person dann souverän, wenn sie einer Situation „gewachsen“ ist. Sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen lässt. Ihre Werte und Prinzipien nicht aus den Augen verliert. Und oft spricht man von den bewunderten „Felsen in der Brandung“. 

Souveränität wird  nicht von außen übertragen und verliehen, Souveränität muss man beanspruchen und sich nehmen. Nicht ohne Grund bezeichnet das Attribut ‚souverän‘, wenn man von Charakteren spricht, eine innere Haltung, die das Gesetz ihres Handelns selbstbestimmt aus dem Eigenen bezieht und sich nicht von anderen dominieren und ihren Willen aufzwingen lässt. An dieser Souveränität fehlt es nicht nur Politikern, sondern dem Gemeinwesen als Ganzem. (JF)

Emotionen können absichtlich bei anderen erzeugt werden, davon leben u.a. Werbeagenturen. (Ich selbst hatte ja damit einige Jahre gut und gern in Wien mein Geld verdient.) In diesem Bewusstsein erkennen wir, dass unsere Gefühle eben nicht immer die Felsen sind, auf die wir bauen können – sondern dass es vielmehr unser Erkennen der Ursache ist, welches uns die Wahrheit liefert. Dieser Umgang mit Emotionen, Empfindungen oder Gefühlen (da gibt es Unterschiede2) sollte erlernt worden sein, um sich nicht (fremd)steuern zu lassen. Wir kennen das von klein auf aus unseren Erfahrungen mit Eltern, Cliquen, Lehrern, Kollegen, Chefs und Partnern. Manipulation erfolgt nur allzu leicht durch ein Hervorrufen von Gefühlen, die uns unbewusst leiten. 

Wer nicht souverän sein kann, wird leicht diktatorisch. (Paul Mommertz)

Interessant fand ich bei meiner Trendrecherche auch, dass es zunehmend nicht mehr um Lösungen geht, sondern um Werte! Eine Lösung um jeden Preis wird mehr und mehr indiskutabel. Fokussierte Strategien weichen systemischen – denn helle Köpfe haben begriffen, dass so manche Strategie mehr Schaden als Nutzen bringt, auch wenn sie ein konkretes Problem zu lösen scheint.

51 Prozent befragter Österreicher(innen) glauben, dass es durch und nach der Krise extreme Veränderungen geben wird. (siehe Grafik) Und das vor allem in sozialen Kontakten, die vielen fehlen und so nachweislich vor allem bei Kindern zu psychischen Schäden führen.

Dass hier bei aller Distanz ganz besonders soziale Kompetenz gefragt ist, ist wohl unbestritten. Sollte hier eine „neue Normalität“ drohen, braucht es die nächste Innovation in Form eines Mind-Shifts! Hier müssen wir lernen, trotz aller Beeinflussungen und Manipulation, Fakes und Realitäten, Ängsten und Unbequemlichkeiten authentisch zu agieren. Authentisch in all unserer Rollenvielfalt. Denn jetzt geht es um soziale – und damit auch um wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische – Gesundheit, in der die individuelle immer eingebettet ist.

Dürfte ich für mich philosophieren, könnte ich bemerken, dass es ein Zeichen großer Souveränität ist, zu verhandeln, statt unmittelbar zu handeln, solange noch nicht der ganze Verhandlungsspielraum ausgeschöpft ist. (Herbert Winter)

Wir haben diese Krise global gemacht. Und damit haben wir die Chance, global etwas zu verändern, was jeder Einzelne emotional souverän steuern kann, anstatt sich steuern zu lassen. Es entstehen neue soziale Netzwerke – abseits von politischen Einrichtungen – die in eine neue Zeit aufbrechen. Wir wachsen schließlich an Herausforderungen, indem sie unser Streben nach Freiheit stärken. Und ich kann es nicht besser formulieren als Ernst Jünger, deutscher Publizist:

 „Souveränität… wird man heute weniger in den großen Entschlüssen finden als im Menschen, der in seinem Inneren der Furcht abschwört. Die ungeheuren Vorkehrungen sind gegen ihn allein gerichtet, und dennoch sind sie im letzten für seinen Triumph bestimmt. Diese Erkenntnis macht ihn frei. Dann sinken Diktaturen in den Staub. Hier liegen die kaum angeschürften Reserven unserer Zeit, und nicht nur der unseren. Diese Freiheit ist das Thema der Geschichte überhaupt und grenzt sie ab: hier gegen die Dämonenreiche, dort gegen das bloß zoologische Geschehen. Das ist im Mythos und in den Religionen vorgebildet und kehrt stets wieder, und immer erscheinen die Riesen und Titanen in gleicher Übermacht. Der Freie fällt sie; er braucht nicht immer ein Fürst und Herakles zu sein. Der Stein aus einer Hirtenschleuder, die Fahne, die eine Jungfrau aufnahm, und eine Armbrust haben schon genügt.“ 

Vielleicht ist nun die Zeit angebrochen, in der sich die scheinbare Souveränität eines Staates zu einer echten Souveränität des Volkes hin verlagert?!

Wir erleben, was zentralistische Gewalt bewirken und auch zerstören kann. Auch eine Souzeränität ist offenbar nicht der Weisheit letzter Schluss. Vielmehr entsteht ein neues Verständnis der Gleichberechtigung aus dem heraus, was einen Staat bildet: der Bevölkerung. 

Vielleicht kommt die Zeit, in der wir Menschen soweit erwach(s)en, dass wir die Verantwortung für uns partizipativ übernehmen und gestalten können. Fachkompetenz durch alle Ebenen der Gesellschaft – für und wider abwägend, ohne politischen Zwang. Ein interessanter Impuls dazu ist die Soziale Dreigliederung von Dr. Steiner, in der die individuelle Freiheit in Bildung & Kultur mit der Gleichheit im Rechtsleben und einer Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben durch kompetente Fachkräfte direkt aus dem Volk gestaltet wird. Lobbyismus würde hier einem Gemeinwohl weichen, das der Gesellschaft bestmöglich gibt, was zur Entwicklung gebraucht wird. 

Es gibt keine einzelne politische Idee, die im Laufe der letzten Jahrhunderte eine ähnliche Wirksamkeit ausgeübt hätte, wie die Volkssouveränität. Zuweilen zurückgedrängt […], aber dann wieder hervorbrechend, offen bekannt, niemals realisiert, und immer eingreifend, ist sie das ewig bewegliche Ferment der modernen Welt. (Leopold von Ranke)

Ich blicke also guter Dinge auf die Krisen, die da noch kommen werden, in der Hoffnung, dass bei immer mehr Menschen die Souveränität erwacht.

Mit souveränen Grüßen

Cornelia Scala-Hausmann

Fußnoten:

  1. https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/marketing/emotionen-marke-der-stoff-aus-dem-das-marketing-von-morgen-gemacht-ist/

2. – mehr dazu in meinem Buch Der Zukunftskompass®

Sommer!
Eine kleine Atempause von vergangenen und zukünftigen Nöten.
Jede Sorge wird kleiner, wenn mir die Sonne ins Gesicht lacht. 
Daher möchte ich heute nicht über mahnende Zukunftsszenarien, politische Analysen oder wirtschaftliche Prognosen schreiben. Ich denke, die haben Sie ohnehin in Form diverser neu erschienener Bücher auf Ihrem Schreib- oder Nachttisch liegen.
Vielmehr lade ich Sie zu mir auf meine Hängematte ein, zu entspannen… die Gedanken schweifen zu lassen, Ruhe zu finden und Natur zu entdecken.


 
„Die Natur ist aller Meister Meister, sie zeigt uns erst den Geist der Geister.“
(Johann Wolfgang von Goethe)
 
Ich habe das Glück, im Grünen zu wohnen. Die Kärntner Berge vor mir, der Wald hinter mir, ein Bach neben mir. Hier scheint die Welt noch in Ordnung und gibt mir Raum für mein Menschsein. 
Schon in meiner Kindheit war es die Natur, die mir Geborgenheit gab. In ihr fühlte ich mich gut aufgehoben. Daher hatte ich auch keine Angst auf Hoher See oder in fremden Ländern. Sie ist wie sie ist. Und ich konnte mich mit ihr verbünden und sie immer wieder neu erkennen. 
 
Daraus entstand ein interdependentes Weltbild in mir… Ein lebendiges Denken… Eine gesunde Sinnlichkeit. Und daraus eine natürliche Verantwortung gegenüber Natura und ihren Bewohnern. Tatsächlich ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. Jeder Teil bestimmt das Ganze mit. Wir können unsere Abhängigkeiten gestalten. Und sogar unsere Freiheit darin finden. 
 
Verzicht als neuer Wert
Bescheidenheit als neuer Status
Bildung als neuer Luxus. 
 
Ein reflektierter Mensch ist mit sich im Einklang, heißt es. Und ist er es mit sich, ist er es auch mit allem anderen. Dafür hatten wir die letzten Monate gute Übungsräume…
 
„Niemand kann lange eine Maske tragen; Verstellung kehrt schnell zur eigenen Natur zurück.“ (Seneca)
 
In unserer Gesellschaft ist alles zur Ware geworden. Arbeit, Geld, Land, Gesundheit und sogar der Mensch selbst. Ich schaffte es, soweit auszusteigen, um aus Ware wieder Leben zu machen. Diese Transformation war zu Beginn schmerzhaft, aber schön. Und sie findet immer wieder neu auf einer anderen Ebene statt. Das ist das, was ich Lebenskunst nenne.
 
Der Mensch verstehe die Kunst, vom Leben zu nehmen ohne ihm zu schaden. (frei nach Christian Morgenstern)
 
Ich treffe auf immer mehr Menschen, die ähnlich denken. Lebendig. Und wir setzen Zukunftskeime… in die Natur des Menschen und der Erde. Lassen neue Samen wachsen und eine neue Zukunft parallel zur alten entstehen… 
 
Wenn Sie beim Gießen helfen wollen, lassen Sie von sich hören! 😉
 
Mit sommerlichen Grüßen

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

In welchen Zusammenhängen haben Sie diesen Satz bisher in Ihrem Leben gehört? 

Sicherlich häufig.

Ich hatte hauptsächlich in unternehmerischen Projekten damit zu tun, wenn es in der Unternehmensberatung um Innovation ging, aber keiner etwas riskieren wollte. In der alten Kultur verlor man sein Gesicht, wenn man Fehler machte. In der jetzt notwendig neu entstehenden Fehlerkultur sollte dieses Denken jedoch mehr und mehr verschwinden. 

In unserer kulturellen Evolution war die Wirtschaft bisher immer Vorreiter – die Politik der Nachzügler. Warum das so war und leider immer noch so ist, kann sich jeder denken. In Unternehmen geht es um Gewinn und damit um Wettbewerb – in der Politik um Macht und damit um Kontrolle. 

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)

Dahinter und dazwischen steht der Mensch als Schöpferwesen – mit der Wahl zur Orientierung.
Aber… hat er die Wahl? Oder besser gefragt, wann hat er diese Wahl? 

Wohl nur aus einer persönlichen Freiheit heraus. 

Und warum ist diese Freiheit so wichtig?

Weil nur ein freier Mensch seine Talente und Fähigkeiten entwickeln und einsetzen kann! 

Stellen Sie sich doch einmal eine Gesellschaft vor, in der Bildung und Wissenschaft völlig frei und unabhängig funktionieren. Wie würde eine solche Gesellschaft aussehen?

Innovationen wären nicht mehr von Wirtschaft und Politik abhängig, Bildung würde sich nach Fähigkeiten richten und diese fördern anstatt sie im Gleichschaltmodus zu behindern, Wissenschaftler würden dort forschen, wo es gesellschaftlich und ökologisch nötig ist, in einer transparenten kooperativen Weise, ohne manipulierender Absichten dahinter.

Mehr Sicherheit kostet Freiheit, aber Freiheit aufzugeben bringt nicht mehr Sicherheit. (Querulix)

Solche Strukturen könnten aus der teilhabenden Bevölkerung direkt finanziert werden, ähnlich wie Crowd Funding, anstatt über den staatlichen Umweg vorgeschriebener Steuern. Jeder einzelne würde so an der ökologischen und gesundheitlichen Entwicklung unserer Gesellschaft demokratisch teilhaben und nicht hilflos mitansehen, wie sein Steuergeld in politischen Strategien verschwindet. 

Die Qualität von Demokratien bemisst sich nicht daran, ob sie für alle Eventualitäten ein fertiges Gesetz im Buch haben, sondern ob ihre Verfahren offen und flexibel genug sind, um in extremen Fällen angemessen entscheiden zu können. (Gerald Häfner)

Weitergesponnen – hätten unabhängige Wissenschafts-, Bildungs- oder Gesundheitsräte die Aufgabe, Freiheit in diesen Bereichen zu garantieren und die Projekte demokratisch mit immer wieder neuen „Geschworenen“ zu entscheiden. 

Utopisch?

Weit weniger als künstliche Intelligenz.

Es gab schon einige erste Schritte in diese Richtung. Und derzeit engagieren sich viele Menschen für eine individuelle, gesundheitliche Freiheit. Auch im Bildungssektor gab es bereits unzählige Projekte für freie Schulen, wenn auch viele am System gescheitert sind.  Und in ökonomischen und ökologischen Bereichen erfahren wir derzeit akut, was es bedeutet, eine neoliberale Weltwirtschaft aufrecht zu erhalten.

Als unsere Kinder riefen: «Die Erde hat Fieber!», und sofortige Maßnahmen verlangten, passierte nichts. Als es hieß: «Wir bekommen Fieber!», stand schlagartig alles still. (Gerald Häfner)

Und was macht der ängstliche Mensch in dem einen oder anderen Bereich? Er will auf Nummer Sicher gehen. Aus Angst vor Fehlern, kompensiert in einem einheitlichem Feindbild, in dem eine neue Einheit gesucht wird.

Wer Spiral Dynamics kennt, weiß, dass wir uns abwechselnd in Auf- und Abwärtskurven entwickeln. Das liegt daran, dass der Mensch normaler weise träge ist. Er tut nur dann etwas, wenn die Motivation so groß ist, dass sie seine Trägheit überwindet. 

Also in alten Kulturen aus Gier oder Angst – und in unserer heutigen…? 

– leider auch nicht viel anders. 

Aber es gibt doch schon auch idealistische Motivationen ;-).
Und der nächste Schritt wäre, auch OHNE Zwang uns und unsere Welt zu erhalten und zu bewahren. Am Weg dorthin mag es noch Regeln brauchen, um die Gierigen unter uns leiten zu können. Doch ich bleibe optimistisch.

So manche, die sich fest im Sattel sitzend wähnen, merken gar nicht, dass sie auf dem falschen Pferd sitzen.

Wir erkennen unschwer, dass wir seit März in einer Abwärtsspirale laufen. Viele verstecken sich aus Angst hinter irgendwelchen Anordnungen und überlassen anderen das Denken, die sich mit Hilfe der jeweils passenden Daten und Fakten rechtfertigen. – Nichts Neues. Leider.

Je mehr Sicherheit versprochen wird, desto mehr Freiheit wird genommen.

Sicher ist sicher.
Und je sicherer unsere Welt wird, desto ängstlicher werden wir. 

Dadurch haben wir uns auf „no surprises“ programmiert. Und bemerken leidvoll, dass uns das in Krisen absolut nicht weiter hilft. Kontrolle verhindert immer Entwicklung. 

Als kreative Schöpferwesen ist für uns Orientierung wichtiger als Daten. Oder haben Sie noch nie erlebt, dass etwas scheinbar Unmögliches möglich wurde? Es ist eben immer eine Frage der Betrachtung. Und unser Mind schafft unser Weltbild.

Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen. (Epiktet)

Aus der Therapie kenne ich ein schönes Bild zum Thema Angst:
Kommt ein Mensch im Laufe seines Lebens an eine Grenze, die er nicht wagt, zu überschreiten, bleibt er nicht nur vor ihr stehen, sondern er zieht sich ein Stück weit vor ihr zurück – um sicher zu gehen.
… Mit der Zeit stößt er erneut auf eine Grenze, die jedoch näher liegt als die erste. Wieder zieht er sich zurück. Das geht so weiter – er geht immer auf Nummer sicher, bis er seinen Lebensradius ganz eng gezogen hat und vielleicht nur noch in einem Sessel im verdunkelten Zimmer sitzt, das viel zu gefährlich wäre, zu verlassen. 

Ein Leben? 

Kein schönes jedenfalls.

Die sicherste Türe ist die, die man offenlassen kann. (China)

In so einigen Coachings oder Therapien der letzten Jahrzehnte durfte ich Klienten dabei begleiten, ÜBER eine Grenze, die ihnen Angst machte, zu gehen. Der Preis dafür war immer Freiheit!
Die Mauer aus Angst wirkt mächtig. Doch je näher wir ihr kommen, desto kleiner wird sie und wenn wir sie durchschreiten, bemerken wir, dass sie doch nur aus Papier ist.
Dahinter verbirgt sich eine unendliche Zahl an neuen Möglichkeiten, für die es sich zu kämpfen lohnt! Und jeder, der bisher diese Mauer durchschritten hat, fühlte sich danach dermaßen stark, dass er mit Freude Herausforderungen annahm. Nur so konnte Neues entstehen. 

Niemals war und ist Angst ein Innovator. Und es ist immer unsere Entscheidung, uns nicht von ihr klein machen zu lassen sondern das Leben beherzt anzunehmen.
…und dann bemerken wir, dass wir nicht allein sind.

Wie ihr wisst, war Sicherheit des Menschen Erbfeind jederzeit.
(William Shakespeare)

Niemand weiß was die nächsten Jahre bringen werden, da Krisen immer disruptiv wirken und etwas völlig Unvorhersehbares bewirken können. In der Zukunftsforschung gibt es einige Szenarien. Daraus habe ich einen Blick in die Zukunft gewagt… in der Hoffnung auf Menschen, die ihre Kreativität trotz Hindernisse anwenden und mutig voranschreiten können, um die nächste Entwicklungsstufe in unserer Gesellschaft zu starten.

Mit beherzten Grüßen

Cornelia Scala-Hausmann


Wie geht es Ihnen? Haben Sie auch schon genug von der Fülle an Information, die ständig auf uns einprasselt?
Ich kann sagen, ich habe ein richtiggehendes Studium hinter mir. Ein Studium der Virologie, der Weltpolitik, des Journalismus und der Gesellschaftsdynamik. Keine Universität hätte mir das in der Schnelligkeit so vehement näherbringen können. Nur die Praxis kann dermaßen eindrucksvoll lehren. Und die Schwelle an der wir stehen, wird greifbar.
 
Spring endlich! Meinte meine Turnprofessorin zu mir, die am 3-Meter-Brett stand, um ihren ersten Köpfler zu versuchen. Und ich sprang. Als ich auftauchte, blickte ich in bleiche, ernste Gesichter – ich hatte einen Bauchfleck gemacht und nichts bemerkt. – Zum Glück war es kein 10-Meter-Brett.“
 
An diese Szene im 1. Gymnasiumjahr erinnere ich mich noch gut – und als ich diese Episode mit meiner ach so weisen Großmutter besprach, meinte sie nur „Bevor dich einer schubst, ist das Springen noch das kleinere Übel.“ Wie wahr! Auch darin hatte ich Erfahrung.
Und wenn die Gefahr eines „Geschubstwerdens“ naht, bedeutet es, sich vorher bereit zum Sprung zu machen. Auch wenn man nicht genau weiß, was einem unten erwartet. Die Weisheit liegt jedoch darin, die Gelegenheit des guten Absprungs nicht zu versäumen. 

In meiner nunmehr bald 30jährigen Laufbahn als Unternehmerin sprang ich oft ins kalte Wasser und wenn es am Sprungbrett zu eng wurde, wartete ich nicht, bis mich jemand schubst, sondern sprang lieber selber auf meine Art und Weise. 
In letzter Zeit sehe ich jedoch leider immer mehr Menschen, die springen müssen bzw. geschubst werden ohne dafür bereit zu sein. Und manche bemerken nicht einmal, dass sie auf einem Sprungbrett stehen und wähnen sich im sicheren Hafen.
 
Sie können sich von der Politik fernhalten, aber die Politik wird sich nicht von Ihnen fernhalten. (Peter Möller, Dipl. Sozialwirt)
 
Sobald das Gesundheitsthema der gegenwärtigen Krise im Abklingen begriffen ist, kommt rasch die wirtschaftliche Frage hoch. Und ich denke, die haben noch die Wenigsten in ihrem Ausmaß begriffen, denn bisher stehen vor allem die Klein- und Mittelbetriebe an der Front bzw. am Sprungbrett. Und nur jene, die den Absprung schon geübt haben, können jetzt ihre Pirouetten drehen. Demnächst werden jedoch alle in kreativen Sprungkünsten gefordert werden. 
 
Wo wir landen? 
 
In der Zukunft. 
 
Wie wir uns vorbereiten können?
 
Handeln kommt von Hand – und Weizen von Spreu zu trennen geht nur mit Verstand.
(Großmutter 1896-1989)
 
Deswegen sind wir so wie wir sind – ein Individuum mit zwei Händen, die handeln – und mit zwei Füßen, die uns bewegen können. 
Unser Verstand sollte geschult sein, vor allem in systemischem Denken. Und unser mentales Vorstellungsvermögen hilft uns, Wege aus Krisen zu finden. Ist unser Herz auch mit dabei – zeigt es uns unseren Weg und gibt uns die Kraft durchzuhalten.
 
Deswegen heißt es ja auch „mit (offenem) Herz und (kritischem) Verstand“ 😉
 
Und auf diese Weise sollten wir in die Zukunft gehen. Dann müssten wir nicht springen.
 
Wenn wir es aber dennoch müssen, dann lassen sie uns bei der Hand nehmen und all unsere Ressourcen aufspannen!
 
 
Mit handfesten Grüßen
 
Ihre Cornelia Scala-Hausmann



Jeder Kluge, der ständig nachgibt, wird letztendlich von Dummen regiert. 
(Kurt Wolfgang Ringel)

Letztes Jahr versprach ich, 2020 jeden Monat eine Kompetenz aus dem Zukunftskompass® vorzustellen. Im Jänner begann es noch jungfräulich mit der ersten aller Kompetenzen – der Selbstkompetenz. Im Februar kam schon das Thema Gesundheit in Form eines neuen Virus hoch – Salutogenesekompetenz war gefragt. Im März wurde uns eine unfreiwillige Auszeit verordnet – Reflexionskompetenz – und im April ging es zunehmend um (leider nicht immer vorhandene) mitfühlende und ehrliche Kommunikation – Empathiekompetenz. Es ist, als ob das äußere Geschehen Antwort auf die jeweilige Kompetenz gibt (oder umgekehrt) und – auch wenn es Zufall sein mag – es ist faszinierend, wie genau die Reise durch den Zukunftskompass® auf unsere derzeitige Situation passt!
 
Jetzt im Mai sind wir bei der Ressourcenkompetenz angekommen und wie der Name schon sagt, sorgen sich nun immer mehr sowohl um die eigenen Mittel und Vorräte, als auch um die der Allgemeinheit. Denn es lässt sich schon erkennen, dass die Wirtschaft Schaden genommen hat.
 
Spätestens jetzt ist es an der Zeit, sich Gedanken um die eigenen Ressourcen zu machen. Und damit meine ich nicht nur die materiellen. Sondern vor allem auch die persönlichen in Form von Talenten, Fähigkeiten, Netzwerken etc. Es drängt sich zunehmend die Frage auf, welche Wirtschaft wir in Zukunft wollen und was sinnvoll ist.
Die Vergangenheit versuchte sich bereits an einer „gleichen Wirtschaft“ was im Kommunismus fehlschlug. Dann ging es in das andere Extrem, einer „freien Wirtschaft“ – was viel Innovation brachte aber den um den es eigentlich gehen sollte, vergaß – den Menschen. Wie lange wird es dauern, bis man nun die goldene Mitte einer „brüderlichen“ Wirtschaft versuchen wird? Brüderlichkeit bedeutet nicht Gleichheit. Sondern Fairness und Gerechtigkeit. Der Mensch steht mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Arbeitsverträge der Zukunft müssen auf Augenhöhe abgeschlossen werden.

Die Frage der Ethik wird – auch aufgrund der technologischen Entwicklung – immer dringlicher. An Stelle einer ausbeutenden Globalität muss eine transparente Aufteilung treten, in der die menschliche Arbeitskraft gewürdigt wird. Eine neue Form der Beteiligung muss gefunden werden. Und gute Fachkräfte werden genau auf diese Parameter achten ohne die ein Unternehmen der Zukunft keine guten Mitarbeiter bekommen wird. Eine Rückkehr in ein regionales Abgrenzen ist nicht mehr denkbar – zu sehr sind wir uns unserer globalen Abhängigkeiten bewusst geworden. 

Die Zeit für kleine Politik ist vorbei. Schon das nächste Jahrhundert bringt den Kampf um die Erd-Herrschaft – den Zwang zur großen Politik. (Friedrich Nietzsche)

Daher sehe ich aus den Zukunftskompetenzen eine Zukunftskonsequenz entstehen, in der eine Zukunftsethik immer schlagender werden wird. 

>> mehr dazu im Buch Der Zukunftskompass® 

… mit Empathie!

Das Wichtigste in Krisen ist, aufmerksam zu bleiben und die Umgebung detailliert wahrzunehmen, um daraus möglichst viele Informationen zu erhalten, meint Cornelia Scala-Hausmann.

In den letzten Wochen haben sich die Meinungen und der Umgang in unserer Gesellschaft deutlich unterschieden. Manche haben hinterfragt – was immer ein gutes Zeichen ist, aber schon in der Schule nie besonders gut ankam – andere wollten nichts davon wissen und wiederum andere waren voller Angst.
So vielfältig ist nun mal unsere Spezies und ich persönlich bin erleichtert, dass wir (noch) nicht alle völlig konform funktionieren.

Bisher waren wir stolz auf unsere Freiheit und Vielfalt. Sie ist die Errungenschaft Jahrhunderte andauernder Kämpfe und Entwicklungen. Es wäre dumm, wieder zurück zu gehen. Vielmehr sollten wir den anstehenden Schritt nach vorne machen und mit Ängsten umgehen lernen. Auch und vor allem in Krisen. Toleranz und Reflexion ist ein Zeichen von Intelligenz und ich bin erfreut, diese Anzeichen bei Menschen zu erkennen.

Das Wichtigste in Krisen ist, aufmerksam zu bleiben und die Umgebung detailliert wahrzunehmen, um daraus möglichst viele Informationen zu erhalten.
Das hatte bereits Frankl erkannt, um daraus seine Resilienz zu entwickeln. Er hat sich nicht dem Schicksal ergeben in einem angstvollen Ausgeliefertsein. Er hat es integriert und für sich genutzt. Wäre er wie die anderen voller Furcht in seinem KZ-Gefängnis gesessen, hätte er niemals überlebt.
Wir kennen das alles – aber wirklich lernen können wir doch wieder nur aus unserer eigenen Erfahrung. Und die bekommen wir. Immer wieder.

Also haben wir einen ganz klaren Auftrag in dieser Krise: LERNEN wir daraus! Sonst nichts. Das ist das einzige, was jeder von uns erfüllen muss. Sonst wäre alles umsonst.

Wer klug ist, hat eingehend die Medien (und zwar möglichst gegensätzliche) und gesellschaftliche Reaktionen verfolgt und seine Schlüsse daraus gezogen.
Wer gelassen blieb, konnte die Zeit für eigene Klärungen nutzen.
Und wer jetzt klar ist, kann besser entscheiden.

Fragen wir uns – fragen Sie sich: Was habe ich bisher tatsächlich aus dieser Krise für mich lernen können? Ernsthaft für mich als Person und für die Zukunft?
Ich würde mich sehr über Ihre Antworten freuen!

Zuversichtliche Grüße,

Ihre
Cornelia Scala-Hausmann


Zuallererst hoffe ich, dass Sie die letzten vier Wochen gut überstanden haben.
Und des weiteren, dass Sie dabei Ihre Lebensfreude nicht verloren haben!
 
Endlich kann ich rücksichtslos Knoblauch essen! (Freundin)
 
In den vier Wochen Eremitendasein hat sich einiges getan. 
Und wir haben ja noch zweieinhalb Wochen vor uns. 
Ein Grund, warum ein neuer Stress aufzukommen droht – der Stress, sich schon wieder für den Neustart rüsten zu müssen. Das äußert sich in täglichem Studieren von e-learning-Systemen, online-Technik und Produkt-updates.
 
Alles geht online. Besser wäre OM-line, wie Horx es einmal nannte 😉 
 
Die kritischen Geister unter uns kommen kaum den widersprüchlichen News hinterher und müssen selbst auch noch recherchieren, um halbwegs verstehen zu können, was derzeit in der Welt geschieht. 
Gleichzeitig erreichen uns nett gemeinte Nachrichten über sämtliche social medias, dass man sich entspannen sollte. Was den einen oder anderen Existenzkrisler wohl noch zusätzlich aus der Fassung bringen mag, so er nicht bereits zum Erntehelfer mutiert ist. 
Und letztlich die üblichen mahnenden Aussendungen derjenigen, die vor einem wirtschaftlichen Zurückbleiben warnen. Alles ändere sich immer rascher und man dürfe nichts verpassen, muss also weiter rennen, um dabei bleiben zu können – und jetzt nach solch einer Krise umso mehr… 
 
Von einem Getriebensein ins nächste?

STOP!
 
Sollten Sie jetzt kein Einkommen haben und nicht wissen, wie es nach der Krise weiter geht – dann haben Sie mein tiefstes Mitgefühl. Ich verstehe, wenn Sie nicht unbedingt gelassen bleiben können. (Ich wundere mich oft selbst, dass ich es bin.)
 
Dennoch – ich möchte Sie, mit oder ohne Einkommen, dazu aufrufen, sich nur eine einzige Frage zu stellen:
 
Was erwartet das Leben eigentlich von mir?
(Und nicht umgekehrt!)
 
Falls es das ist, was bisher war – gut.
Falls nicht – wäre jetzt die Chance! 

Brüche haben immer einen Vorteil. Sie erleichtern uns, etwas zu ändern. Denn wo zuvor kein Verständnis war, ist nun Empathie. 
 
Was verdienen Sie?, fragte der Richter den Poeten im Zeugenstand. „Nun ja“, meinte dieser, „mal nichts, manchmal ist es aber auch weniger…“
(Wolfgang J. Reus)

 
Ja, wir sind an einer wichtigen Zeitenwende. Wir sind es schon länger und werden es auch noch länger sein. Die Corona-Krise ist nur eine kleine Krise innerhalb einer großen Veränderung, in der wir uns befinden. Sie bewirkt einen Klimawandel. Dieser ist längst nicht nur ein Umweltthema. Es geht um den Klimawandel in unserer Gesellschaft. Er ist virulent und akut. Krisenzeiten rütteln uns durch, Angst dominiert und das menschliche Zueinander ist massiv gestört. 
Aber – und es gibt immer ein aber – ebenso geben sie uns auch die Möglichkeit, unser Klima konstruktiv zu gestalten. Nicht nur das Klima der Umwelt, sondern auch unseres Umfeldes, unserer Familie, unserer Arbeit, unserer Medizin, unserer Wirtschaft u.a.m.  Sie führen zu einem gesellschaftlichen Klimawandel!
 
Und WIR entscheiden, wie der Wandel abläuft. Wir dürfen mitreden, wir dürfen darüber nachdenken, hinterfragen und versuchen zu verstehen. Wir dürfen diskutieren und abstimmen, wir dürfen unsere Sicht der Dinge kommunizieren. Und vor allem wir können im Kleinen handeln.
 
Das Schlechte zuerst: Immer mehr haben Probleme mit ihrem Unterhalt. 
Und jetzt das Gute: es ist mehr als ausreichend Unterhaltung vorhanden. 
(Henry Schaffner)
 
Als ich ein Teenager war, hatte ich auf den Wänden meines Zimmers unzählige Protestposter und die Tür vollgeschrieben mit Sprüchen. Einer davon war:
 
„Es kann vorkommen, 
dass die Nachkommen
mit dem Einkommen
nicht mehr auskommen
und dann umkommen.“
(Denn ich kam nie mit meinem Taschengeld aus.)
 
Solch weise Sprüche hatte ich damals von meiner „Großmutter im Apfelbaum“. Sie war eine humorvolle, krisenfeste, zähe Frau – die mit allem fertig wurde. (siehe Biografie)
Dieser Spruch kam mir diese Woche wieder in den Sinn – denn ich bin derzeit ein Nachkomme ohne Einkommen, wie sie es auch so oft war. Vielleicht komme ich auch nicht mehr aus – aber keinesfalls komme ich um – dazu habe ich zu viele ihrer Gene in mir 😉
 
Was würde sie also in einer solchen Situation sagen oder tun? Bzw. was hat sie getan?
Sie pflegte ein persönliches Netzwerk und Informationssystem, tauschte statt zu zahlen, war hilfsbereit aber verschwiegen, hinterfragte so einiges, gab nie auf, war mutig und versorgte sich selbst. Es gäbe viele Geschichten, die ich über sie erzählen könnte… 
 
„Oh du lieber Augustin, alles ist hin…“ (ein altes Wienerlied, das wir oft lachend zusammen sangen…) „Geld ist weg, Mädl ist weg … Rock ist weg, Stock ist weck, Augustin liegt im Dreck…“  (er lebte lustig weiter, die Pest konnte ihm sogar in der Pestgrube mitten unter lauter Pesttoten nichts anhaben.)
 
Übertragen auf Heute hieße das – wir haben ein digitales Netzwerk, worüber wir uns nicht nur mit irgendwelchen mehr oder weniger sinnvollen Postings austauschen, leben ein gezieltes Miteinander statt Gegeneinander, behalten manches auch für uns, prüfen mit Herz und Verstand, lassen uns nicht unterkriegen, weder von einem Virus noch von Einschränkungen, stehen mutig für unsere Rechte ein und versorgen uns selbst mit positivem Selbstwertgefühl, um unsere Immunität zu stärken.
 
Wer den Sinn einer ersten Krise nicht verstanden hat, bekommt eine zweite. (Pascal Lachenmeier)
 
Wir Menschen haben schon vieles gemeistert. Wir sind nicht so leicht zu bezwingen. Nur die Angst müssen wir besiegen. Eine Gefahr ist dazu da, sie zu erkennen, zu erforschen und zu integrieren, um weiterhin lebensfähig sein zu können. Wir rotten auch nicht alle Löwen, Tiger oder Haie aus, weil sie uns fressen könnten. Wir sollten mit ihnen leben lernen.
 
Die Geschichte von Paracelsus und seinem Handel dem Tod. (Link)
 
Derzeit arbeite ich kostenlos mit einem Team an einem e-Book zur Coronakrise. In diesem Buch sind wir auf der Spur von systemischen Zusammenhängen. Nicht selten kommen unvermutete Informationen zu tage, die neue Wege aufzeigen können. Die Frage ist jedoch, wenn es sich um zukünftige Wege handelt, ob wir sie heute schon verstehen und richtig interpretieren können oder erst in der Rückschau erkennen, was gemeint war. (Info)
 
Um etwas in der Welt verändern zu können, müssen wir zuerst unseren Blick auf die Welt, unsere Einstellung, unsere Geisteshaltung verändern.
 
Ich bin immer auf der Fährte nach möglichen Veränderungen und suche immer den eigenen Handlungsansatz darin. Das verlangt zunächst keine großen Schritte im Außen. Aber es verlangt einen kritischen Blick in unser Inneres. Und dazu sind Krisen da. 
 
Auf den Böden der Krisen wachsen oft regelrechte Riesen.
(Michael Marie Jung)

 

Mit immunstärkenden Grüßen
 
Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

Paracelsus war einer der erfolgreichsten Ärzte zu seiner Zeit und hatte schon so manchen Todgeweihten zurück ins Leben gebracht. So warn der Tod und er schon alte Bekannte. Als wieder einmal die Pest ins Land zog, und mit ihr der Tod, fragte ihn Paracelsus, „Wieviele wirst du diesmal mit dir nehmen?“ Der Tod antwortete: EIN DRITTEL, WENN DU ALLES TUST, UM SIE ZU RETTEN. 

Also tat Paracelsus alles in seiner Macht stehende und heilte so viele Menschen, wie er konnte. Als die Pest vorüber war, stellte er jedoch fest, dass beinahe zwei Drittel gestorben waren! Voller Zorn richtete er sich an den Tod: „Du hast dein Wort nicht gehalten! Ich habe alles getan und dennoch hast du weit mehr mit dir genommen!“ 

DAS WAR ICH NICHT, antwortete der Tod, SIE SIND AN DER ANGST GESTORBEN.

Paracelsus machte tatsächlich die Verzweiflung der Menschen für die hohe Sterberate verantwortlich.

Reflexion – die Kompetenz in Krisen.


Ich erinnere mich, fast jedes Jahr einmal die Grippe gehabt zu haben. Meistens, wenn ich mir zu viel abverlangt hatte, das Wetter mich frieren und gleichzeitig schwitzen ließ oder wenn ich zu leichtsinnig mit meinem Körper umging. 
Ein Jahr hatte ich keine – das war, als ich jede Woche 3 x in die Sauna ging. Und natürlich all die Winter, die ich nicht in Europa war. Tropisches Klima ist nunmal nichts für Grippe-Viren.
 
Die Schleimhäute feucht und warm zu halten ist der beste Schutz – wusste schon meine Großmutter aus dem 19. Jhdt. Doch dagegen arbeiten immer mehr Klimaanlagen in Büros, Zügen, Flugzeugen und Autos. Man müsste ständig Zuckerl lutschend dasitzen – was nicht immer sehr intelligent aussieht und im Schlaf etwas schwierig ist.
 
Rezept gegen die Grippe vom Leibarzt der Königin Viktoria: Man lege sich ins Bett, hänge seinen Hut ans Fußende und trinke so viel Whiskey, bis man zwei Hüte sieht. 
 
Sehr weise – denn bekanntlich vermehrt sich der neue Coronavirus im Rachenraum – eine Schnaps-Desinfektion wirkt also eindeutig tödlich auf das Virus. Wenn also jemand im Bus den Flachmann zückt – hat es derzeit andere Gründe!
 
Keiner liebt es krank zu sein – aber in Tagen wie diesen sehnt man sich sogar nach der guten alten Grippe zurück. Auch sie sorgte für Totalausfälle. Nicht nur einmal lag ich mit allen Kindern und Mann gleichzeitig krank darnieder – und Tanten mussten einspringen. Und die waren offenbar so sehr in ihrer Mitte, dass sie gesund blieben. 
Dieses Phänomen begegnet uns häufig – in Krankenhäusern, Familien, mitten in Epidemien bleiben Ärzte und Pflegepersonal in all dem verseuchten Umfeld gesund. 
 
Woran das wohl liegt?
 
Vielleicht, weil sie gebraucht werden, weil sie Sinnvolles tun, weil sie sich gar nicht fragen, ob sie krank werden könnten, weil sie es sich nicht erlauben oder weil sie anderes zu tun haben und dem Virus damit gar nicht den nötigen Nährboden bieten?
Jedenfalls nicht, weil sie angstvoll in einer Ecke sitzen und Kontakt vermeiden.
 
Die ständige Sorge um die Gesundheit ist auch eine Krankheit. (Plato)
 
Die Begleiterscheinung dieser „Pandemie“ ist: keine direkten Sozialkontakte mehr. 
Ohne Internet wären wir nun komplett isoliert und das floriert mehr denn je. Daten, Fakten… und unglaublich viel Nonsens. Aber auch viel Humor 😉 und das ist bekanntlich die beste Medizin. Von „We can get no Desinfection“ bis hin zu dem Twitter-Duell zwischen Corona und der Grippe mit mehr als einer halben Million Follower begegnet man der Epidemie mit Karikaturen und nimmt ihr den Schrecken. Selbst die Online-Gegner bemühen sich nun um die nötigen Apps um auf dem Laufenden zu bleiben – gibt es eigentlich schon eine Corona-App? 
 
Es gibt nur eine Medizin gegen große Sorgen: kleine Freuden. (Karl Heinrich Waggerl)
 
Zwischen all den Fake-News, „Durchsagen“ aus anderen Dimensionen und taktilen Manipulationen klären seriöse Arztinterviews auf, was wirklich ist – aber was hilft‘s? Gesetze verhängen Ausgangssperren und da will sich jeder rüsten und holt – höflich aber bestimmt – noch ein paar Klopapierrollen aus dem Supermarkt. Viele haben mehr Angst vor der Isolation als vor dem Virus, denn die bedeutet Ausgrenzung und Einkommensverlust. Gewollt oder nicht – alles ist jetzt kontrollierter denn je. 
 
Die Medizin ist so weit fortgeschritten, dass man kaum noch Gesunde findet. (Aldous Huxley)
 
Zurück von meiner Patagonien-Reise landete ich direkt im Krisengebiet. Ungewöhnlich. Normalerweise ist es umgekehrt. Österreich ist im Ausnahmezustand. Wer hätte das noch vor 1 Monat gedacht? Bisher waren diese Gebiete immer weit weg. Jetzt haben wir es direkt vor unserer Haustür. Sehen wir mal, wie die Österreicher damit umgehen. 
 
Not macht erfinderisch,
heißt es. Also bin ich gespannt, auf die Innovationen, die da kommen mögen. Für viele mag es wohl eine willkommene Gelegenheit sein, endlich mal einen Gang runter schalten zu dürfen. – Wer von Ihnen konnte in den letzten Jahren den März und seinen Frühlingsbeginn in aller Ruhe genießen? 
Schön wäre allerdings, wenn man es mit seiner Familie kann. Die meine ist verstreut – und derzeit können wir nicht mal zusammen… 
 
Die Regierung schnürt Unterstützungspakete. (Hätten wir bereits das Grundeinkommen, hätten wir in solchen Krisen wohl weniger Probleme!) Und wo Lehrer bei vollem Bezug freigestellt werden, Angestellte im Krankheitsfall zu Hause bleiben können, dürfen Selbstständige ihre Kreativität einsetzen, um zu überleben. Da helfen auch keine Ratenzahlungen oder Zahlungsaufschub seitens der Sozialversicherung. Die Kosten laufen weiter und der Umsatz kommt nicht wieder.
 
Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung. (Antoine de Saint-Exupéry)
 
Ich hatte heuer schon zwei grippale Infekte – plus zwei normale Erkältungen. Ich war insgesamt also über drei Wochen außer Gefecht. Als Selbstständige ein Horror, aber normales Berufsrisiko. Und das seit 30 Jahren. Ich arbeite vom Bett aus. Doch 2020 ist das Jahr der neuen Dimension, nicht nur, was die Grippebekämpfung betrifft. Diesmal wird meine Kreativität enorm gefordert. 
 
Ab dem 2. Tee mit Rum entdeckt man neue Seiten an der Krankheit.
 
Während jetzt also draußen die Wirtschaft zum Erliegen kommt, halte ich meine eigene so gut es geht am Laufen. Und wenn es nur die Hauswirtschaft ist 😉 Lasse mich von dem einzig gefährlichen nicht anstecken: der Angst. Und erfülle die Erwartung an Selbstständige: Eigenverantwortung. 
 
Hoffnung und Freude sind die besten Ärzte. (Wilhelm Raabe)
 
Aber wenden wir den Blick doch einmal weg von dieser Szenarie hin zu einem „normalen“ Leben. Nachdem Shoppen als Ablenkung auch nicht mehr funktioniert (schon online versucht?), die Kaffeehäuser auch geschlossen sind, haben wir genügend Zeit, uns mit uns selbst zu beschäftigen (vorausgesetzt, wir verfallen nicht Netflix oder Prime).
 
Nebenbei träufeln wir gegen die Grippeviren Thymian und Grapefruitöl auf die Duftlampe 😉 und lassen uns ein heißes Meersalzbad ein. 
 
Die 3. Zukunftskompetenz ist Reflexionskompetenz – So lassen Sie uns diese unfreiwillige Auszeit dafür nützen, das Leben, die Arbeit, die Beziehungen und vor allem diese Krise zu reflektieren… 
 
Und wenn Sie liegen müssen – ab dem 3. Tee mit Rum beginnt es Spaß zu machen!
 
Reflektieren wir also. 
Was meinen Sie denn, ist in Ihrem Leben gut gelaufen? Und weshalb?
 
Machen Sie sich nichts daraus, wenn die Liste nicht besonders lang ist. Bekanntlich lernen wir nur durch Fehler – und deren Nutzen erkennt man leider immer erst lange hinterher. 
Gehen wir in die Gegenwart. Denn ändern können wir weder das Gestern noch das Morgen – nur das Heute. (Teilweise 😉
 
Was wäre, wenn es diese Krise das Beste wäre, das uns passieren könnte? 
Blöde Frage?
 
Nun, im Coaching stellt man sich immer wieder die berühmte Wunderfrage: „Wenn Sie morgen aufwachen und es ist ein Wunder geschehen – woran würden Sie es merken?“
 
Noch einen Tee mit Rum?
 
Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und stelle mir vor, dass ALLES möglich wäre…  und aus dieser Situation heraus blicken wir auf das Heute und sehen sofort, was wir ändern müssten, um unser Wunder zu erreichen…
 
Zu komplex?
 
Ok, dann einfacher: Reflektierend ausmisten ist angesagt!
Breiten Sie einfach mal alle Verpflichtungen, Sorgen und Projekte etc. vor sich am Boden aus und heben nur diejenigen wieder auf, die Sie unbedingt und wirklich wollen!

…und warum wollen Sie die?
 
Jetzt sind wir mitten im Reflektieren. Eigentlich sollten wir das jeden Tag machen. Spätestens vor dem Schlafen gehen. Dafür gibt es sogenannte Tagebücher. Was gelang heute gut, was nicht so gut – wofür liebe ich mich, und wofür hasse ich mich… oder andere 😉 
Dem Tagebuch (oder Privaten Projektbuch namens Leben) können wir alles anvertrauen. Und es tut gut, die Dinge los zu werden – sie sich (wenn schon nicht zu reden, dann wenigstens) von der Seele zu schreiben. 
 
Und laut Dahlke ist Husten nur ein Symptom, das aufgestaute Aggressionen kund tut, Schnupfen das Zeichen, dass man die Nase voll hat und Grippe ein Weg, sich Grenzen zu setzen. 
Haben wir also ein alljährliches Volkssyndrom, das sich in Form einer Pandemie Luft macht?
 
Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene. (Carl Hilty)
 
Wie auch immer Sie sich nun zurückziehen – ich wünsche Ihnen eine wunderbare Auszeit! Nützen Sie sie für sich selbst und Ihre eigene Entwicklung und Regeneration. Denn der nächste Sommer kommt bestimmt!
 
Mit viralen Grüßen
Ihre
Cornelia Scala-Hausmann

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Corona-Specials

Ich setze meine Arbeit wie gewohnt fort – nachfolgend ein paar krisenfeste Angebote 😉

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